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f+h fördern und heben 11/2015

f+h fördern und heben 11/2015

AUS DER FORSCHUNG Die

AUS DER FORSCHUNG Die Voraussetzungen für Leistungssteigerungen in einem konventionellen Lager lassen sich nur durch Installation weiterer Regalgassen schaffen, die zusammen mit den zugehörigen Regalen zusätzliche Flächen belegen. Der Einsatz eines am Regal geführten Regalbediengeräts in einer bestehenden Gasse lässt je nach Bedarf das Nachrüsten mit einem zweiten Gerät in derselben Gasse zu. Dadurch kann die Umschlagsleistung dem Bedarf angepasst werden. Skalierung der Umschlagsleistung Bei konventionellen Hochregallagern muss die Vorzone aufgrund der seitlichen Undurchlässigkeit der Regalsysteme, an der Stirnseite der Regale angeordnet werden. Damit ergeben sich lange Fahrwege, die sich durch Zonierung − z. B. mit Schnelldreherzone nahe an der Vorzone − reduzieren lassen [2]. Die Konzeption der neuen Regalbediengeräte mit ihren hochgesetzten Fahrschienen ermöglicht es, die Vorzone seitlich am Regal zu positionieren. Wie bei den konventionellen Lagern werden auch hier mehrere Regalgassen nebeneinander angeordnet und durch einen Querförderer mit der Vorzone verbunden. Der Förderer quert die Regale z. B. in der Mitte des Lagers (Bild 03). Da der Querförderer von den Regalbediengeräten in den Regalgassen umfahren werden kann, ist die Lastaufnahme in der Mitte des Regals auch durch mehrere Regalbediengeräte möglich − Fahrwege und -zeiten lassen sich so reduzieren. Die größere Gestaltungsfreiheit bei der Anordnung der Vorzone öffnet eine weitere Option: Bei mittig angeordnetem Querförderer lässt sich ein Regal steuerungstechnisch in zwei voneinander getrennte Hälften (links und rechts des Querförderers) aufteilen. Jede Hälfte hat dann den Querförderer wieder stirnseitig angeordnet. Dadurch wird es möglich, dass zwei Regalbediengeräte in jeder Hälfte, also bis zu vier Geräte in einer Gasse unabhängig voneinander arbeiten. So ergibt sich bei einer seitlichen Anordnung der Lagervorzone mit mittigem Querförderer eine Skalierung der Lagerumschlagsleistung von 1:4 je Regalgasse. Prozesssynchronisation Damit der Querförderer nicht zum Engpass wird und die Umschlagsleistungen auch tatsächlich realisiert werden können, ist eine ausgeklügelte Zu- und Abfuhr der Lagergüter zwischen Regalen und Vorzone erforderlich. Bild 04 zeigt den synchronisierten Übergabeprozess für ein Lager mit zwei Regalgassen. In der Vorzone werden die einzulagernden Güter auf dem Querförderer bereitgestellt (1 Anfang) und anschließend etwa zur Hälfte in die Regale verfahren (2). Der Behälter I 1 gelangt auf den freien Übergabeplatz im Regal (3), gleichzeitig wird der auszulagernde Behälter O 5 auf den freien Platz im Querförderer übergeben. Anschließend verfahren die Behälter auf dem Querförderer weiter, während parallel dazu der übergebene Ladungsträger I 1 sowie der auszulagernde Behälter O 6 nach links verschoben werden (4). Im 5. Schritt folgt die gleichzeitige Übergabe der Behälter I 2, I 4, I 5 und I 7 in das Regal und die Übernahme der auszulagernden Einheiten O 8, O 6, O 4 und O 1 in den Querförderer. Die Ladungsträger im Querförderer gelangen eine Station weiter, zeitgleich machen die eingelagerten Behälter I 2, I 5 und I 7 die 03 Der Querförderer zur Verbindung der Lagervorzone kann umfahren und so zentral angeordnet werden Übergabeplätze zum Querförderer frei, während synchron die auszulagernden Behälter O 7, O 3 und O 2 auf die Übergabeplätze „nachfließen“ (6). Nun können im nächsten Schritt (7) die auszulagernden Behälter O 7, O 3 und O 2 in den Querförderer übergeben werden. Am Ende des Prozesses (8) gelangen alle Ladungsträger mithilfe des Querförderers aus dem Lagerbereich in die Vorzone. Für die Regalbediengeräte stehen nach Abschluss dieses Austausches in jeder Regalgasse zwei leere Übergabeplätze für auszulagernde Güter und direkt gegenüber zwei einzulagernde Behälter bereit. Sollte die Umschlagsleistung dieses Prozesses nicht ausreichen um die Regalbediengeräte auszulasten, lassen sich auch zwei Querförderer übereinander anordnen. Während in einer Ebene die Behälter zwischen Lagerbereich und Vorzone nach dem beschriebenen Verfahren ausgetauscht werden, lassen sich die Ladungsträger der zweiten Ebene durch die Regalbediengeräte ein- und auslagern und gleichzeitig in der Vorzone die Ladungsträger für den nächsten Tauschzyklus vorbereiten. Besteht das Lager aus mehreren Regalgassen ist der Austauschprozess zwischen Vorzone und Lagerbereich entsprechend anzupassen. Der beschriebene synchronisierte Austausch der ein- und auszulagernden Behälter zwischen Vorzone und Lagerbereich ist nur möglich, wenn der Querförderer von beiden Seiten gleichzeitig be- und entladen werden kann, was wiederum nur bei einer zentralen Anordnung des Querförderers im Regal ohne zusätzliche Heber oder Umfahrungen realisierbar ist. Wenn nur ein oder zwei Regalbediengeräte im Regalgang verfahren, erfordert das jedoch das beschriebene Regalbediengerät mit hochgesetzter Fahrschiene. In [3] wurde beschrieben, wie Lagertechnik auch Vertikalförderung integrieren kann, damit Aufzüge in Stockwerksgebäuden entlastet werden. Mit dem neuen Regalbediengerät kann die Lagertechnik auch in der Ebene transportieren, nachdem sich mithilfe des Querförderers an beliebiger Stelle im Regal ein- und auslagern lässt. Lagergüter, die z. B. an der Stirnseite des Regals eingelagert wurden, können an anderer Stelle ausgelagert werden, Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Regalgassen durch den Querförderer überbrückt werden. Das beschriebene Lagersystem mit Regalbediengerät und Querförderer zur Einund Auslagerung wurde zum Patent angemeldet. In einem nächsten Schritt gilt es, Hersteller sowie Betreiber zu gewinnen, die das Potenzial dieses Lagersystems nutzen wollen. 16 f+h 11/2015

AUS DER FORSCHUNG 04 Zu- und Abführung von ein- und auszulagernden Behältern bei zentral angeordnetem Querförderer Literaturhinweise: [1] Koether, R.: Distributionslogistik. Effiziente Absicherung der Lieferfähigkeit 2., aktualisierte und überarbeitete Auflage. Wiesbaden: Springer-Gabler 2014, S. 109 ff. [2] Koether, R.: Lagertechnik. In: Koether, R. (Hrsg.): Taschenbuch der Logistik 4., aktualisierte und erweiterte Auflage. München, Wien: Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag 2011, S. 327 – 342 [3] Koether, R.; Eckl, H.-P.: Vom Idealplan zur Realisierung. Logistik in der neuen Versuchswerkstatt eines Automobilherstellers. f+h Fördern und Heben, 11/2011, S. 526 und 527 Bilder: Autor 4-Wege Handling www.combilift.com W ir be we g e n d i e Fö r d e r t e ch n i k Motorrolle PM320HS -ø32 PM500ME -ø50 PM500XE -ø50 PM500VE -ø50 • Maximale Lagerausnutzung • Sicheres Produkthandling • Robust und vielseitig • Diesel / Treibgas/ • AC Elektro • 1.5 - 25 Tonnen Tragkraft • Innen- und Außeneinsatz Ohne Combilift Mit Combilift Kostenlose und unverbindliche Lagerplanung Combilift Deutschland Tel: 0800 000 5764 Combilift Ltd Gallinagh Co. Monaghan Irland Tel: +353 47 80500 E-mail: info@combilift.com PM500FE -ø50 PM605FE -ø60,5 F-RAT-S aussoRtiERuNG 180° umsEtzuNG PM605XE -ø60,5 VERstauuNG Steuerplatine 90° umsEtzuNG Kühlraum -30° CB018 CBM-105 CB030 CB016B PM605KT -ø60,5 FREE Flow Mechanische bremse REtRoFit / ÄNDERNuG HB510 HBK-608 HBR-605 LCX-901 IB-P01 IB-E03 Zweigniederlassung Deutschland -Neumeyerstraße 48 - D – 90411 NÜRNBERG Tel:+49 911 2526200 /Fax :+49 911 2526201 /info@itoh-denki.de w w w.it o h-denki.de f+h 11/2015 17 Combilift.indd 1 26.02.2015 Itoh-Denki.indd 19:21:51 1 14.07.2015 15:42:42

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