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f+h fördern und heben 10/2016

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LAGER I INTERVIEW Die

LAGER I INTERVIEW Die Entwicklung strukturiert vollzogen Im Gespräch mit Andrea Schulte, Geschäftsführende Gesellschafterin der Schulte Lagertechnik Von den frühen Anfängen bis heute hat das Unternehmen Schulte Lagertechnik aus Sundern einen konsequenten Weg beschritten. Über die einzelnen Stationen von der Gründung im Jahre 1921 bis heute und die Pläne für die Zukunft sprach die Redaktion f+h mit Andrea Schulte, Geschäftsführende Gesellschafterin der Gebrüder Schulte GmbH & Co. KG, Schulte Lagertechnik. Frau Schulte, Ihr Unternehmen Schulte Lagertechnik konnte kürzlich auf sein 95-jähriges Bestehen zurückblicken. Wo lagen im Gründungsjahr 1921 die Wurzeln des Unternehmens? Als mein Großvater das Unternehmen 1921 gründete, trugen wir im Firmennamen den Zusatz Metallwarenfabrik. Bis heute ist der Werkstoff Metall das Ausgangsmaterial für unsere Produkte. Wenngleich natürlich in einer ganz anderen Art. In der Gründerzeit waren Vitragenstangen, Regalen für industrielle Anwendungen vollzog sich dann im Jahre 1982, ab 1989 kamen schließlich Schwerlastregale dazu. Der Bau eines Hochregallagers im Jahr 1999 markierte den Wandel zum Systemhersteller und unseren Einstieg in Großprojekte. Heute verfügen Sie über ein breit gefächertes Produktspektrum, mit dem sich nahezu alle Ansprüche in der modernen Lagertechnik für Industrie und Handel erfüllen lassen. Die Betreiber erwarten heute aber nicht nur das Regal, sondern ein umfassendes Leistungsangebot um das Regal herum. Wie ist Schulte Lagertechnik in diesem Kontext aufgestellt? Ja, das ist richtig. Es geht heute nicht mehr nur um das Kernprodukt Regal. Von uns als Regalhersteller wird in zunehmender Weise auch die entsprechende Planungsund Beratungskompetenz erwartet. Wir beraten den Kunden, schauen uns seine Prozesse an und erarbeiten dann gemeinsam mit ihm die passende Lagerlösung. Besuchen unsere Vertriebstechniker und Ingenieure heute ihre Kunden, gehören CAD-Zeichnungen und neuerdings auch 3D-Visualisierungen quasi zum Handgepäck. Natürlich gehört zu unserem Service, dass wir unserem Kunden alles aus „Das Schaffen innovativer Produkte zur Lösung der Kundenanforderungen ist unser Business“ Logisch: steht für die Logik und die richtige Lösung. Lagern: steht für das Lager und die Erfahrung, die wir in mehr als 50 Jahren Regalproduktion sammeln konnten. In unserer globalen Wirtschaftswelt und aufgrund eines sich stetig ändernden Käuferverhaltens ändern sich auch die Anforderungen der Betreiber. Was bedeutet das für Ihre Produkt- und Innovationspolitik? Als ich vor 25 Jahren in unserem Unternehmen anfing, wurden große Projekte hauptsächlich im Bereich der Palettenregale realisiert. Fachbodenregalanlagen dagegen hatten damals eine eher geringere Bedeutung. Das hat sich aufgrund des weiterhin rasant wachsenden E-Commerce-Markts, gewandelt. So setzen Onlinehandelsunternehmen heute verstärkt auf den Einsatz mehrgeschossiger Fachbodenregalanlagen aus denen heraus eine einfache Kommissionierung und ein flexibles reagieren auf Veränderungen im Käuferverhalten möglich ist. Durch unseren Multiplus-Fachboden mit 25 Millimeter Kantenhöhe können wir hier Vorteile generieren, da wir bis zu 25 Prozent mehr Lagerkapazität auf gleicher Fläche schaffen. Darüber hinaus haben wir die Multiplus-Reihe vielleicht besser bekannt als Gardinenstangen, unser erstes, übrigens auch sehr stark nachgefragtes Produkt. Zierten doch zu dieser Zeit Scheibengardinen, die von den Stangen gehalten wurden, nahezu jedes Fenster. Ein einfaches Metallprodukt, das zunächst im Keller des Familienhauses per Hand von zwei bis drei Mitarbeitern gefertigt wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg haben wir dann die verschiedensten Metallprodukte für den Privatgebrauch hergestellt. Ein Rennerartikel war in den 50er-Jahren der Einkaufsroller, eine Einkaufstasche auf Rädern. Auch in den folgenden Jahren bestimmten Metallprodukte für den Haushalt, zum Beispiel leichte Regale für Vorrat und Keller, weitgehend das Portfolio unseres Unternehmens. Der Wandel hin zu einer Hand anbieten. Also auch die Montage der Regalanlage vornehmen. Zudem bieten wir als weiteren Service einen Lagercheck und Regalinspektionen an. Unter Service verstehen wir aber auch die Schulung unserer Fachhändler in der Schulte Akademie, die wir vor drei Jahren gegründet haben. Das hört sich an wie ein Rundum- Sorglos-Paket und die Basis Ihrer Firmenphilosophie lieber logisch lagern. Was muss sich der Anwender unter diesem Slogan vorstellen? Lieber: steht für die Leidenschaft und Begeisterung mit der mein Team und ich arbeiten. 26 f+h 10/2016

INTERVIEW I LAGER Die Schulte Akademie: Erfahren worauf es fachlich ankommt Im Jahre 2013 gegründet, ist die Schulte Akademie heute fester Bestandteil der strategischen Unternehmensausrichtung. „Wir wollten damals“, so Andrea Schulte, Geschäftsführende Gesellschafterin der Schulte Lagertechnik, „eine Einrichtung schaffen, in der wir unseren Fachhandelspartnern umfassendes Wissen für das Tagesgeschäft vermitteln.“ Vor diesem Hintergrund bietet die Akademie den Handelspartnern des Unternehmens ein umfassendes Seminar- und Schulungsprogramm rund um die Produkte aus dem Schulte-Portfolio und darauf basierenden lagerlogistischen Lösungen für nahezu alle Anwendungsbereiche der Industrie und des Handels. Qualifizierte Referenten, Mitarbeiter von Schulte Lagertechnik und externe Spezialisten, z. B. für die Ausbildung zum Regalprüfer oder für das Verkaufstraining , geben in exakt definierten Schulungseinheiten und praxisnahen Veranstaltungen ihr umfassendes Wissen weiter und erhöhen so die Kompetenzen der Fachhändler in Beratung, Planung und Vertrieb. Allesamt Faktoren, die helfen die Erfolgspotenziale weiter auszubauen. So bietet die Schulte Akademie den Teilnehmern z. B.: n Produktschulungen – Lagertechnik in allen Details. n Händlertagungen – alles Wissenswerte zum erfolgreichen Vertrieb. n Ausbildung zum zertifizierten Regalprüfer. n Schulungen zu Softwaretools – Angebotsoptimierung mit Tools wie dem pCon Planner. Aber nicht nur Fachhandelspartner können vom Veranstaltungsprogramm der Schulte Akademie profitieren. Genutzt wird die Akademie auch für breit gefächerte Weiterbildungsmaßnahmen – von der Produktschulung bis zum Verkaufstraining – der eigenen Mitarbeiter. Eine Tagung, auf der über die Erfahrungen bei der Regalinspektion referiert und diskutiert wird, ergänzt das Akademie-Angebot auf ideale Weise. Und weil es morgen vielleicht schon bessere Argumente gibt als gestern, aktualisieren die Verantwortlichen der Akademie das Schulungs- und Seminarangebot permanent. Quelle: Schulte Lagertechnik um einen Fachboden mit 85 Kilogramm Tragfähigkeit ergänzt, da viele Onlinehändler nur leichte Fachlasten einbringen müssen. Eine Innovation für den Onlinehandel ist sicherlich auch, dass innerhalb der Multiplus-Familie jetzt auch ein Fachboden mit 1 500 Millimeter Länge verfügbar ist. Sie haben soeben den Onlinehandel erwähnt, für den ja ein schnelles und flexibles reagieren auf die Kundenwünsche oberstes Gebot ist. Wie entspricht Ihr Unternehmen den dahinter stehenden Ansprüchen? Damit unsere Kunden ihre Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden einhalten können, sind zum einen eine hohe Lagerverfügbarkeit und eine schnelle Lieferzeit wichtig. Wir haben mittlerweile für Standardprodukte einen 72-Stunden-Lieferservice und bieten unseren Fachhändlern zukünftig ein Tracking-System zur Nachverfolgung unserer Ware an. Die weitere Digitalisierung aller Prozesse in unserem Unternehmen ist ein wichtiger Aspekt in diesem Kontext, an dem wir im Moment intensiv arbeiten. zitäten stärker ausbauen und unsere Planungs- und Beratungskompetenz weiter individualisieren. Mittlerweile ergänzen wir viele Planungen durch eine 3D-Visualisierung beziehungsweise ein Video. Diese Medien helfen, dass der Kunde sich sein neues Lager viel besser vorstellen kann und letztlich seine individuelle Lagerlösung bekommt. Wie wir sagen: lieber logisch lagern. Vielen Dank für das Gespräch Die Fragen stellte Reiner Wesselowski, Herausgeber f+h Fotos: Schulte Lagertechnik www.schulte-lagertechnik.de Bringt man das Gespräch auf den Punkt, so kann die Schlussfrage eigentlich nur lauten: Wo möchten Sie Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren positioniert sehen? Ich sehe hier eigentlich zwei wichtige Entwicklungsrichtungen: Zum einen werden wir in unserem Standardgeschäft die Prozesse immer weiter digitalisieren, sodass sich unsere Vertriebsmitarbeiter noch besser mit den Themen unserer Kunden beschäftigen können. Zum anderen sehen wir im Projekt geschäft, dass die Regalanlagen und Lagersysteme zunehmend größer und komplexer werden. Um für diese Entwicklung noch besser gerüstet zu sein, werden wir unsere Kapa- f+h 10/2016 27 Westphalen+Kann.indd 1 17.10.2012 10:40:04

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