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f+h fördern und heben 10/2017

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f+h fördern und heben 10/2017

MENSCHEN UND MÄRKTE 04

MENSCHEN UND MÄRKTE 04 Hindernisse auf dem Weg zur transparenten Lieferkette 50 %** 59 %** Fehlende Vernetzung mit Lieferanten und Handelspartnern 49 %* 59 %** Kommunikationsprobleme zwischen den beteiligten Partnern 47 %** 52 %** Zeit- und Kostenaufwand für die Implementierung notwendiger Technologien 41 %* 31 %** Fehlende personelle Ressourcen für eine intensivere Arbeit mit Partnern *Unternehmen insgesamt/**Unternehmen > 250 MA Basis: 201 Befragte/Mehrfachnennungen möglich 03 22 % sagen ja! So viele der Befragten verfügen über solch eine komplexe Lieferkette, dass Prozess-Risiken kaum kalkulierbar sind 45 % sagen nein! 33 % wissen nicht! Alle befragten Firmen JAN BIEREWIRTZ, BEREICHSLEITER BUSINESS DEVELOPMENT SCS BEI HERMES GERMANY, HAMBURG Das Wissen um die Möglichkeiten einer transparenten Lieferkette wird in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen Basis: 201 Befragte 14 % sagen ja! 48 % sagen nein! 38 % wissen nicht! Firmen > 250 Mitarbeitern Trotz alledem verfügt nur jedes fünfte Unternehmen über eine digitale Echtzeit-Supply-Chain. Dabei bietet diese die Möglichkeit, problemlos den Lebenszyklus eines Produkts nachvollziehen zu können. Darüber hinaus lohnt eine weitreichende Transparenz der Lieferkette. So können Unternehmen dem Wunsch der Verbraucher nach mehr Information nachkommen. Konsequent umgesetzt führt dies zu einer Verbesserung der Ressourcenplanung, einer gesteigerten Effizienz sowie zur Minimierung von Kosten. Bierewirtz: „Die Unternehmen sollten das Potenzial der technischen Möglichkeiten besser ausnutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ FEHLENDE VERNETZUNG UND KOMMUNIKATIONSPROBLEME Gründe für die schleppende Umsetzung einer transparenten Supply Chain gibt es viele: So gab jeder fünfte Befragte an, dass die Komplexität der Lieferkette so hoch sei, dass die Risiken kaum zu kontrollieren seien. „Hier ist es wichtig, die Unternehmen zurück auf Kurs zu bringen und handlungsfähig zu machen“, so Bierewirtz. Als weitere Hindernisse bei der Implementierung nannte jeder zweite Entscheider die fehlende Vernetzung mit Lieferanten und weiteren Handelspartnern sowie Kommunikationsprobleme mit beteiligten Parteien. So gaben 60 Prozent der Unternehmen an, dass die Nutzung unterschiedlicher IT-Systeme die Zusammenführung von Informationen behindere. Der Zeit- und Kostenaufwand für die Einführung notwendiger Technologien stand mit 47 Prozent auf Platz drei der Transparenz-Hemmnisse. „Die Unternehmen müssen diese Hürden angehen, um langfristig erfolgreich am Markt auftreten zu können“, so Bierewirtz. Logistikexperten wie Hermes Germany unterstützen Unternehmen dabei, Optimierungspotenziale entlang der Supply Chain zu identifizieren und zu nutzen. Mithilfe des Analysetools Scan werden bereits vorhandene Strukturen untersucht und schließlich Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen für die Erhöhung der Transparenz innerhalb der Supply Chain ausgesprochen. Fotos/Grafiken: Fotolia, Hermes www.hermesworld.com 18 f+h 2017/10 www.foerdern-und-heben.de

BVL KONGRESS F+H EXTRA NEUES DENKEN – DIGITALES LEBEN „Faszinierend“ würde der legendäre Mister Spock aus der Kultserie „Raumschiff Enterprise“ konstatieren: in der kürzlich veröffentlichten BVL-Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ schätzen 73 Prozent der Antwortenden die Chancen durch digitale Transformation für ihr Unternehmen als hoch bis sehr hoch ein. Aber mehr als die Hälfte wartet noch ab, bis erprobte Lösungen vorliegen. Dieses Sicherheitsbedürfnis ist menschlich verständlich, aber aufgrund der immensen Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte entwickeln, nicht zeitgemäß. Digitalen Zugang zu Kunden hat nur, wer die Spielregeln des Markts versteht – und daraus resultierende Herausforderungen mit Freude annimmt. Dazu gehört auch der Wandel bisher gelebter Unternehmenskultur: künftig dürfen, ja künftig müssen neue Methoden und Verfahren schrittweise entwickelt werden – es sind sogar Fehler und erneute Versuche der Lösungsfindung zulässig, um den Anschluss nicht zu verlieren. Genau das möchte die BVL mit ihrem Jahresmotto zum Ausdruck bringen „Neues denken – Digitales leben“: Weiterhin den Mut zu Visionen haben, aber dann nicht zaudern, diese Visionen auch in die Realität umzusetzen. Digitalisierung ist ein intelligenter Treiber für Veränderungen. Neue Ideen und Ziele sollen formuliert sowie Geschäftsmodelle und Prozesse entwickelt werden. Der dafür notwendige kulturelle Wandel muss gelernt, geübt und erfahren werden. Dafür gibt es kein Patentrezept, aber konkrete Ansätze. Bewegungsdaten zu teilen, die auf allen Ebenen von Supply Chains entstehen, nutzt allen Beteiligten – sogar über Wertschöpfungsketten hinausgehend, zum Beispiel in finanz- oder volkswirtschaftliche Anwendungen hinein oder für politische Weichenstellungen. Hier können Big-Data-Anwendungen und Expertensysteme neue Erkenntnisse erschließen und Transparenzen schaffen, die in Verkehrsplanungen einfließen und folglich gleichermaßen zur Verbesserung von Lebensqualität sowie zu Verbesserungen der Lieferzuverlässigkeit und zur Erhöhung von Versorgungssicherheit führen können und werden. Mehr Transparenz in Echtzeit verbessert Planungs- und Steuerungsabläufe – in Wertschöpfungsketten und sogar bis hin zu einzelnen betrieblichen Arbeitsplätzen. Neue Wege werden aber nur zum Ziel führen, wenn die Beschäftigten mit auf die Reise gehen. Konsequent mit Blick auf die Kunden in Prozessen zu denken und zu handeln, wird immer wichtiger. Menschliche und maschinelle Arbeit werden sich mehr und mehr ergänzen. Der Wandel hin zu einer stärkeren Nutzung von Daten führt zu veränderten Kompetenzanforderungen und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. In diesem Umfeld soll der diesjährige Deutsche Logistik-Kongress neue Perspektiven eröffnen, Impulse setzen, Denkanstöße und Orientierung geben und nicht zuletzt Diskussionsforen bieten, in denen Chancen und Risiken abgewogen, Praxisbeispiele diskutiert und die eigene Position in der neuen, digitalisierten Welt bestimmt werden kann. Die digitale Transformation umfasst unterschiedliche strategische Schwerpunkte: Unternehmenswandel, Weiterentwicklung von IT, Datennutzung, Förderung von Innovationen. Sie entwickelt sich so schnell, dass am Experimentieren und Nachjustieren kein Weg vorbeigeht. Mit der Digitalisierung treten neue Geschäftspartner mit anderen Unternehmenskulturen auf den Plan, die es produktiv zu integrieren gilt. Folglich sind alle Akteure aufgefordert, aktiv mitzuwirken, damit sich Unternehmen und Wirtschaftsstandorte im digitalen Wettbewerb erfolgreich positionieren können. Beim Deutschen Logistik-Kongress zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten. Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik (BVL) www.foerdern-und-heben.de f+h 2017/10 19

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