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f+h fördern und heben 04/2020

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f+h fördern und heben 04/2020

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME LOGISTIK 4.0: TRANSPARENTE LIEFERKETTE MIT FUNKENDEN CONTAINERN Stellen Sie sich einmal vor, Sie bekämen in Ihrem Lieblingsbiergarten kein Bier mehr nachgeschenkt? Kein schöner Gedanke. Der Grund: die Getränkehändler haben nicht rechtzeitig geliefert. Vor allem in der Biergartensaison sind Gastronomen auf einwandfreie und transparente Lieferketten angewiesen. Um den Überblick zu behalten, hat ein Unternehmen seine Edelstahlcontainer jetzt mit Sensoren ausgestattet, die über das Internet der Dinge (IoT) ihren aktuellen Status funken. Das Ziel: Logistikprozesse transparenter gestalten – dann klappt es auch mit dem zweiten Bier. Ende September eine Maß auf dem Münchner Oktoberfest, an Karneval eine Stange Kölsch im Brauhaus am Kölner Dom oder beim Hamburger Hafengeburtstag ein Astra: Auf deutschen Volksfesten darf das Bier auf keinen Fall fehlen. Mehr als 100 l haben die Deutschen im Schnitt laut dem Deutschen Brauer-Bund hierzulande 2018 getrunken. Um Gästen vor allem in der Biergartensaison zuverlässig stets frisch Gezapftes servieren zu können, sind Gastronomen auf einwandfreie und transparente Lieferketten angewiesen. Das stellt Logistiker vor große Herausforde- rungen: Mehr Fässer als sonst müssen pünktlich und unbeschadet Gastronomen und Veranstalter erreichen. Wird der Transport unvorhergesehen unterbrochen oder werden Fässer beim Transport beschädigt, können Gäste schnell auf dem Trockenen sitzen. FEHLERHAFTE SUPPLY CHAIN IN ALLEN BRANCHEN Die Gründe für eine fehlerhafte Lieferkette sind vielfältig: In Güterwaggons kommt es zu Temperaturschwankungen, ein Stau auf der Autobahn verzögert die Lieferung oder hoher Wellengang beim Seetransport verursacht Erschütterungen, die Container beschädigen. Die Folge: Die Ware kommt nicht wie verabredet zur richtigen Zeit im gewünschten Zustand an. Ärgerlich für die Kunden, denn oftmals haben sie keine Möglichkeit, die Schwachstellen in der Lieferkette, die Gründe für verspätete Lieferungen oder gar den Verlust der bestellten Ware zu überprüfen. Ein Problem, das sich durch alle Branchen zieht, vom Getränkelieferant bis zum Pharmaunternehmen. Drei von vier Unternehmen kritisieren laut einer Umfrage des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik und des Unternehmens Risk methods die Zuverlässigkeit und Transparenz in der Supply Chain. Zurecht, denn Unterbrechungen der Lieferkette können geschäftskritisch werden. LIEFERKETTE TRANSPARENTER GESTALTEN Der Stahlverarbeiter und Entwickler von Behältern und Containern Schäfer Werke aus Neunkirchen hat deswegen eine Lösung entwickelt, die eine permanente Transparenz in der Warenwirtschaft für Kunden und Endkunden ermöglichen soll: Sensoren in Industriecontainern funken ihren aktuellen Standort und Status über das 46 f+h 2020/04 www.foerdern-und-heben.de

WEEKLY MIT DEM KOSTENLOSEN E-MAIL-SERVICE der f+h verpassen Sie keine aktuelle Entwicklung in der Logistik! Wer die Qualität seiner Transportgüter sicherstellen möchte, muss seine Lieferkette durchgängig im Blick behalten IoT, sodass Kunden immer genau sehen, wo sich die Ware befindet, in welchem Zustand sie ist und wann diese geliefert wird. Solche digitalen Werkzeuge in der Logistik könnten für Unternehmen künftig unverzichtbar werden, um den immer höher werdenden Anforderungen der zukünftigen Betreiber, etwa den Wunsch nach Live-Tracking, erfüllen zu können. Die Hälfte der befragten Unternehmen gibt in einer Capgemini-Studie an, dass die Digitalisierung von Logistikprozessen für sie ganz oben auf der Agenda stehe. Allerdings haben bisher nur 14 Prozent digitale Tools auch im Einsatz. Das Wissen, wie sich solche Prozesse digitalisieren lassen, fehlt offenbar noch. Die Schäfer Werke setzen auf Datenlogger – also Sensoren, die in den Deckeln der Behälter angebracht sind und vom eigens für dieses Projekt gegründeten Digital-Tochterunternehmen Vizuu entwickelt wurden. Die Edelstahl-Container fassen zwischen 500 und 1 500 l und sind für viele Branchen geeignet. Sie transportieren Medikamente von Pharmaunternehmen, Duftstoffe oder Lacke aus der Chemiebranche oder Marmelade und Bierzusatzstoffe aus der Lebensmittelindustrie. Nur wenn eine dauerhafte Kontrolle vorliegt, lassen sich die Voraussetzungen dafür schaffen, die Qualität der gelieferten Ware bis zur Endabnahme und darüber hinaus zu halten. Vielen Unternehmen war diese Einsicht in die Lieferkette bisher aber nicht möglich. Das könnte mitunter fatale Folgen haben, wenn etwa Zulieferer Medikamente nicht rechtzeitig an Apotheken senden können oder schon vorher in der Lieferkette Temperaturwerte überschritten wurden, sodass das Medikament unbrauchbar wurde. Mit den funkenden Sensoren in den industriellen Großcontainern der Schäfer Werke erhalten Kunden mehr Kontrolle und Transparenz über ihre Waren und können im Fall von Fehlermeldungen rechtzeitig reagieren und informieren. Die Datenlogger senden im individuellen Turnus Informationen über die Güter, etwa die Füllmenge im Inneren des Containers, messen Druck und Erschütterungen, funken den aktuellen Standort, und geben Auskunft über Lichteinfall oder Temperatur – optional in Echtzeit. Dafür nutzen die Sensoren Übertragungsstandards wie Narrowband IoT, 2G oder auf Firmengeländen auch Bluetooth, um etwa in einer Lagerhalle einen bestimmten Container zu orten. Mithilfe der diversen Funktechniken können Container von überall aus Daten senden – auf einem Bahntransport aber auch von unterirdischen Lagerstätten aus. Dabei arbeiten die Sender autark. Zwei Jahre lang hält der Akku bei Standardnutzung, danach wird mithilfe von Induktion aufgeladen. Einmal auf den Weg gebracht, laufen die Daten in eine Cloud-Plattform von SAP. Der Mittelständler aus Neunkirchen setzt für die unternehmenseigene IT bereits auf SAP-Systeme, daher war es für ihn von Anfang an klar, für die neue Lösung ebenfalls auf die Walldorfer zu setzen. In der Cloud lassen sich die Daten individuell aufbereiten und werden dann über eine ERP-Schnittstelle beim Kunden in die SAP-Systeme eingeschleust. Bei Bedarf aber auch in eigene ERP-Lösungen. TOP-INFORMATIONEN für den generalistischen Überblick und den tiefen Einblick in die Systeme der Logistik und deren Vernetzung. Melden Sie sich jetzt an und erhalten Sie den Impulsgeber für Ihre sichere Entscheidung im täglichen Logistik-Business! SYSTEMORIENTIERT DENKEN VERNETZT HANDELN HERSTELLERUNABHÄNGIGE IOT-LÖSUNG Die Logistikprozesse lassen sich mit der Lösung optimieren und verschlanken sowie mit den Endkunden enger und transparenter abstimmen. Der Status der Transportgüter lässt sich in der Plattform jederzeit einsehen, Kunden wissen stets genau, wo sich der Container befindet und wann er beim Endkunden eintreffen wird. Auch eine Verzögerung wird dadurch weniger problematisch, da sich jetzt wie in einem digitalen Logbuch jeder Schritt einsehen lässt und Endkunden entsprechend auf die verzögerte Lieferung vorbereitet werden können. Die Sensoren lassen sich in nahezu jeden Edelstahlcontainer integrieren. Nicht nur neue Container der Schäfer Werke können damit ausgerüstet werden, auch bestehende Flotten anderer Hersteller lassen sich mit den Datenloggern nachrüsten. Fotos: Schäfer Werke www.sap.com | www.schaefer-werke.de Jetzt kostenlos anmelden! http://bit.ly/VFV_Newsletter

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