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f+h fördern und heben 11/2017

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f+h fördern und heben 11/2017

MENSCHEN UND MÄRKTE

MENSCHEN UND MÄRKTE DIGITALISIERUNG GESTALTEN: OPTIMIERUNGSPOTENZIALE FÜR DEN MITTELSTAND Wo steht der Mittelstand in puncto Digitalisierung? TÜV Rheinland wollte es genau wissen und hat daher die Studie „Digitaler Reifegrad im Mittelstand 2017“ gemeinsam mit dem Unternehmen Lünendonk & Hossenfelder erarbeitet. Weil die Frage des digitalen Reifegrads nicht nur einzelne neue Bereiche wie Online-Vertriebskanäle betrifft, sondern das komplette Unternehmen, ist die Studie ganzheitlich angelegt. Befragt wurden Geschäftsführer und Führungskräfte von 110 Mittelständlern, mit mindestens 50 und mehr als 3 000 Mitarbeitern. Zu beantworten waren mehr als 70 Fragen aus allen Unternehmensbereichen. Ziel war es, herauszufinden, wie es um die Veränderungsfähigkeit der Organisation bestellt ist und welche Bedeutung die Digitalisierung in den verschiedenen Unternehmensbereichen spielt, angefangen von der Produktion über Vertrieb und Marketing, IT, Logistik bis hin zu Verwaltung und Personalwesen. Auch die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie in den einzelnen Bereichen spielte eine Rolle sowie ein Vergleich der Unternehmen untereinander. 14 f+h 2017/11 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE FÖRDERUNG DES MITTELSTANDS Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt gezielt die digitale Transformation des Mittelstands. Damit das Stichwort Industrie 4.0 Gestalt annimmt, fördert die Kreditanstalt Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben. Im Fokus des Förderprogrammes stehen mittelständische Unternehmen in Deutschland, die Vorhaben im Rahmen der Digitalisierung vorantreiben möchten. Auch Maßnahmen zur Ausrichtung der Unternehmensstrategie bzw. -organisation auf die Digitalisierung können begleitet werden. Darüber hinaus werden Innovationsvorhaben finanziert, bei denen Unternehmen verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln. Zudem steht das Programm allen Unternehmen, die im Sinne des Programms Horizon 2020 der Europäischen Union als innovativ gelten, zur Abdeckung ihres Finanzierungsbedarfs offen. Hierzu zählen z. B. Unternehmen mit besonders hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Über den nachfolgenden Link können Sie weitere Informationen aufrufen. bit.ly/bmwi-digitalisierung Quelle: BMWi INDIVIDUELLES DIGITALISIERUNGSPROFIL MIT OPTIMIERUNGSPOTENZIALEN Ziel der Studie ist es auch, Unternehmen noch stärker für die Notwendigkeit, sich mit der Digitalen Transformation auseinanderzusetzen, zu sensibilisieren. „Das Potenzial der Digitalisierung mangels Expertise ungenutzt zu lassen, kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten, das langfristig am Markt bestehen will“, so Prof. Dr. Kai Höhmann, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Consulting GmbH. „Die digitale Transformation ist ein Kraftakt, der aber auch viele Chancen birgt.“ Ausgangspunkt für diesen Kraftakt muss eine individuelle Standortbestimmung sein, denn nur was messbar ist, lässt sich auch verbessern. Dazu bedarf es allerdings nicht nur einer statischen Auswertung einer Befragung, sondern einer dynamischen Umsetzung als Online-Benchmarking. Um Organisationen dies zu erleichtern, hat TÜV Rheinland einen „Digitalisierungsspiegel“ entwickelt. Die Online-Befragung, die etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt, gibt mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit einer ersten fundierten Einschätzung ihres laufenden Digitalisierungsstatus. In 80 standardisierten Fragen, die online und anonymisiert beantwortet werden, schätzen die Teilnehmer den Stand der Digitalisierung in ihrem Unternehmen zunächst selbst ein. Anschließend werden die Angaben aller Teilnehmer in Relation zueinander gesetzt und ausgewertet. Das teilnehmende Unternehmen erhält sein individuelles Digitalisierungsprofil, das konkrete Hinweise auf Optimierungspotenziale vermittelt und Handlungsbedarfe aufzeigt. Durch die Teilnahme unterschiedlichster Branchen wird die Studie faktisch fortgesetzt und es entsteht darüber hinaus ein fortlaufendes und aussagekräftiges Benchmarking mit stets aktuellen Ergebnissen. Spannend wird sein, inwiefern sich Trends verschieben, je mehr Unternehmen sich an dieser Studie beteiligen. SELBSTEINSCHÄTZUNG WEICHT VON DEN OBJEKTIVEN ERGEBNISSEN AB Nach den Ergebnissen der initialen Studie ist sich der Mittelstand der gegenwärtigen Transformation sehr wohl bewusst: 60 Prozent der befragten Unternehmen erwarten „starke oder sehr starke Veränderungen für die eigenen Geschäftsmodelle“. 67 Prozent der Unternehmen rechnen mit organisatorischen Veränderungen, u. a. www.foerdern-und-heben.de f+h 2017/11 15

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