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f+h fördern und heben 1-2/2018

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f+h fördern und heben 1-2/2018

1948 1938 1962

1948 1938 1962 Firmengründung als „Karl H. Bartels“ in Hamburg Herstellung von Hebelrollern und Rollplatten Eintritt von Bernd Bartels in das Unternehmen Markteinführung des Kragarmregals 1938 1948 1959 1962 VON DER ROLLPLATTFORM ZUM SCHWERLASTREGAL Gut 500 Seiten ist er dick: der Hauptkatalog der Karl H. Bartels GmbH. Inhalt: 7 000 Artikel für Lager und Logistik – das komplette Sortiment umfasst etwa 30 000 Artikel. Vom maßgeschneiderten Schwerlastregal, über Kipper, Treppensteiger und andere Handlingsysteme bis hin zu Behältern liefert das Unternehmen alles aus einer Hand. Wer heute ein Lager ausstattet, kommt an Bartels kaum vorbei. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Am 15. Februar 1938 in Hamburg unter dem Firmennamen „Karl H. Bartels“ gegründet, lieferte Firmengründer und Namensgeber Karl Gustav Heinrich Bartels während des Zweiten Weltkrieges zunächst Rettungsmittel, um Verschüttete zu befreien. Nach Ende des Krieges begann er dann in einer kleinen Werkstatt, alte Stahlfeilen zu schärfen. „In den ersten Jahren nach Kriegsende gab es kaum Materialien, die zu irgendwel- chen Fertigungszwecken zu erhalten waren“, erinnert sich sein Sohn Bernd Bartels. „Aus dieser Notsituation entstand die Idee, verrostetes Werkzeug wieder arbeitsgerecht herzustellen.“ Erst später orientierte sich Karl Bartels Richtung Logistik. Er entwickelte das patentierte Transportsystem der Hebelroller und Rollplattformen, das seit 1948 produziert wird und bis heute zum Sortiment zählt. Schnell entwickelte sich das System zum Erfolg. Der Unternehmer konzentrierte sich nun voll und ganz auf die Produktion innerbetrieblicher Transportgeräte und ließ eine Umfirmierung in „Karl H. Bartels Transportgeräte- und Behälterbau“ im Handelsregister vornehmen. 1948 zog das prosperierende Unternehmen vor die Tore der Hansestadt nach Schenefeld. Bartels hatte ein etwa 10 000 m² großes Areal erworben, auf dem ein ca. 300 m² großes Fabrikgebäude aus dem Jahre 1894 stand. „Es hatte bereits ein Lager von Verpackungen, eine Fischverarbeitungsfirma sowie ein Produktionsunternehmen für Filter beherbergt und war etwas windschief“, so Bernd Bartels. Karl Bartels zog mit seiner sechsköpfigen Familie in eine kleine Notwohnung, die dem Fabrikgebäude vorgebaut war. „Für uns Kinder war das weitläufige Areal ein Paradies. Es gab einige alte Obstbäume, Beerensträucher und viel Brachland, das zu Gemüsegarten und Kartoffelacker umfunktioniert wurde“, erinnert sich der Sohn des Firmengründers, der 1959 in das Familienunternehmen eintrat und die Geschäftsführung später übernahm. Im Laufe der Jahrzehnte ließ man das Firmengebäude sukzessive erweitern, sodass 78 f+h 2018/01-02 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME Herausgabe des ersten Katalogs für den Vertrieb im Außendienst Einführung des Roll-Aus-Regals in Deutschland Umzug nach Horst bei Elmshorn Übernahme der Geschäftsführung durch Sebastian Krayenborg 1968 1981 2005 2013 1968 2005 1981 am Ende des alten Jahrtausends das ganze Areal bebaut war − allerdings präsentierten sich die Gebäude dann schon nicht mehr zeitgemäß und sahen etwas „verschachtelt“ aus. So wurde in Horst bei Elmshorn schließlich ein Neubau geplant, der seit 2005 bei kleinerer Fläche eine schlankere Produktion ermöglicht. „Verwaltung und Produktion sind in einem Gebäude untergebracht“, erläutert Sebastian Krayenborg, seit 2013 Geschäftsführer der Karl H. Bartels GmbH. Auch die maßgeschneiderten Schwerlastregale, seit Jahrzehnten Bartels´ Aushängeschild, entstehen hier. „Die Regale werden im Büro konstruiert, in der Produktionshalle geschweißt, lackiert und aufgebaut und einen Tag später bereits zum Kunden transportiert.“ Das Unternehmen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, mit Maßanfertigungen flexibel auf Sonderwünsche zu reagieren. Jedes Regal wird individuell für den jeweiligen Kunden gefertigt und an dessen Bedürfnisse angepasst. „Unser Roll-Aus-Regal haben wir in drei oder zwölf Metern Länge gebaut, aber auch schon für 70 Meter langes Gut mit einer Gesamttragfähigkeit von 96 Tonnen“, so Krayenborg. Bei Bedarf werden die Regalsysteme weiterentwickelt. Bartels- Regale stehen an Produktionsstraßen, aber auch in Materiallagern und bei Logistik-Unternehmen. Neben den Regalen bilden Treppensteiger und andere Handlingsysteme ein weiteres wichtiges Standbein. Bereits seit 1967 geht Bartels hierfür Vertriebspartnerschaften mit Unternehmen aus aller Welt ein, schaut sich ständig international nach den besten Produkten um. Das Thema Generationenwechsel, in vielen Familienunternehmen Prüfstein, meisterte Bartels in 80 Jahren gleich mehrfach, obgleich das Schicksal eine besondere Herausforderung bereithielt. 1998 traten Bernd Bartels´ Söhne in die Geschäftsführung ein, 2003 wurde Thomas Bartels alleiniger Geschäftsführer der GmbH. Er stemmte den Umzug des Unternehmens nach Horst und stellte mit der Einführung des Online-Shops die Weichen für die Zukunft. Im August 2012 starb er jedoch völlig unerwartet, sodass die Geschäftsleitung früher aus der Familie ausgelagert wurde als ursprünglich geplant. Die Geschäftsführung wurde an Krayenborg übertragen, der zuvor bereits sieben Jahre lang Leiter der Technik war und die Besonderheiten des Unternehmens entsprechend gut kannte. Heute ist Bartels erfolgreicher denn je. Für Krayenborg ist es eine besondere Herausforderung, das Familienunternehmen in die Zukunft zu führen: „Ich spüre eine Verpflichtung, das Unternehmen im Sinne des Gründers zu gestalten und weiterzuentwickeln. Bartels ist ein Familienunternehmen mit reicher Tradition. Diese gilt es zu pflegen und gleichzeitig das Unternehmen immer wieder innovativ voranzubringen.“ Fotos: Karl H. Bartels www.bartels-germany.de www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/01-02 79

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