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f+h fördern und heben 10/2018

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f+h fördern und heben 10/2018

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME FEHLERAUSSCHLÜSSE – EIN UNTERSCHÄTZTES RISIKO Bei der Wettbewerbsfähigkeit von Maschinen und Anlagen spielen neben Funktionalität und funktionaler Sicherheit auch die Kosten eine entscheidende Rolle. Dabei darf der kritische Blick auf risikobehaftete Kompromisse und damit verbundene unkalkulierbare Folgekosten nicht getrübt werden. So bergen Fehlerausschlüsse zur Nutzung scheinbarer Einsparpotenziale nicht unerhebliche Risiken. Lesen Sie hier eine Einschätzung von Arthur Aartsen, Business Development Manager bei der E. Dold & Söhne KG in Furtwangen. Bei der Entwicklung eines Sicherheitssystems für eine Anlage oder Maschine muss bei der Wahl und Zusammenstellung der Bauteile die Eignung für eine bestimmte Verwendung berücksichtigt werden. Diese wird nicht nur von mechanischen Eigenschaften, z. B. Stabilität und Wahl der richtigen Werkstoffe, bestimmt, sondern auch von normativen Vorgaben und Sicherheitsaspekten wie von Struktur (Kategorie), Zuverlässigkeit (MTTFd) und Fehlererkennungsmechanismen (DC). Häufig stoßen Planer diesbezüglich an Grenzen, die sie nur durch den Ausschluss eines Fehlers beseitigen können. Laut Abschnitt 7.3 der EN ISO 13849-1 sind Fehlerausschlüsse ein Kompromiss zwischen den technischen Sicherheitsanforderungen und der theoretischen Möglichkeit des Auftretens eines Fehlers. Bevor Fehlerausschlüsse in einem Sicherheitssystem in Betracht gezogen werden, sollten die Gründe dafür im Vorfeld gut überlegt sein. Denn es ist zu beachten, dass nach den allgemeinen Grundsätzen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG der Stand der Technik einzuhalten ist. Dies sollte auch vor dem Hintergrund der BetrSichV §12 Abs. 1 abgewogen werden, die den Stand von Wissenschaft und Technik verlangt. Unter bestimmten Bedingungen kann es notwendig sein, Fehler auszuschließen. Dabei können Fehlerausschlüsse basieren auf: n Der äußerst geringen Wahrscheinlichkeit, dass diese Fehler auftreten, n der allgemein anerkannten technischen Erfahrung und n und den technischen Anforderungen in Bezug auf Anwendung und Gefährdung. Das Risiko trägt dann der Konstrukteur. Anders verhält es sich jedoch, wenn Fehlerausschlüsse aus finanziellen Gründen, z. B. durch den Einsatz günstigerer Komponenten, vorgenommen werden, obwohl eine technische Lösung ohne Fehlerausschluss existiert. KONSEQUENZEN VON FEHLERAUSSCHLÜSSEN Man sollte sich stets über die Konsequenzen von Fehlerausschlüssen im Klaren sein: Derjenige, der einen Fehlerausschluss beansprucht, kann im Fehlerfall zur Verantwortung gezogen werden. Darüber hinaus muss die Begründung für einen Fehlerausschluss in der Dokumentation aufgeführt und der Maschine bzw. der Anlage beigelegt werden. Gegenüber dem Einsatz von Produkten, die 46 f+h 2018/10 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME 01 02 03 01 Sicherheitsschalter- und Schlüsseltransfersystem Safemaster STS für Anwendungen bis Kategorie 4 / PL e 02 Rein mechanische Schutztürabsicherung 03 Elektromechanische Schutztürabsicherung mit Freigabe von sechs Schlüsseln zum Öffnen von verdrahtungslos abgesicherten Nebentüren keine Fehlerausschlüsse benötigen, wäre dies ein klarer Nachteil. Die Folgen, falls ein ausgeschlossener Fehler doch auftreten sollte, sind jedenfalls nicht zu vernachlässigen. Nicht nur in Bezug auf die direkten Folgen, sondern auch in Bezug auf bereits ausgelieferte Maschinen und Anlagen. Am Beispiel der bekannten Meldungen über Rückruf- und Nachrüstaktionen in der Automobilbranche lässt sich dies am besten verdeutlichen. Maschinenhersteller, die fremdbezogene Komponenten mit Fehlerausschluss einsetzen, sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie im Fehlerfall haftbar sind. Auch aus diesem Grund hat das Unternehmen Dold & Söhne ein Sicherheitsschalter- und Schlüsseltransfersystem entwickelt, Safemaster STS. Dieses vom TÜV zertifizierte System, welches in den Ausführungen Edelstahl und Kunststoff verfügbar ist, ist für den Einsatz in Sicherheitsanwendungen bis Kategorie 4 / PL e nach EN/ISO 13849-1 geeignet – und zwar ohne jegliche Fehlerausschlüsse. Safemaster STS ist modular aufgebaut, erweiterbar – eine flexible Anpassung an die Applikation des Anwenders ist möglich – und vereint die Merkmale von Sicherheitsschaltern, Zuhaltungen, Schlüsseltransfer sowie Befehlsfunktionen in nur einem System. Mit der Edelstahlausführung lässt sich das Produkt auch in rauen Umgebungsbedingungen einsetzen. FAZIT Möchten Maschinenbauer das Haftungsrisiko für ihre Maschinen und Anlagen minimieren, empfiehlt sich die Verwendung von Komponenten für höchste Sicherheitsanforderungen. Dabei sollten die Bauteile den erforderlichen Performance Level erreichen, ohne dass Fehlerausschlüsse nötig sind. Unabhängig von den Anschaffungskosten erweist sich diese Strategie langfristig gesehen als wirtschaftlichere Option, da sie vor unkalkulierbaren Risiken von Fehlerausschlüssen und damit verbundenen Regressansprüchen schützt. Fotos: Aufmacher Fotolia, 01 – 03 Dold www.dold.com DS AUTOMOTION Das ist gelebte Industrie 4.0 Ihr Spezialist für Fahrerlose Transportsysteme seit mehr als 30 Jahren www.ds-automotion.com | Linz, Austria

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