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f+h fördern und heben 1-2/2021

f+h fördern und heben 1-2/2021

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME GIESSWEIN WALKWAREN OPTIMIERT MIT AUTOSTORE-ANLAGE INNERBETRIEBLICHE ABLÄUFE Der wirtschaftliche Erfolg der Giesswein Walkwaren AG blieb nicht ohne Konsequenzen für die innerbetriebliche Logistik. Die damit verbundenen Herausforderungen löste der Bekleidungshersteller mit der Integration einer Autostore-Anlage in seine Prozesse. Projektpartner war die Hörmann Logistik GmbH, München. Die Giesswein Walkwaren AG ist ein Familienunternehmen in dritter Generation. Aus handverlesener Wolle in traditioneller Qualität werden in der eigenen Fertigung nachhaltige und funktionelle Kleidungsstücke und Schuhe hergestellt. Mit Know-how und einem ganzheitlichen Ansatz hat sich das Unternehmen zu Europas führendem Hersteller von Bekleidung entwickelt, die vollständig aus Schurwolle besteht. Am Standort in Brixlegg/Österreich nutzt der Bekleidungshersteller seit Juli 2020 eine Autostore-Anlage. Mit der Investition wurde eine Antwort auf die Herausforderungen gegeben, die aus dem wachsenden Onlineshop-Geschäft und dem stationären Handel resultieren. „Wir haben nach einem effizienten automatischen Lagersystem für Fertigwaren gesucht, das sich problemlos in unser Bestandsgebäude mit einer Deckenhöhe von 4,6 Meter integrieren lässt. Mit diesen Vorgaben haben wir die Hörmann Logistik GmbH konfrontiert. Als Lösungsvorschlag offerierte uns das Team des Autostore- 16 f+h 2021/01-02 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME 01 02 Distributionspartners eine exakt auf unsere Belange konfigurierte Autostore-Anlage. Zudem überzeugte uns die einfache potenzielle Erweiterungsmöglichkeit im Falle einer Kapazitätssteigerung“, nennt Markus Giesswein, Inhaber der Giesswein Walkwaren AG, die ausschlaggebenden Gründe für das realisierte System. TEAMWORK FÜHRT ZUM ERFOLG Um das System auf die Anforderungen auszulegen, fanden zunächst gemeinsame Planungsgespräche und mehrere Anlagensimulationen mit realen Daten statt. Diese Projektphasen führten zu MIT DER SKALIERBAREN ANLAGE IST DER BETREIBER ZUKUNFTS- SICHER AUFGESTELLT einer Autostore-Systemkonfiguration mit 34 Robotern und 17 500 Behältern im Standardformat (649 × 449 × 330 mm – L × B × H) mit jeweils einer Zuladung von ca. 30 kg. Mithilfe von Trenneinlagen lassen sich die Behälter flexibel unterteilen. Um die Leistungsvorgaben von 200 Einlagerungen und 1 300 Auslagerungen pro Stunde zu erreichen, wurden vorerst fünf Carousel- und drei Conveyor-Arbeitsplatzmodule vorgesehen. Die Erweiterung um ein zusätzliches Carousel-Arbeitsplatzmodul ist in der Anlagenkonzeption bereits vorgesehen. Prinzipiell sind alle Arbeitsplätze so ausgestattet, dass jederzeit Waren vereinnahmt oder kommissioniert werden kann. Die Andienung der Eingangswaren am Arbeitsplatz geschieht durch das Lagerpersonal. Über den Behälterstapeln, die direkt auf dem Hallenboden stehen, ist ein Single-Double-Grid-Fahrschienensystem (Abmessungen: 26,1 × 30,4 × 4,2 m – L × B × H) montiert, auf dem die batte- 01 Die Autostore-Anlage ließ sich problemlos in die vorhandene Halle integrieren. Links im Bild sind einige der Ladestationen für die Roboter zu sehen 02 Die Arbeitsstationen sind so aufgebaut, dass sie sich für die Warenvereinnahmung und Kommissionierung nutzen lassen riebetriebenen, autonomen Roboter für das Handling der Ladungsträger zuständig sind. Die Roboter nehmen kooperativ Behälter auf, sortieren sie bei Bedarf um und dienen diese an den Carousel-Ports an. Die Roboter können sich durch ihre vier, über Eck angeordneten Räderpaare in zwei Richtungen bewegen und erreichen so jede Position im Raster. Sie kommunizieren über WLAN mit der Autostore- Steuerung, die die Transportaufträge an die einzelnen Roboter vergibt. Bei geringer Auftragslast oder zu geringer Batteriekapazität fahren die Roboter selbstständig zu einer, von 32 am Rand des Grids befindlichen, Ladestationen. Die Autostore-Steuerung ist auf der angebundenen Serviceplattform untergebracht. Für die Kommissionierung von Artikeln können der Autostore- Anlage komplette Kommissionieraufträge (Taskgroup) mit den einzelnen Kommissionierpositionen (Task) übergeben werden. Bei einem Vorlauf von 30 Minuten sorgt Autostore mit seinen integrierten Optimierungsalgorithmen für Effektivität bei der Abarbeitung der Aufträge. Die zusammengehörigen Positionen werden im Versandkarton abgelegt, dazu ist der Karton mit einem Barcode versehen, der mit der Versandauftragsnummer „verheiratet“ wird. In einer zweiten Baustufe ist die fördertechnische Anbindung der Kommissionierarbeitsplätze an den Warenausgang vorgesehen. Fotos: Hörmann Logistik www.hoermann-logistik.de www.foerdern-und-heben.de f+h 2021/01-02 17

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