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f+h fördern und heben 1-2/2019

f+h fördern und heben 1-2/2019

PERSPEKTIVEN DEN

PERSPEKTIVEN DEN DATENSCHATZ HEBEN Die Logistik muss ihre Lieferketten digitalisieren. Das Ziel: Warenbewegungen in Echtzeit über die Supply Chain hinweg verfolgen. Möglich machen dies Daten aus dem Internet der Dinge. SAP und die Telekom kooperieren und verzahnen digitalisierte Lieferketten mit ERP-Systemen. Rund 92 Milliarden Tonnen Fracht werden es bis 2024 sein, 2015 waren es noch 55 Milliarden. So lautet die Prognose von Transparency Market Research aus dem Jahr 2017. Die Gründe für das weltweit rasante Wachstum sind steigende Exporte und der florierende Online-Handel. Allein in Deutschland kaufen laut Statistischem Bundesamt mehr als 47 Millionen Menschen im Internet ein. Ob Zahnbürsten, Bücher oder Kopfschmerztabletten, immer mehr und immer kleinere Pakete sind in der Folge unterwegs. Hinzu kommt: Online-Käufer erwarten noch vor dem letzten Klick eine möglichst genaue Zusage, wann ihre Bestellung eintrifft. Laut einer im Jahr 2015 unter 3 000 Verbrauchern europaweit durchgeführten Studie von Metapack, Anbieter von Versandlösungen, hat schon jeder Zweite eine Bestellung im Web-Shop abgebrochen, wenn der Liefertermin nicht den Erwartungen entsprach. IMMER MEHR UND SCHNELLER LIEFERN Immer mehr Fracht möglichst schnell und termingerecht zu liefern, das ist aktuell die zentrale Herausforderung der Branche. Die Lö- sung ist die digitalisierte Lieferkette, so der Deutsche Speditionsund Logistikverband (DSLV). Sonst sind, so der DSLV weiter, künftig Engpässe zu befürchten und in der Konsequenz könnten internationale Warenströme an Deutschland vorbeifließen. Welche Entwicklungen die Branche zurzeit umtreiben und mit welchen Strategien in Logistik und Supply Chain Management sie reagiert, hat der Bundesverband Logistik (BVL) untersucht: Die Befragung unter 1 350 Logistikexperten hat 15 Trends identifiziert. Ganz oben auf der Agenda der Branche stehen Kostendruck und die Komplexität der Logistikketten. Als höchst relevant erachten die Betriebe daher die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Wertschöpfungsketten sollen dadurch transparenter und Prozesse und Partner stärker vernetzt werden. Weitere Treiber: Die Branche will datengetriebene Prognosen nutzen und mit Sensoren z. B. Warenbewegungen erfassen, um Prozesse zu optimieren und Kosten zu sparen. TRANSPARENZ FÜR ALLE PARTNER So suchen die Transport- und Frachtunternehmen nach Möglichkeiten, um Lieferketten und alle vor- und nachgelagerten Abläufe digital abzubilden. Daten sollen über die komplette Supply Chain hinweg fließen und reale Prozesse in Echtzeit überwachen. Wo das übergreifend gelingt, lassen sich Probleme aus der Ferne frühzeitig erkennen und die Termintreue von Lieferungen steigern. So geben rd. 60 Prozent der vom BVL befragten an, dass ihnen aktuell die Daten fehlen, um Probleme in der Lieferkette rechtzeitig zu erkennen. Gleichzeitig wäre ein Drittel bereit, Informationen mit Partnern in der Supply Chain zu teilen, um Verzögerungen und Ineffizienzen zu verhindern. Denn: Melden Sensoren Positionen und Zustände jeder Schiffsund Lkw-Ladung oder sogar einzelner Pakete, lässt sich die Logis- 8 f+h 2019/01-02 www.foerdern-und-heben.de

01 02 Sie schätzen Qualität? Wir auch … 01 + 02 Informationen mit Partnern in der Supply Chain zu teilen, hilft dabei, Prozesse in Echtzeit überwachen, Ankunftszeiten vorauszuberechnen und Routen zu optimieren tikkette vom Start weg übergreifend überwachen. Im Falle des Falles können Unternehmen rechtzeitig gegensteuern. Dies funktioniert über digitale Prozesse, indem z. B. Echtzeitdaten in S/4Hana und die entsprechenden Workflows eingebettet werden. Darüber hinaus lassen sich die Echtzeitdaten nutzen, um sie mit kaufmännischen Transaktionen in Systemen für ERP, Warehouse Management (WM) und Supply Chain Management zu verbinden. Ein Beispiel: Rollt eine Materiallieferung vom Hof, stoßen die zugehörigen Daten aus dem Internet der Dinge (IoT) sofort den Rechnungsprozess an und das WM-System aktualisiert den Vorrat. So automatisiert lassen sich viele Prozesse in Unternehmen schneller und kostengünstiger abwickeln. SAP UND TELEKOM KOOPERIEREN Eine mögliche Lösung, um Lieferketten zu digitalisieren und mit den Unternehmensprozessen zu verbinden, haben SAP und die Telekom im vergangenen Jahr vorgestellt. Beide Anbieter haben Schnittstellen für den Datenaustausch zwischen den IoT-Plattformen der Telekom und der SAP-Cloud-Plattform entwickelt und zertifiziert. So können Anwender Warenbewegungen über das IoT verfolgen und die Live-Daten in ihre ERP-Systeme integrieren: Lieferungen bleiben jederzeit im Blick, Ankunftszeiten lassen sich vorausberechnen und Routen optimieren, um Treibstoff zu sparen. Die dafür nötige Datenbasis liefert der Telekom-Partner Roambee. Das Start-up aus dem Silicon Valley hat verschiedene Hardware-Modelle für unterschiedliche Logistikanwendungen im Portfolio. Die Beefleets können ihren Standort bestimmen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen und Erschütterungen erkennen. Über die Diagnoseschnittstelle OBD II lassen sie sich im Fahrzeug installieren. Container und Trailer im Blick behalten die Bees. Sie sind kompakter als die Beefleets und magnetisch zu befestigen oder einer Lieferung beizulegen. Für einzelne Pakete eigenen sich die Beebeacons, die via Bluetooth Low Energy mit den Bees kommunizieren und so automatisch Verladevorgänge oder Transportlisten dokumentieren. Als Datentreuhänder konsolidiert die Telekom die IoT-Daten auf Plattformen, sorgt für Schutz und Sicherheit und integriert sie in SAP-Applikationen wie Vehicle Insights, Global Track and Trace oder Connected Goods. Die Lösung arbeitet auch mit SAP S/4Hana zusammen. Mit der Business Suite der nächsten Generation lassen sich Durchlaufzeiten beschleunigen und Kennzahlen in Echtzeit verarbeiten. Von der Buchhaltung bis zum Zentrallager arbeiten alle Abteilungen mit Live- Daten, sodass Unternehmen schneller auf Schwankungen reagieren und auf dem Markt agieren können. Die Walldorfer unterstützen Unternehmen der Logistikbranche mit Lösungen, um ihre Lieferketten zu digitalisieren. Die Telekom stellt SAP S/4Hana und die In-Memory-Datenbank Hana als Dynamic Services aus der Public oder Private Cloud bereit. IT-Ressourcen lassen sich hier bedarfsgerecht buchen und abrechnen. Fotos: Telekom www.cloud.telekom.de/de/software/sap-mittelstand Fachbodenregale Palettenregale Kragarmregale dynamische Regale Systembühnen Konzeption, Fertigung & Realisierung – alles aus einer Hand! Testen Sie unseren Online- Konfigurator META Calc: www.meta-online.com Wir freuen uns auf Ihren Besuch: 19.–21.02.2019 Messe Stuttgart Halle 1 · Stand H01 + H05

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