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f+h fördern und heben 1-2/2018

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f+h fördern und heben 1-2/2018

18. TEAMLOGISTIKFORUM

18. TEAMLOGISTIKFORUM DISKUTIERT AUSWIRKUNGEN DER DIGITALEN TRANSFORMATION AUF DIE INTRALOGISTIK Unter dem Motto „Logistik 4.0 – Strategien und Systeme für die digitale Zukunft der Intralogistik“ lud die Team GmbH wieder ins HNF Heinz Nixdorf Museumsforum nach Paderborn ein. Rund 450 Teilnehmer informierten sich Ende des vergangenen Jahres auf dem 18. Teamlogistikforum über neue Technologien, Trends und Praxisanwendungen. Der letzte Dienstag im November ist für viele Logistiker inzwischen fest im Terminkalender reserviert: Denn an diesem Tag findet jeweils das Teamlogistikforum statt. Ende des vergangenen Jahres konnte Michael Baranowski, Geschäftsführer des IT-Unternehmens Team, erstmalig mehr als 450 Teilnehmer begrüßen. „Die digitale Transformation ermöglicht neue Geschäftsprozesse in der Intralogistik. In der Branche sorgt dies für Aufbruchsstimmung.“ NEUE TECHNOLOGIEN INTELLIGENT NUTZEN Einen Einstieg in die Thematik gab Konztanze Kossack, COO der Innovationsagentur Future Candy aus Hamburg. Unter dem Titel „Die disruptive Kraft der Digitalisierung und die Auswirkungen auf die Unternehmen“ öffnete sie den Zuhörern den Blick auf verschiedene Zukunftstechnologien und ermutigte sie, diese auszuprobieren. Dabei führte Kossack Beispiele an, die vorrangig für den Privatgebrauch entwickelt wurden, aber auch im Geschäftsalltag nutzenbringend eingesetzt werden können. Mithilfe von Datenbrillen oder humanoiden Robotern sei z. B. eine neue Form der Präsentation von Produkten und Lösungen aber auch der Interaktion mit Kollegen und Geschäftspartnern möglich. Als weitere sich rasant entwickelnde Technologien nannte Kossack die Sprachsteuerung über smarte Lautsprecher, selbstfahrende Fahrzeuge und Drohnen. Die Herausforderung bestehe jedoch darin, derartige Systeme auch intelligent zu nutzen. „Der Motor der Digitalisierung sind ebensolche neuen Technologien und die bewusste Auseinandersetzung mit den Kundenbedürfnissen.“ Vor allem deutsche Unternehmen müssten neue Produkte und Services schneller auf den Markt bringen als bisher, um das Feld nicht anderen Anbietern zu überlassen. KOMPLEXITÄT ZU PLANENDER MATERIALFLUSSANLAGEN STEIGT Maik Ullrich, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens HPMlog aus Hamburg, wandte sich neuen Technologien aus dem Blickwinkel der Logistikpraxis zu. In seinem Vortrag ging er auf die Frage „Wie beeinflusst Logistik 4.0 die Materialflussplanung?“ ein. Aufgrund der Weiterentwicklung der Sensorik, der Bilderkennung so-

›› keinen WINFRIED BAUER, CHEFREDAKTEUR F+H Mit der Ausweitung der Workshops hat sich der Veranstalter wohl eher Gefallen getan PERSPEKTIVEN www.rbs-foerderanlagen.de wie der zunehmenden Rechnerleistung seien neue Lösungen wie autonome Transportsysteme oder Kommissionierroboter erst möglich geworden. Die Angebotserweiterung in puncto Logistiklösungen gehe einher mit einer zunehmenden Komplexität der zu planenden Anlagen. Um diese zu beherrschen, nutzt HPMlog Augmented Reality in der 3D-Lagerplanung. Dadurch kann der Betreiber bereits in der Planungsphase einen virtuellen Rundgang durch die geplante Anlage unternehmen. Die Unternehmens-IT und die Steuerungsebene von Lager- und Materialflusssystemen sind in den zurückliegenden Jahren immer mehr zusammengewachsen. Dies und die Potenziale der Cloud bleiben nicht ohne Einfluss auf die Steuerungskonzepte von Logistiksystemen. Als eine problematische Größe nannte Ullrich in diesem Zusammenhang die Qualität der Stammdaten, die gemäß seiner Erfahrung vielfach sehr zu wünschen übrig ließe. Und dann stellte Ullrich die provokante Frage: „Warum gibt es in Lagerverwaltungssystemen standardmäßig keine Funktion, mit deren Hilfe sich die Qualität der Stammdaten überprüfen lässt?“ PROZESSE NEU STRUKTURIERT Ein Praxisprojekt stellten Marcus Weiß, Leiter betriebliche Organisation bei Glaskoch, besser bekannt unter der Marke Leonardo, sowie Jörg Olschewski, Projektleiter Logistik bei der Team GmbH, vor. Mit der Einführung des Lagerverwaltungssystems Prostore verfolgte das Großhandelsunternehmen das Ziel, durch einen systemgeführten und beleglosen Materialfluss die Transparenz der Bestände und internen Prozesse zu erhöhen. Die Umsetzung fand während des laufenden Betriebs in zwei Stufen statt. Seit Abschluss von Schritt 1, Ende Februar 2017 und damit zwei Monate früher als geplant, nutzt der Betreiber die Software für das automatische Hochregallager. Mit der Ablösung des alten Lagerverwaltungssystems war der Austausch der vorhandenen Datenterminals und eines Walkie- Talkie-Kommunikationssystems verbunden. Bedienerfreundliche Datenterminals und ein Staplerleitsystem verbessern nun die Abläufe. Im zweiten Schritt folgten Ende April 2017 die Kommissionierung sowie weitere begleitende Prozesse. Insgesamt werden heute im System 27 000 Palettenstellplätze transparent verwaltet. Durch die Einführung einer parallelen Kommissionierung von Großaufträgen und Multi-Order-Strategien ließ sich die Effizienz der ca. 50 Kommissionierer verbessern. MANCHMAL KANN WENIGER AUCH MEHR SEIN Am Nachmittag bot das Forum erstmals die Wahl zwischen acht Referenten und Vorträgen in vier verschiedenen Workshops, und damit einen Workshop mehr als in der Vergangenheit. Der vom Berichterstatter besuchte Workshop hielt jedoch nicht das, was der Titel versprach. Die Referenten sahen in ihren Vorträgen wohl eher die Gelegenheit ihre Unternehmen und deren Produktportfolio vorzustellen. Prinzipiell ist dieses Ansinnen legitim. Jedoch sollte dieser Teil des Vortrags nicht das Gros der zur Verfügung stehenden Zeit in Anspruch nehmen. Darüber hinaus ließ die Kompetenz der Referenten zu wünschen übrig. Ein Referent gab auf fast jede Frage der Workshop-Teilnehmer die stereotype Antwort: „Dazu kann ich pauschal keine Aussage treffen.“ Eventuell wäre der Veranstalter gut beraten, wieder zu der in der Vergangenheit praktizierten Anzahl an Workshops zurückzukehren, denn: Manchmal kann weniger auch mehr sein. WB Fotos: Team, f+h, Karte auf S. 23: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0 Effiziente Intralogistik individuell,flexibel,zukunftssicher Steuerungen - Palettenförderer - Stückgutförderer - Rohrkreisförderer - Shuttle Systeme www.team-pb.de Leipziger Straße 68 63571 Gelnhausen/Roth Telefon 0 60 51/23 62

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