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f+h fördern und heben 1-2/2018

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f+h fördern und heben 1-2/2018

MENSCHEN UND MÄRKTE

MENSCHEN UND MÄRKTE AUGE IN AUGE „BIS 2020 WOLLEN WIR DER GRÖSSTE ANBIETER VON LAGER- UND KONTRAKTLOGISTIK IN EUROPA SEIN“ Für die Logcoop Lagernetzwerk GmbH hat Mark Possekel eine ambitionierte Wachstumsstrategie definiert. Darüber, wie diese konkret umgesetzt werden soll, hat der Geschäftsführer der Kooperation der Redaktion f+h Rede und Antwort gestanden. Das Interview mit Mark Possekel (r. im Bild) führte f+h-Chefredakteur Winfried Bauer Foto: f+h Bearbeitung: VFV Layout, Sonja Schirmer 6 f+h 2018/01-02 www.foerdern-und-heben.de

AUGE IN AUGE MENSCHEN UND MÄRKTE Im Januar 2016 ging das Unternehmen Logcoop Lagernetzwerk an den Start. Was war die Vision bei dessen Gründung? Possekel: Um Ihre Frage zu beantworten, muss ich etwas weiter ausholen. Die Logcoop GmbH ist eine Kooperation mittelständischer Unternehmen der Transport- und Logistikbranche, die im Mai 2013 gegründet wurde. Die mittlerweile 120 Mitglieder bieten branchenspezifische Lösungen zum Beispiel in den Bereichen Stückgut und Teilladungen. Auf der Vollversammlung im Jahre 2015 habe ich den Mitgliedern die Idee präsentiert, die Zusammenarbeit über die zuvor genannten Segmente hinaus auf den Lagerbereich auszubauen. Spontan konnten sich die Mitglieder mit der Idee nicht anfreunden, und baten um die Einrichtung eines entsprechenden Arbeitskreises. In dessen Rahmen ließen sich die Bedenken ausräumen, und so ging im Januar 2016 das Logcoop Lagernetzwerk an den Start. Unser Ziel ist es, in zwei Jahren der größte Anbieter im Bereich Lager- und Kontraktlogistik in Europa zu sein. Wie definieren Sie die von Ihnen genannte Marktführerschaft? Possekel: Zum einen über die Anzahl der Standorte und zum anderen über die bewirtschaftete Lagerfläche. Das Lagernetzwerk besteht momentan aus 70 Unternehmen, die an zirka 120 Lagerstandorten in Deutschland über 2,8 Millionen Quadratmeter Lagerfläche verfügen. Neben den von Ihnen genannten Kenngrößen lässt sich Marktführerschaft auch an der Abdeckung von Branchen festmachen. Im Segment der Palettenlogistik sind Sie zweifelsohne gut aufgestellt. In anderen Segmenten ist dem aber nicht so … Possekel: … Um alle Anfragen der Verlader aus dem Segment der Palettenlogistik bedienen zu können, würden wir etwa 200 Lagerstandorte in Deutschland benötigen. Hier gibt es also für uns noch beachtliche Wachstumschancen, an deren Erschließung wir arbeiten. Darüber hinaus treibt uns die Gewinnung weiterer Branchenkompetenz um. Ganz konkret erhalten wir aktuell viele Anfragen aus der Stahllogistik. Zur Bewältigung der damit verbundenen Aufgaben stehen in unserem Netzwerk zurzeit sechs Lagerstandorte zur Verfügung. Unser Anspruch, in Deutschland flächendeckende Lösungen zu offerieren, ist hier also noch nicht ganz erfüllt. Auch in den Bereichen Gefahrgut und Gefahrstoffe sowie Frische sind wir noch nicht dort, wo wir sein möchten. Aufgrund der Branchenabrundung gehe ich in den nächsten beiden Jahren von einem 30-prozentigem Wachstum an Mitgliedern pro Jahr aus. Obwohl Sie also an der Branchenabdeckung in Deutschland noch arbeiten, haben Sie sich eine Internationalisierungsstrategie auferlegt. Kommt dieser Schritt damit nicht zu früh? Possekel: Eindeutig nein. Etliche deutsche Industrie- und Handelsunternehmen haben zum Beispiel in Osteuropa hohe Bedarfe nach Lagerkapazitäten. Von diesem grenzüberschreitenden Anfragen wollen wir in Zukunft profitieren. Selbstredend ist dies nur realistisch, wenn wir außerhalb unseres Heimatmarkts ein Netzwerk aufbauen. Das angrenzende Ausland haben wir teilweise schon recht gut in unser Netzwerk eingebunden. Mit aktuell zehn Lagerstandorte haben wir die Schweiz mittlerweile gut erschlossen. Als nächstes wollen wir uns Österreich und den Benelux-Staaten widmen. Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen mitbringen, um Mitglied im Lagernetzwerk zu werden? Possekel: Die Unternehmen müssen inhabergeführt und mittelständisch geprägt sein. Darüber hinaus achten wir auch darauf, dass die weichen Faktoren der potenziellen Mitglieder zu uns passen. So legen wir zum Beispiel bei der Persönlichkeit des Unternehmers die Messlatte besonders hoch. Lassen Sie mich den Grund dafür an einem Beispiel erläutern. Sieben Mitglieder unserer Kooperation haben vor kurzem ein Projekt gestartet, das unter Umständen in einer Betreibergesellschaft für ein noch anzumietendes Lager münden soll. Solch eine Zusammenarbeit gehe ich natürlich nur ein, wenn die Chemie unter den Partnern stimmt. Warum sollten Unternehmen, die im Wettbewerb zueinander stehen, über Logcoop zusammenarbeiten? Possekel: Innerhalb verschiedener Netzwerke ermöglicht die Kooperation die Bündelung einzelner Ressourcen und die Nutzung von Synergien. Aufgrund des gegenseitigen Austauschs freier Kapazitäten und durch das Anbieten von Services abseits ihres eigenen Portfolios können die Mitglieder zusätzlichen Umsatz generieren. Durch das Bündeln von Einkäufen lassen sich Synergien erschließen und zum Beispiel günstige Einkaufskonditionen festschreiben. Die entsprechenden Aufgaben übernimmt für unsere Mitglieder die Logcoop Einkaufs Co & KG. Vielen Dank für das Gespräch GRUNDSÄTZLICH WOLLEN WIR ÜBERALL IN EUROPA AKTIV SEIN Mark Possekel www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/01-02 7

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