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f+h fördern und heben 11/2015

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Ansfelden

Ansfelden Präferenzbegünstigtes Exportieren AEB-Software vereinfacht Logistikprozesse und erleichtert Arbeitsabläufe Die Erema Engineering Recycling Maschinen und Anlagen Ges.mbH, Ansfelden/Österreich, nutzt die Software der AEB GmbH, Stuttgart, um die Bauteile ihrer Maschinen korrekt und schneller einzureihen, Lieferantenerklärungen zu verwalten sowie rechtssicher zu exportieren. Das Unternehmen versendet seine Anlagen mit Präferenz und sichert sich so Wettbewerbsvorteile beim Export. Wer Sportunterwäsche oder eine Jacke mit Polyester-Innenfutter trägt, ist sich wahrscheinlich nicht bewusst, dass diese Kleidung aus einer ehemaligen Wasserflasche entstanden sein könnte. Steht im Etikett „Polyester“, wurde Polyethylenterephthalat verarbeitet, das aus dem Granulat von recycelten PET-Flaschen gewonnen werden kann. Die für diesen Prozess notwendige Technologie kommt von der Erema GmbH. Das österreichische Unternehmen stellt Recycling-Anlagen für die Kunststoffaufbereitung her (Bild) und ist Inhaber von 111 Patentfamilien mit mehr als 1 000 Patenten. Seine Kunden, Verwert- und Sammelbetriebe sowie Hersteller, die selbst Kunststoff wiederaufbereiten, sitzen auf der ganzen Welt. Erema hat eine Exportquote von 98 Prozent in mehr als 70 verschiedene Länder mit den Hauptmärkten USA, Europa und Asien. Etwa 60 Prozent des Sendungsvolumens fällt auf den Export in Drittländer. Und 40 Prozent der Kunden haben ihren Sitz in der EU, die Hauptmärkte sind hier vor allem Deutschland, England und Spanien. Circa 20 neue Anlagen verschickt der Hersteller im Monat, hinzukommen 900 bis 1 000 Ersatzteilsendungen, die das Werk in Ansfelden bei Linz pro Monat verlassen. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2013/2014 bei 115 Millionen Euro. Um ihren Kunden einen optimalen Service zu bieten, hat sich die Geschäftsführung von Erema entschieden, Präferenznachweise auszustellen und alle dafür notwendigen Daten für die Nachweisführung zu verwalten. Damit können Handelsware und die eigenentwickelten und gefertigten Anlagen präferenzbegünstigt in Länder exportiert werden, mit denen die EU Präferenzabkommen unterhält, z. B. Chile, Mexiko, Israel, Südafrika oder der Schweiz. Kunden von Erema in diesen Ländern müssen dann keinen Importzoll zahlen. „Würden wir ohne Ursprungserklärung auf der Rechnung versenden, müsste ein Kunde in Israel noch acht oder zehn Prozent Zoll einplanen“, erläutert Andreas Steger, Logistikleiter bei Erema. „Bei einer Anlage, Pro Monat verlassen etwa 900 bis 1 000 Ersatzteilsendungen das Werk in Ansfelden die 1,5 Millionen Euro kostet, ist das eine beträchtliche Summe. Und selbst bei einem Ersatzteil für 10 000 Euro sind Kunden froh, wenn sie keine 800 Euro Zoll extra zahlen müssen. Viele Kunden erwarten daher, dass sie die bestellten Waren präferenzbegünstigt erhalten.“ Die Nutzung von Präferenzen ist allerdings mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden, vor allem wenn es darum geht, Lieferantenerklärungen anzufordern und zu verwalten. Aus diesem Grund wünschte sich Markus Wurdinger vom Erema-Management eine IT-Unterstützung, die die Handhabung für seine Mitarbeiter erleichtert. „Wir kannten die 40 f+h 11/2015

SOFTWARE AEB, weil wir bereits deren Compliance- Software eingeführt hatten. Und da sich die Software des Anbieters für die Abwicklung von Warenursprung und Präferenzen und für Tarifierung jeweils direkt in SAP integrieren lässt, haben wir uns auch bei dieser Prozessunterstützung für AEB-Software entschieden.“ Alle Informationen stets im Zugriff Durch den Einsatz der Software ATC :: WuP kann die Logistikabteilung des Anlagenbauers proaktiv reagieren und die bestellte Ware ohne Zeitverzug ausliefern. Anhand der Lösung haben die Mitarbeiter in der Logistik schon frühzeitig Einblick, wenn ein Auftrag mit Präferenz verschickt werden soll und ob der Nachweis ausgestellt werden kann. Steger ist froh darüber, dass seine Mitarbeiter nun vorausschauend arbeiten können: „Früher konnten die Kollegen mit der Bearbeitung erst anfangen, wenn die Ware schon in der Logistik stand. Unter Umständen dauerte es dann zwei oder drei Tage, bis die richtigen Lieferantenerklärungen vorhanden waren und sich die Ware mit Präferenznachweis verschicken ließ.“ Die Mitarbeiter müssen heute nicht mehr lange in den Regalen nach den richtigen Ordnern und der richtigen Information fahnden. Jedes Teil, das verbaut wird, und jedes Ersatzteil, ist im System eingepflegt, auch ob eine Lieferantenerklärung vorhanden ist. Auch alle Länder, mit denen Präferenzabkommen bestehen, sind elektronisch erfasst. Immer wenn es neue Abkommen gibt oder neue Länder zu bestehenden Abkommen beitreten, wird dies durch einen Datenservice der AEB automatisch zum Stichtag in der Software aktualisiert und die Langzeit-Lieferantenerklärungen und Ursprungserklärungen werden entsprechend angepasst. Laut Steger ließen sich mithilfe der Lösung die Bearbeitungszeiten verkürzen. Darüber hinaus können die Waren ohne Verzögerung versendet und alle Informationen nachhaltig und präzise gepflegt werden. Die Basisarbeit Die korrekte Zuordnung zur richtigen Warennummer ist die Basis für die Berechnung von Zöllen und Steuern. Der Recycling- Anlagenhersteller hat ein großes Produktportfolio und fertigt seine Anlagen individuell nach Kundenwunsch. Eine Recycling-Anlage besteht im Schnitt aus 200 Baugruppen, dabei können bis zu 3 000 Materialnummern verbaut sein. In den Stammdaten im ERP-System sind mehr als 100 000 Artikel nummern vorhanden. Bauteile, die von der Norm abweichen, werden neu konstruiert, gezeichnet und von externen Fertigungsbetrieben hergestellt. Daher kann es sein, dass am Tag 20 bis 30 neue Materialien dazukommen, die korrekt eingereiht werden müssen. „Ein Winkel aus Metall ist in fünf Minuten tarifiert. Schwieriger ist es, wenn es sich um ein komplexes Teil zum Beispiel eine Pumpe handelt,“ so Steger. Man müsse die Pumpenzeichnung sichten und klären, wie die Pumpe beschaffen ist und welchen Durchfluss sie hat. Teilweise ist viel technisches Know-how gefragt, um Materialien exakt einzureihen. Ist sich der Logistiker nicht sicher, muss er in Datenblättern nachsehen, Mitarbeiter aus den Fachabteilungen befragen oder beim Lieferanten Informationen einholen. Die AEB-Software ATC :: Classification unterstützt seit 2014 die Mitarbeiter der Logistikabteilung beim Finden der richtigen Warennummer. Während man früher online im „Elektronischen Zolltarif“ recherchieren musste, sind mit der Classification-Software alle Informationen direkt im SAP-System im Ich wünschte mir eine IT-Unterstützung, die die Handhabung für meine Mitarbeiter erleichtert Markus Wurdinger, Management Erema Zugriff. Die Software listet übersichtlich alle zu bearbeitenden Materialien auf und zeigt Vorschläge für die Zolltarifnummer an. „Der Mitarbeiter hat nicht mehr drei Masken gleichzeitig offen, sondern kann direkt im ERP-System arbeiten. Er muss die von der Software vorgeschlagenen Tarifnummern nur noch prüfen und bestätigen“, äußert sich Steger zufrieden über die nun einfachere und schnellere Abwicklung. Fotos: Aufmacherfoto Fotolia/Bearbeitung: VFV Layout, Fotos diese Seite Erema www.aeb.de f+h 11/2015 41

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