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f+h fördern und heben 10/2016

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LAGER I TITEL

LAGER I TITEL Langfristige Partnerschaft SSI Schäfer realisiert drei Logistikzentren für Boticário-Gruppe Mit der Realisierung von drei Großprojekten in Brasilien hat SSI Schäfer die Effizienz der Intralogistik und die Servicequalität der Boticário- Gruppe, eines der weltgrößten Kosmetik-Franchiseunternehmen, in den vergangenen drei Jahren auf ein zukunftsfähiges Niveau gehoben. 90 000 Palettenstellplätze, neue Hard- und Software-Komponenten, intelligente Materialflüsse und ein zuverlässiges Projektmanagement bilden die Grundlage der Partnerschaft. Lesen Sie mehr. Die 1977 aus einer kleinen Apotheke (portugiesisch „O Boticário“) erwachsene Boticário-Gruppe ist eines der größten Kosmetik-Franchiseunternehmen der Welt. Das Sortiment des Unternehmens umfasst ca. 500 verschiedene Artikel der Körperund Gesichtspflege sowie Makeup und Haarpflege. Zu der Kette gehören rd. 3 000 Geschäfte für Schönheitsprodukte und Parfüms in Brasilien. Darüber hinaus ist die Firmengruppe in acht anderen Ländern vertreten. SSI Schäfer realisierte für das Unternehmen an den Standorten São Gonçalo dos Campos, São José dos Pinhais und Camaçari drei Großprojekte, welche die Effizienz der Boticário-Gruppe seitdem erhöht haben. Die Franchise-Läden im Norden und Nordosten Brasiliens werden aus dem neuen Verteilzentrum in São Gonçalo dos Campos an der Peripherie des brasilianischen Regenwaldes im Bundesstaat Bahia beliefert. „São Gonçalo bildet den Abschluss einer mehrjährigen Zusammenarbeit, in der wir für das Kosmetikunternehmen in Brasilien drei große Lager mit unterschiedlichen Funktionen errichtetet haben. Die Anlage in São Gonçalo – hier herrschen Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 Prozent – stellte uns dabei vor physische und logistische Herausforderungen. Doch in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Betreiber konnten wir diese meistern“, erklärt Dieter Gelowicz, zuständiger Projektleiter von SSI Schäfer. 250 km im Landesinneren errichtete das Intralogistikunternehmen für die Boticário- Gruppe ein Distributionszentrum mit Förder- und Kommissioniertechnik. 180 Container Stahl mussten dafür auf die Baustelle transportiert werden. Vor Ort selbst stand anfangs kein Strom und kein fließend Wasser zur Verfügung. „Trotz der Extrembedingungen konnten wir einen zuverlässigen Projektverlauf sichern und die Anlage Anfang des Jahres termingerecht übergeben“, berichtet Gelowicz. 30 m ragt das 4-gassige Hochregallager vor dem Kommissionierbereich des Verteilzentrums in die Höhe. Auf ca. 20 000 Lagerplätzen werden dort die Paletten mit Fertigprodukten aus dem Produktionszentrum im ca. 100 km entfernten Camaçari konsolidiert und für die Auftragskommissionierung ausgelagert. Die täglichen Anlieferungen durchlaufen eine automatische Wareneingangskontrolle und gelangen mithilfe einer Palettenfördertechnik in das Hochregallager. Dort lagern vier Regalbediengeräte die sortenreinen Paletten nach Vorgabe 20 f+h 10/2016

Höhensicherung Hebetechnik Ladungssicherung Safety Management Magnum-X extrem kompakte und robuste Rundschlinge www.spanset.de 01 Die Logistiksoftware sorgt im Verteilzentrum in São Gonçalo dos Campos für effiziente und transparente Prozesse der Logistiksoftware Wamas von SSI Schäfer doppelttief ein (Bild 01). Dabei sorgt die Software nach definierten Kriterien für eine optimale Verteilung der Paletten: Die Ladungsträger werden auf Stellplätze delegiert, von denen aus sie sich im späteren Prozess am effizientesten den angebundenen Kommissionierarbeitsplätzen zuführen lassen. Für die Auftragskommissionierung sind zwei unterschiedliche Materialflüsse eingerichtet: Produkte mit hohem Durchsatz werden von den Regalbediengeräten direkt im Hochregal an Stellplätze übergeben, aus denen die Einzelkartons nach Vorgabe von Wamas von der gegenüberliegenden Stellplatzseite über das „Pick to Belt“-System kommissioniert werden. In sechs Kommissioniergängen auf zwei Ebenen sind dafür 1 300 Palettenstellplätze in der Regalanlage vorhanden (Bild 02). Die Auftragskommissionierung geschieht zweistufig. Zunächst werden die Kartons von der Palette genommen und mithilfe eines mobilen Druckers etikettiert. Anschließend stellen die Mitarbeiter die Kartonagen auf ein Förderband, das die Kartons einer automatischen Entdeckelungsmaschine zuführt. Die Maschine öffnet die Kartons für den Zugriff auf die Einzelprodukte und leitet sie anschließend an den Kommissionierbereich weiter. Anhand der Label-Informationen führt der Bandförderer die Kartons exakt an den richtigen Kommissionierplatz, wo die Auftragskommissionierung der A-Artikel stattfindet. Für die Mittel- und Langsamdreher der Auftragsfertigung sind vier manuelle Abfertigungsstationen eingerichtet. Sie werden

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