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f+h fördern und heben 1-2/2018

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f+h fördern und heben 1-2/2018

MENSCHEN UND MÄRKTE

MENSCHEN UND MÄRKTE INDUSTRIE WILL TRANSPARENZ ALLER TEILNEHMER IN DER LIEFERKETTE Von Industrie 4.0 wird viel erwartet: von Kostenreduzierungen bis hin zu mehr Agilität sowie Umsätzen durch Verbesserungen in den Produktionsabläufen. Musik in den Ohren von Herstellern – aber wie weit ist der Weg zum Ziel noch? Eine Studie verdeutlicht das wahre Ausmaß der Herausforderungen, denen die Industrie gegenübersteht sowie die Lücke zwischen den operativen Zielen und dem bisher Umgesetzten. Im August 2017 hat das Unternehmen Sapio Research im Auftrag von Zetes 330 Topmanager aus verschiedenen Industriezweigen in Europa und Südafrika zum Thema Industrie 4.0 befragt. Nur 29 Prozent der Hersteller geben an, dass sie die Bedeutung eines digitalen Supply-Chain-Netzwerks wirklich verstehen, wobei weniger als 15 Prozent ein derartiges Netzwerk implementieren und erwarten, dass dies in den nächsten fünf Jahren zur Geschäftsnorm werden wird. Die größten Herausforderungen für die Einführung liegen in der fehlenden Informationstransparenz, was wiederum die Möglichkeiten der Unternehmen einschränkt, Zugang zu relevanten Einblicken in Echtzeit zu haben. Zurzeit sehen Hersteller den Bezug wertvoller Informationen aus ihrer End-to-End-Lieferkette als eine Herausforderung (80 Prozent) und die Handhabung von Echtzeitinformationen (75 Prozent) so- SEBASTIEN SLISKI, GENERAL MANAGER SUPPLY CHAIN SOLUTIONS BEI ZETES In der Industrie muss ein größerer Wert auf Geschwindigkeit, Genauigkeit und Agilität innerhalb der End-to-End-Lieferkette gelegt werden, um das Nirwana von Industrie 4.0 zu erreichen 12 f+h 2018/01-02 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE wie die Umsetzung von Erkenntnissen daraus als große Hürden, die bewältigt werden müssen. Des Weiteren fehlt mehr als der Hälfte (59 Prozent) Echtzeittransparenz der Vorratsbestände innerhalb der Organisation. 65 Prozent haben keinen Echtzeiteinblick in die Produktionspläne von Lieferanten – 68 Prozent keine Echtzeitübersicht über die Fertigungsvolumen in ihren Werken. Nur ein Drittel der Unternehmen ist in der Lage, Informationen aus der Lieferkette zu aggregieren. Trotz der zunehmenden Bedeutung des Internet of Things und digitaler Liefernetzwerke tauschen Organisationen wichtige Daten nach wie vor auf traditionellem Wege per Telefon, Fax oder E-Mail aus. Die Tatsache, dass über zwei Drittel der Hersteller ihren Entscheidungsträgern keinen Zugang zu Informationen bieten können, die sie für fundierte Geschäftsentscheidungen benötigen, ist ein großes Problem. Obwohl 89 Prozent der Hersteller angeben, dass eine zentrale Übersicht mit Informationen zu Lieferkettenprozessen sehr wichtig ist, verfügen nur 30 Prozent von ihnen über End-to-End-Transparenz. Die nächsten zwölf Monate sind daher eine entscheidende Zeit für Hersteller auf ihrem Weg, Geschäftsprozesse zu verändern. Und es gibt positive Anzeichen, dass viele von ihnen grundlegende Änderungen in Angriff nehmen. 38 Prozent der Befragten suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Lieferanten, 35 Prozent für die Leistungskontrolle ihrer Lieferanten und 34 Prozent für prognosegestützte Warnungen zur Minderung von Störungen in ihren Prozessen. EIN MUSS: AGILITÄT, ZUSAMMENARBEIT UND ECHTZEITINFORMATIONEN Um Vorteile aus der Digitalisierung zu ziehen, ist die Einrichtung eines zentralen Systems mit einer integrierten Informationsschicht vonnöten. Nur so lassen sich eine Zusammenarbeit zwischen Abteilungen sowie der Zugriff auf die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt und von überall in der Lieferkette realisieren. Und vor allem kann das Management so wichtige Entscheidungen fällen, die für eine nachfrageorientierte Produktion erforderlich sind und auch die Erwartungen von Kunden erfüllen oder gar übertreffen. Zu den klaren Vorteilen gehören mehr Agilität und die effiziente Nutzung von Investitionen in die Ausrüstung – und dies bei gleichzeitiger Reduzierung des Lagerbestands und Freisetzung von Arbeitskapital. In der Industrie muss laut Sebastien Sliski, General Manager Supply Chain Solutions bei Zetes, „ein größerer Wert auf Geschwindigkeit, Genauigkeit und Agilität innerhalb der End-to-End-Lieferkette gelegt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu halten und das Nirwana von Industrie 4.0 zu erreichen. Der einzige Weg zu diesen Zielen ist, die Prozesse zwischen alten und neuen Systemen zu optimieren und wichtige Beteiligte mit aussagekräftigen Informationen aus Datenquellen in Echtzeit zu versorgen. Verschiedene interne und externe Informationsquellen zu vernetzen und diese Daten zu harmonisieren ist ausschlaggebend für stichhaltige Vergleiche und zur Unterstützung intelligenter Entscheidungen.“ Der Druck sei bereits hoch; aber schon kleine Veränderungen innerhalb der Lieferkette, die Hersteller in eine proaktivere Lage versetzen, würden sie in eine bessere Position bringen. Fotos: iStockphoto.com/Zetes www.zetes.com AUF EINEN BLICK n 67% kämpfen darum Schlüsselinformationen zwischen den Abteilungen teilen zu können n 62% sind nicht in der Lage, unvollständige oder verspätete Sendungen zu minimieren n 59% verfügen über keine Echtzeit-Transparenz der Lagerbestände in ihrem Unternehmen n 68% haben keine Echtzeitansicht der Produktionsmengen mehrerer Produktionsstätten innerhalb des Unternehmens n 68% können Entscheidungsträgern keinen Zugang zu den Informationen bieten, die für fundierte Geschäftsentscheidungen erforderlich sind Sicherheit 4.0 ROBA ® -topstop ® —das zertifizierte Bremssystem für Vertikalachsen mit Bremsenmonitoring www.mayr.com Ihr zuverlässiger Partner Mayr-Antriebstechnik.indd 1 24.01.2018 11:31:52 www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/01-02 13

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