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f+h fördern und heben 11/2016

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AKTUELLES Die Realität

AKTUELLES Die Realität rückt näher Zukunftskongress Logistik zeigt, wie die vierte industrielle Revolution gelingen kann Eines wurde während des Zukunftskongresses Logistik – 34. Dortmunder Gespräche im September ganz deutlich: Die vierte industrielle Revolution hat das Theoriestadium hinter sich gelassen. Es geht jetzt verstärkt darum, zu wissen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die jeweiligen Unternehmen hat, den richtigen Grad der Digitalisierung zu kennen und last but not least, das eigene Industrie-4.0-Geschäftsmodell zu entwickeln. „Einfach machen“, so Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, Dortmund, in seiner Eröffnungsrede zu dem vom Fraunhofer- Institut für Materialfluss und Logistik IML und dem Effizienzcluster Logistikruhr veranstalteten Zukunftskongress Logistik – 34. Dortmunder Gespräche. Damit meinte er auf den Punkt gebracht, dass man den Weg in die vierte industrielle Revolution, in der in einem Miteinander von Menschen und Maschinen soziale Netzwerke entstehen und Mensch und Maschine als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten, jetzt beschreiten müsse. „Denn letztlich kann es der Logistik“, so ten Hompel, „nur dann gelingen, an der Spitze der vierten industriellen Revolution zu stehen und für die Social Networked Industry gerüstet zu sein, wenn Lösungen schnell umgesetzt und ausgetestet werden. Nur so lassen sich Fehler schnellstmöglich erkennen und korrigieren. Ohne eine solche Fast-Failure-Kultur lässt sich das Innovationspotenzial der Branche nicht voll ausschöpfen.“ Hierfür bedarf es auch einer neuen Gründergeneration, die in der Wirtschaft rasch Akzeptanz finden muss. Etablierte Unternehmen müssen sich auf die Generation Y einstellen – sowohl als Geschäftspartner als auch als Kunde im Angesicht von Trends wie Gamification und der Share Economy. Ten Hompel: „Einfach machen ist dabei in doppeltem Sinne von zentraler Bedeutung: Stolpersteine auf dem Weg in die Industrie 4.0 müssen beseitigt werden. Nur so lässt sich auch der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, mitnehmen. Für klei- ne und mittlere Unternehmen sind kleine Schritte vielfach wichtiger und wertvoller als große Visionen.“ Software und Services gewinnen an Bedeutung Die Angst vor Geschäftsmodellen, die aus dem Nichts sprießen und abrupt die Spielregeln des Wettbewerbs ändern, ist so groß wie nie zuvor. Die Gründe für die radikale Umwälzung der Wirtschaft erläuterte Karl- Heinz Land, Geschäftsführer der Neuland GmbH und Co. KG, in seinem Vortrag zum Thema „Digitaler Darwinismus“. Der stille digitale Angriff, der Geschäftsmodelle aushebelt und Marken gefährdet, werde dabei mehr Veränderungen mit sich bringen, als die drei ersten industriellen Revolutionen 10 f+h 11/2016

AKTUELLES zusammen. Dabei seien Software und Services die Wertschöpfungsobjekte der Zukunft – und keine physischen Produkte. Den Bogen zur Social Networked Industry schlug im Rahmen des Zukunfts-Plenums am ersten Kongresstag u. a. Philipp Hahn- Woernle, Chief Executive Officer (CEO) bei Viastore, der in seinem Vortrag die Frage stellte, wie Industrie 4.0 und Mensch 1.0 zusammenpassen. Digitalisierung, Robotik und künstliche Intelligenz entwickeln sich in rasantem Tempo und finden derzeit ihren Weg in die Industrie und werden damit von der Gesellschaft noch bewusster wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund diskutierte Hahn-Woernle, ob roboterdominierte, menschenleere Produktionshallen bald Wirklichkeit sind – und welche Rolle der Mensch in einem soziotechnischen System zukünftiger Arbeit einnehmen wird. Nicht ohne die Intralogistik In der Sequenz Retail Logistics 4.0 des Zukunftskongresses wurde deutlich, dass die Technologien und Systeme der Intralogistik in Sachen Digitalisierung im Handel ein gewichtiges Wörtchen mit zu reden haben. Das zeigten die Möglichkeiten von Drohnen und Fahrerlosen Transportsystemen ebenso eindrucksvoll wie das Thema Augemented Reality in der Industrie oder die Systemwelt der automatischen Kommissionierung inklusive mobiler Roboter. Frederik Brantner, CEO und Mitbegründer der Magazino GmbH, betonte in diesem Kontext die Wichtigkeit des Menschen, da Robotern die Flexibilität des Menschen fehle. So sieht er denn auch die Zukunft in der Arbeitsteilung zwischen Menschen und Robotern. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen Eingebettet in den zweiten Tag des Zukunftskongresses war die Podiumsdiskussion „Mittelstand 4.0 – Transfer von Industrie 4.0 in die mittelständische Praxis“. Hervorzuheben waren hier die Ausführungen von Werner Schmidt, Geschäftsführer der VIA Oberflächentechnik GmbH, der auf die von Professor ten Hompel in seiner Eröffnungsrede genannten Stolpersteine einging. So wird nach Ansicht von Schmidt mit dem Thema Industrie 4.0 eigentlich nichts anderes beschrieben, als die Durchführung ohnehin anstehender Rationalisierungsmaßnahmen. „Aufgrund der weltweiten Netzwerke, die in den vergangenen Jahren entstanden sind, haben allerdings die Dimensionen, in den wir denken müssen, eine neue Qualität.“ Und damit ist für den Geschäftsführer eines mittelständischen Automobilzulieferers gleichzeitig ein Problemfeld in der Industrie-4.0-Welt umrissen. Die Netzwerkinfrastruktur sei in vielen Teilen Deutschlands den neuen Anforderungen nicht gewachsen: „Mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde, so wie ich sie in der Region einer unserer Standorte vorfinde, kann ich den mit der Digitalisierung erhofften Nutzen nicht realisieren. Hier sind die Politiker auf kommunaler Ebene und auch in Berlin gefordert, mit Programmen zum Ausbau der Infrastruktur Abhilfe zu schaffen.“ Nicht geklärt seien im Kontext von Industrie 4.0 zudem Fragen der Standardisierung. Schmidt: „In Sachen Datenprotokolle sind noch einige Hausaufgaben zu machen.“ Die EU präferiere andere Datenprotokolle als z. B. die Gremien in den USA. Hier müsse man zu einer allgemein akzeptierten und dann in der Praxis auch anwendbaren Lösung kommen. „Solange die grundlegenden Rahmenbedingungen der Digitalisierung nicht geklärt sind, ist die Investition in Industrie-4.0-Projekte fragwürdig.“ Selbstredend werde man sich den Neuerungen stellen. „Wir wollen in unserem neuen Werk einen Teilbereich nach Industrie-4.0-Gedanken aufbauen. Zurzeit definieren wir hierfür eine Roadmap.“ Winfried Bauer Industrie 4.0 in der Praxis Eines ist sicher: Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und vor allem für mittelständische Unternehmen wird es darauf ankommen, hier nicht den Anschluss zu verpassen. Zu groß ist das Risiko, wenn man nicht in das digitale Geschehen – die digitalen Strukturen und Organisationsformen – seiner Kunden, Zulieferer und anderer Teilnehmer entlang der Supply Chain eingebunden ist. Allerdings muss man wissen, wie die Fragestellungen konkret angegangenen werden können. Und so plädierte FÖRDER-, LAGER- UNDAUTOMATISIERUNGSTECHNIK MEHR EFFIZIENZ IN DER INTRALOGISTIK: Fördern, lagern, automatisieren … AMI bewegt! Ihr Lösungsanbieter für die Handelslogistik 4.0! Qualität ist kein Zufall. Sie steckt im Detail und ist das Ergebnis kompetenter Köpfe und engagierten Handelns. Mit unseren herausragenden Lösungen in der Förder-, Lager- und Automatisierungstechnik erhalten Kunden mehr als eine Garantie ... ein Qualitätsversprechen! AMI: Automation Materialfluss Intralogistik auf höchstem Niveau. AMI Förder- und Lagertechnik GmbH Leystraße 27 | D-57629 Luckenbach | Fon: +49 2662 9565-0 info@ami-foerdertechnik.de | www.ami-foerdertechnik.de AMI.indd 7160_AMI_Anzg_185 1 x 90 mm.indd 1 28.09.2016 28.09.16 14:38:58 10:43 f+h 11/2016 11

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