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f+h fördern und heben 1-2/2018

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f+h fördern und heben 1-2/2018

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME „PSIWMS“ OPTIMIERT KOORDINIERTE AUFTRAGSFERTIGUNG Im Logistikzentrum eines Möbelbeschlagherstellers ist die Auftragsfertigung auf terminierte Zeitfenster ausgerichtet. Um die Liefertermin-Vorgaben zu erfüllen, kommt das Warehouse-Management- System „PSIwms“ zum Einsatz. Die Software ermöglicht mit Tools wie Case Calculation, Planungsleitstand, Staplerleitsystem und Yard-Management effiziente Prozesse nach dem Pull-Prinzip und eine Lkw-Bearbeitung ohne Wartezeiten. Mit unserem Logistikzentrum am Unternehmenshauptsitz sind wir auf den Umschlag von Industriemengen ausgerichtet“, erklärt Anja Sasse, Leitung Lagerlogistik der Hettich Logistik Service GmbH & Co. KG, Kirchlengern/Bünde. Seit 1930 ist das 1888 gegründete Traditionsunternehmen in Ostwestfalen ansässig und zählt heute mit 38 Produktionsstandorten, Tochtergesellschaften sowie Niederlassungen in Amerika, Europa und Asien zu den weltweit führenden Möbelbeschlagherstellern. Mit einem Produktspektrum, das von kleinen Verbindungsbeschlägen über drei Meter lange Profile für Schiebetüren-Möbel bis hin zur Ausstattung von Küchen, Bädern und Büros reicht, erwirtschaftet der Hersteller mehr als 900 Mio. Euro Umsatz pro Jahr. Kunden sind die Möbelindustrie, der Fachhandel und das Handwerk sowie die Do-it-yourself Branche. Das Herzstück für die Versorgung der Kunden bildet das Zentrallager in Bünde, dessen Prozesse seit seiner Einrichtung Ende 2005 kontinuierlich optimiert werden. „Wir haben zunächst unsere Prozesse konsequent auf die Erfüllung der Liefertermin-Vorgaben unserer Kundenaufträge ausgerichtet“, veranschaulicht Sasse, die im 70 f+h 2018/01-02 www.foerdern-und-heben.de

01 Durch den Einsatz des PSIwms lässt sich eine koordinierte Auftragsfertigung realisieren Leitungsteam der Lagerlogistik von Hettich für die Bereiche operative Steuerung, Qualitätsmanagement und Produkt-Service zuständig ist, die Schritte der Projektrealisierung. „Danach wurden die Anforderungsprofile für Bau, Technik und IT erstellt und schließlich die Lieferanten und Systeme ausgewählt.“ DURCHGÄNGIGE UPGRADE- UND RELEASE-FÄHIGKEIT Etwa 25 Mio. Euro hat das Familienunternehmen in den Aufbau der Logistikanlage investiert. Gut 7 000 verschiedene Artikel werden im Zentrallager bevorratet. Das Zentrum der Anlage bildet ein zehngassiges, automatisches Hochregallager mit 15 000 m² umbauter Fläche und mehr als 27 000 Palettenstellplätzen. Palettenfördertechnik versorgt zwölf Kommissionierplätze in der vorgelagerten Kommissionierhalle nach dem Prinzip „Ware zum Mann“. Manuelle Lagerbereiche, ein Kragarm-Langgutlager sowie ein Export- und ein Nahbereichspuffer stellen produktspezifische Lagerplätze bereit und sorgen für einen schnellen Zugriff und angemessene Bereitstellungsflächen. Zur Steuerung der Auftragsfertigungsprozesse mit den eingesetzten Automatisierungskomponenten sowie ihrer transparenten Abbildung setzt Hettich von Beginn an auf das Warehouse-Management- System „PSIwms“ der PSI Logistics GmbH, Berlin. „Ein professioneller Anbieter und ein IT-System, das sich sowohl im Projekt als auch in weiteren Ausbaustufen flexibel anpassen lässt“, begründet Sasse den Zuschlag für die Software-Entwickler und unterstreicht die langfristige Investitionssicherheit der Software bei wechselnden Geschäftsprozessen: „Alle Veränderungen in den vergangenen 13 Jahren ließen sich flexibel in den Funktionsumfang des Warehouse- Management-Systems einbinden. Seine durchgängige Upgradeund Release-Fähigkeit sichert jederzeit eine Prozessführung auf aktuellem Entwicklungsstand.“ Im Logistikzentrum von Hettich sorgen spezifisch zugeschnittene Module und Funktionen der Software wie die automatisierte Wareneingangserfassung, Case Calculation sowie Planungsleitstand, Staplerleitsystem und Yard-Management für eine optimierte Ressourcenauslastung und Prozessplanung. Eine Anlieferung in definierten Zeitfenstern entzerrt die Warenströme und dient der gleichmäßigen Auslastung der personellen und maschinellen Kapazitäten. Dazu überträgt das überlagerte SAP-Hostsystem per Vorab-Avis die Daten der aus der Produktion zu erwartenden Mengengerüste an die Lagerverwaltungssoftware. Die Anlieferungen finden an sechs Wareneingangstoren statt – etwa 2 700 Paletten pro Tag. AUTOMATISIERUNG DER MATERIAL- UND INFORMATIONSFLÜSSE Die Paletten der Lkw werden im Wareneingang direkt auf die Fördertechnik entladen. Dort finden eine automatische Gewichts- und Konturenkontrolle sowie der Abgleich mit den Avis-Daten statt. Wenn alles übereinstimmt, vergibt die Software die Lagerplätze im Hochregallager und koordiniert die entsprechende Prozesssteuerung von Fördertechnik und Regalbediengeräten. Mit der physischen Einlagerung meldet die Lagerverwaltungssoftware die Daten an das Hostsystem als Bestand zurück. Damit ist die eingelagerte Menge zeitnah für Kundenaufträge verfügbar. Die Systemmerkmale des „PSIwms“ nutzt Hettich vor allem bei der Auftragsfertigung, denn Auslagerung, Kommissionierung und Warenausgang sind geprägt vom Liefer(wunsch)termin. Auf diesen Termin hin koordiniert und steuert die Software alle Operationen der Auftragsfertigung: Die Aufträge gelangen aus dem Hostsystem in das Warehouse-Management-System. Mithilfe der Case Calculation ermitteln die Disponenten dann auf Basis der hinterlegten Stammdaten wie Gewicht und Volumen sowie der Kundenvorgaben und allgemeiner Parameter die Art, Anzahl und den Inhalt der Packstücke. In diese Kalkulation der benötigten Kapazitäten fließen auch „weiche“ Faktoren wie Stapelbarkeit oder Angaben über zusätzliche, extern zu ladende Packstücke ein. „Alle benötigten Kenngrößen sind als standardisierte Muster im Lagerverwaltungssystem hinterlegt und ermöglichen so eine frühzeitige Planung mit realistischen Ergebnissen hinsichtlich der www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/01-02 71

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