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f+h fördern und heben 1-2/2018

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f+h fördern und heben 1-2/2018

Verbrauch/ 100

Verbrauch/ 100 umgeschlagene Paletten in kWh Verbrauch während des Tests in kWh Jungheinrich EJC M10 2,7 Jungheinrich EJC M10 0,63 02 Um während den Leistungsmessungen die Testapparatur anschließen zu können, haben wir beim M10 die Schutzhaube entfernt Jungheinrich EJC 110 Fahrprogramm 2 Jungheinrich EJC 110 Fahrprogramm 3 2,28 2,34 Jungheinrich EJC 110 Fahrprogramm 2 Jungheinrich EJC 110 Fahrprogramm 3 0,67 0,7 Durchschnitt der getesteten vergleichbaren Elektro- Hochhubwagen 3,24 Durchschnitt der getesteten vergleichbaren Elektro- Hochhubwagen 0,87 ler konzipiert ist, welche Leistungen er erbringt und wie er sich von seinem „großen Bruder“ dem EJC 110 unterscheidet, zeigt unser Test. UNTERSCHIEDE UND ÜBEREINSTIMMUNGEN Quelle: Andersom Testing/f+h 03 04 Beide Testkandidaten haben eine Hubhöhe von 2 500 mm, was für Tätigkeiten, die eine ergonomische Arbeitshöhe verlangen, praktisch ist Zu den Teststaplern Jungheinrich EJC M10 Jungheinrich EJC 110 Tragfähigkeit [kg] 1 000 1 000 Batteriekapazität [V/Ah] 24/88 24/150 AC oder DC AC AC Integriertes Ladegerät Ja Ja Entriegelung Schlüssel Schlüssel Verschiedene Nein Ja Einstellungen L2-Abmessung [mm] 535 672 Gewicht [kg] 598 750 Hubhöhe [mm] 2 500 2 500 Masthöhe (eingefahren) 1 665 1 950 [mm] Arbeitsgangbreite [mm] 2 136 2 283 Fahrmotor [kW] 0,6 1 Hubmotor [kW] 2,2 1,7 Unsere Testkandidaten haben jeweils eine Tragfähigkeit von 1 000 kg und sind mit einem Duplex-Hubmast mit einer Hubhöhe von 2 500 mm ausgestattet. Beide Flurförderzeuge verfügen über eine dezentral (links) angeordnete Deichsel und ein integriertes Ladegerät für eine 230-V-Steckdose, wenngleich dies für den EJC 110 eine Zusatzoption ist. Bei allen Gemeinsamkeiten erkennt man dennoch auf den ersten Blick, dass es sich beim EJC M10 um ein eigenständiges Produkt handelt. Der Hochhubwagen ist kompakter gebaut, was sich vor allem im kürzeren L2-Maß und einer niedrigeren Schutzhaube, unter der sich die Technik verbirgt, äußert. Der M10 wurde als wirtschaftliche Alternative zum EJC 110 für einen Einsatz unter nicht allzu schweren Bedingungen entwickelt. Die technischen Daten bestätigen dies: Der M10 wiegt 152 kg weniger als der EJC 110, wobei diese Differenz nicht ausschließlich auf die andere Batterietechnik, die der „Kleine“ an Bord hat, zurückzuführen ist. Auch das Chassis, der Hubmast, die Gabel sowie die Schutzhaube und die Deichsel bringen ein geringeres Gewicht auf die Waage. Die wartungsfreien Gelbatterien sind gut durchdacht positioniert, was die Kompaktheit des Fahrzeugs erst möglich macht. Beim EJC 110 ist eine herkömmliche Bleisäurebatterie der dominierende Faktor in Bezug auf Maße und Proportion des Flurförderzeugs − eine Lithium-Ionen-Batterie ist optional verfügbar. LEISTUNGEN UND VERBRAUCH Aus den uns vorliegenden technischen Daten folgern wir zunächst, dass sowohl das Fahren als auch das Heben beim M10 etwas ruhiger vonstattengeht, als beim EJC 110. Während unseren Messungen können wir dies teilweise bestätigen: Im Vergleich zu seinem großen Bruder fährt und beschleunigt der M10 messbar langsamer, führt aber die Hubbewegungen schneller aus. Der Grund dafür ist der 2,2-kW-Hubmotor − der EJC 110 muss mit einem 1,7-kW-Hubantrieb auskommen. Beim Absenken mit und ohne Last schneidet 76 f+h 2018/01-02 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME 05 06 WERTUNG + Kompakte Konstruktion + Problemlose Handhabung + Gute Sicht auf die Gabelspitzen – Senkgeschwindigkeit mit und ohne Last – Etwas grober Lauf des Fahrmotors – Antrieb bei schwerer Last 05 Der EJC M10 ist mit einem integrierten Ladegerät ausgerüstet − die Batteriestandanzeige und die Ablagemöglichkeiten auf der Abdeckkappe sind schlicht, aber zweckmäßig 06 Der EJC 110 bietet mehr Stauraum, ein optionales Farbdisplay mit drei Fahrprogrammen und ein praktisches Ablagefach für Papiere allerdings der „Große“ besser ab. Die Senkgeschwindigkeit beim M10 fällt dagegen um 50 Prozent geringer aus. Bei den Leistungsmessungen stellen wir fest, dass sich mit dem EJC 110 immerhin 28 Prozent mehr Paletten pro Stunde umschlagen lassen, als dies mit seinem kleineren Kontrahenten möglich ist. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da der neue Hochhubwagen kein „ungestümes Produktionsmittel“ sein soll, sondern eher ein praktischer Helfer. In dem vom Hersteller anvisierten unteren Leistungssegment sind eher niedrige Kosten und der Nutzungskomfort die ausschlaggebenden Beschaffungskriterien. Betrachten wir den Energieverbrauch, ergeben sich bei beiden Geräten vergleichbare Messwerte, wobei zu beachten ist, dass der M10 für die zu bewältigenden Aufgaben jeweils mehr Zeit benötigt. Unter dieser Betrachtung ist der errechnete Energieverbrauch pro Palette beim größeren und stärkeren EJC 110 um zehn bis 15 Prozent geringer − je nach gewähltem Fahrprogramm. Variationen im Fahrprogramm sind allerdings nur in Verbindung mit dem optionalen Farbdisplay möglich. Wenn wir die Leistungsdaten beider Flurförderzeuge mit den Durchschnittswerten der bisher von uns getesteten Geräte im gleichen Leistungssegment vergleichen, dann können beide Jungheinrich-Geräte mit einem geringeren Energieverbrauch punkten. Bei der Produktivität liegt der EJC 110 über dem Durchschnitt, der M10 bleibt darunter. BEDIENUNG Wie bereits erwähnt, sind Hochhubwagen keine „Arbeitstiere“. Es zählt der Nutzungskomfort, wobei der M10 diesbezüglich seine Vorzüge hat. Neben den kompakten Abmessungen ist die Sicht auf die Gabelspitzen besser und die Batterie „pflegeleichter“ als beim großen Bruder. Das Aufladen der Batterie ist bei beiden Testkandidaten problemlos über das normale Stromnetz möglich. Aufgrund der geringeren Batteriekapazität muss der M10 allerdings etwas häufiger an die Ladestation. Was die praktische Einsatzdauer betrifft, liegt der kompakte Hochhubwagen bei etwa vier Stunden und 50 Minuten, was i. d. R. ausreichend ist. Steht ein längerer Einsatz an, besteht auch kein Grund zur Sorge − das Aufladen ist jederzeit problemlos möglich. Der EJC 110 ist in allen Bewegungen etwas geschmeidiger und mit weniger Fahrgeräuschen unterwegs. Bei der Handhabung fühlt sich das Flurförderzeug kraftvoller an, die Anzahl der umgeschlagenen Paletten pro Zeiteinheit ist größer und der Stauraum für das Unterbringen von Arbeitsutensilien im Bereich der Schutzhaube komfortabler. Der EJC 110 wartet mit drei verschiedenen Fahrprogramme auf − von extra kraftvoll bis sehr behutsam. Aufgrund der Bauweise ist das Gerät für robuste Einsatzbedingungen, wie sie im industriellen Umfeld an der Tagesordnung sind, besser ausgelegt. Auch scheint uns der Antrieb bei der Handhabung schwerer Lasten optimaler konzipiert zu sein als beim M10, bei dem das Antriebsrad bei solchen Einsätzen ab und zu durchdreht. Welche Anforderung der Betreiber bezüglich Hubwagen auch stellt, der Hersteller verfügt aus unserer Sicht über ein entsprechend breites, seriöses Portfolio. Unter dieser Betrachtung ist die Ergänzung des Angebots um einen preisgünstigeren Elektro-Hochhubwagen für die genannten Einsatzbedingungen, der durch Kompaktheit, Vielseitigkeit und problemlose Handhabung überzeugt, konsequent. Wer mehr investieren will und den Einsatz im industriellen Umfeld im Blick hat, setzt dann eher auf den leistungsstärkeren großen Bruder. Text und Fotos: Theo Egberts, Mark Dohmen, Andersom Testing Grafiken: VFV, Sonja Schirmer Umgeschlagene Paletten pro Stunde Jungheinrich EJC M10 23,41 Jungheinrich EJC 110 Fahrprogramm 2 29,57 Jungheinrich EJC 110 Fahrprogramm 3 30,06 Durchschnitt der getesteten vergleichbaren Elektro-Hochhubwagen 27,27 www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/01-02 77

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