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f+h fördern und heben 1-2/2020

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f+h fördern und heben 1-2/2020

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME VIELE WEGE FÜHREN NACH ROM: VERSCHIEDENE VERFAHREN DER FTS-NAVIGATION Am Markt werden verschiedene Technologien angeboten, um ein Fahrerloses Transportfahrzeug an sein Ziel zu navigieren. Entscheidend dabei ist immer die jeweilige Applikation – das heißt die Frage, wo und wie das jeweilige Fahrzeug eingesetzt wird. Matthias Göhner, Corporate Industry Manager Intralogistics der Leuze Electronic GmbH, zeigt im Folgenden verschiedene Verfahren und Technologien der FTS-Navigation auf. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der FTS-Navigation reichen von der Kontur-Navigation (Natural Navigation) über die Navigation mit Laser-Radar, optische oder induktive Spurführung bis hin zur Raster-Navigation. Welche Technik zum Einsatz kommt, hängt vor allem von der Applikation ab. Ein weiteres Entscheidungskriterium ist die Kategorie der Fahrerlosen Transportfahrzeuge. Durch ihren Aufbau eignen sich Unterfahr-FTF z. B. nicht für die Navigation mit Laser-Radar. KONTUR-NAVIGATION: TECHNISCH AUFWENDIG Die Kontur-Navigation ist im angelsächsischen Sprachraum auch unter Natural Navigation bekannt. Hierbei handelt es sich um die technisch aufwendigsten Navigationssysteme, die jedoch vorteilhaft in Sachen Flexibilität und Genauigkeit sind. Muss der Fahrweg kurzfristig verändert werden, kann dies bei der Kontur-Navigation einfach und schnell durch einen Mausklick in der übergeordneten Software, dem Flottenmanagement, geschehen. Da der 32 f+h 2020/01-02 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME MATTHIAS GÖHNER, CORPORATE INDUSTRY MANAGER INTRALOGISTICS DER LEUZE ELECTRONIC Welche Technik zum Einsatz kommt, hängt immer von der jeweiligen Applikation ab OPTISCHE UND INDUKTIVE SPURFÜHRUNG Kamerabasierte Positionierungssensoren ermöglichen eine optische Spurführung Sensor am FTF vielfach in geringem Abstand zum Hallenboden angebracht ist, eignet sich diese Navigationsvariante für automatische Schlepper, ebenso für Unterfahr- oder Huckepack-FTF. Für diese Art der Navigation bedarf es keiner weiteren Hilfsmittel wie Reflektoren, optische oder magnetische Spuren sowie Markierungen oder Codes. LASER-RADAR: OPTISCHE VERBINDUNG NÖTIG Das Navigieren per Laser-Radar ist ähnlich flexibel wie die Kontur- Navigation. Diese Navigationsvariante benötigt aber immer eine zusätzliche optische Verbindung des Sensors zu den Reflektoren. Aus diesem Grund muss der Sensor am FTF so weit oben angebracht werden, dass dieser jederzeit freie Sicht auf die Reflektoren hat. Wird die Verbindung zu den Reflektoren unterbrochen, z. B. beim Einfahren in einen Regalgang, muss das Flurförderzeug auf eine andere Art der Navigation umschalten. Dadurch wird ggf. die Flexibilität eingeschränkt. Die optische und induktive Spurführung sind i. d. R. einfache Systeme, welche einer fest vorgegebenen Spur folgen. Dadurch sind sie in ihrer Flexibilität stark eingeschränkt. Da der Sensor am FTF mit geringem Abstand zum Hallenboden angebracht wird, ist solch eine Art der Navigation vom gewählten Fahrzeugtyp unabhängig. RASTER-NAVIGATION: FÜR SAUBERE UNTERLAGEN GEEIGNET Bei der Raster-Navigation werden in einem vorgegebenen Raster Informationen wie 2D-Codes oder Transponder auf oder in die Fahrbahn eingelassen. Mithilfe der beim Überfahren der einzelnen Rasterpunkte ermittelten Informationen – bei einem 2D-Code sind das z. B. Codeinformation und Lesewinkel – kann das FTF zwischen den einzelnen Rasterpunkten navigieren und somit jeden vorgegebenen Punkt innerhalb des Rasters anfahren. Diese Art der Navigation eignet sich vor allem für saubere und wenig beanspruchte Unterlagen. Ein generelle Bewertung und Empfehlung für die geeignete Navigationsvariante lässt sich nur in Zusammenhang mit der Funktion des Fahrzeugs innerhalb der jeweiligen Applikation treffen. Aktuell zeichnet sich jedoch ein Trend in Richtung Kontur-Navigation mit integrierter Sicherheitsfunktion ab. Fotos: Leuze www.leuze.com www.foerdern-und-heben.de f+h 2020/01-02 33

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