Aufrufe
vor 1 Jahr

f+h fördern und heben 11/2017

  • Text
  • Fuh
  • Heben
  • Foerdern
f+h fördern und heben 11/2017

1977 PRODUKTE UND

1977 PRODUKTE UND SYSTEME 2017 40 JAHRE SOLVING: EIN PIONIER IN SACHEN SCHWERLASTFÖRDERTECHNIK 01 02 03 Seit der Gründung des Unternehmens Solving im Jahre 1977 hat sich das Produktprogramm stark verändert. Unter dem Motto „Creating Movement“ stellt das Unternehmen heute anwenderspezifische Lösungen für den innerbetrieblichen Transport von schweren Lasten auf Basis der Luftkissentechnik und Fahrerlose Transportsysteme her. Bei einem Aufenthalt in Schweden vor 40 Jahren erlebte Peter Björk wie es möglich war, einen 50 Tonnen schweren Behälter einfach mit Druckluft zu bewegen. Das Interesse an der Luftkissentechnik war geweckt und zurück zu Hause in Finnland gründete der heutige Geschäftsführer von Solving gemeinsam mit zwei seiner Brüder die Firma Solving. Dann wurde die Idee Schritt für Schritt verwirklicht. Die ersten Kunden waren anfangs skeptisch und es war schwierig sie für die Luftkissentechnik zu begeistern, aber nach fast einem Jahr harter Überzeugungsarbeit, erhielt die junge Firma den ersten Auftrag. Eine Druckerei bestellte einen Luftkissentransporter für den Transport von Papierrollen vom Lager in die Druckmaschine. Die Lieferung dieses Transportfahrzeugs war quasi ein Kompensationsgeschäft, denn die Druckerei bezahlte dafür mit Broschüren für das Unternehmen Solving. Noch heute zählen die Druck- und Papierindustrie zu den wichtigen Kunden von Solving, aber auch der Fahrund Flugzeugbau, der Maschinenbau sowie die Elektro- und Stahlindustrie sind in den Auftragsbüchern zu finden. 58 f+h 2017/11 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME DER WEG HIN ZUM GLOBAL PLAYER In den ersten zehn Geschäftsjahren beschränkten sich die unternehmerischen Aktivitäten von Solving auf den finnischen Binnenmarkt. Durch die Gründung von von fünf weiteren Niederlassungen in Schweden, Norwegen, Deutschland, Italien und Großbritannien in den 90er-Jahren wagte man dann die ersten Schritte über die Ländergrenzen hinweg nach Europa, um wenige Zeit später weltweit die Luftkissentechnik bekannt zu machen. Der Erfolg gab ihnen Recht: Die Exportquote lag bei 80 Prozent. In den folgenden Jahren sind die Produkte und die Systemlösungen kontinuierlich weiterentwickelt worden. Neue Produkte mit höherem Automationsgrad sind dazugekommen. Tochtergesellschaften sind gegründet und ein Netzwerk von Händlern und Zulieferanten ist geknüpft worden. Als eines von fünf Unternehmen im Wettbewerb mit 222 anderen finnischen Unternehmen erhielt Solving 2006 den „Innofinnland-Preis“. Die Auszeichnung wird jährlich als Anerkennung und Ansporn für innovatives Unternehmertum vergeben. Solving erhielt den Preis für die auf das Bewegen von Schwergut zugeschnittenen Systeme und die damit verbundenen Dienstleistungen. In diesem Jahr feiert Solving sein 40-jähriges Firmenjubiläum. Heute reicht die Produktpalette von einfachen handgesteuerten Geräten bis hin zu intelligenten automatisierten Transportsystemen mit Luftkissen oder Rädern. IMMER AM PULS DES MARKTGESCHEHENS Das Unternehmen war und ist immer ganz nah am Markt und registriert jeden Trend und jede Entwicklung in der Branche, um entsprechend auf neue Anforderungen reagieren zu können. So registriert man bei Solving ein weltweit gestiegenes Interesse an Fahrerlosen Transportsystemen. Das Marktpotenzial für die Systeme scheint zuzunehmen und in den vergangenen Jahren drängen immer neue Hersteller auf den Markt. Inwieweit sich die neuen Wettbewerber auf Dauer halten werden, hänge davon ab, so Bo-Göran Eriksson, Geschäftsführer SVGCE Schwerlast-Transportsysteme GmbH, Deutschland und stellvertretender Geschäftsführer AB Solving Qy, Finnland, ob der Markt für so viele Anbieter groß genug sein wird. „Wir sind auf jeden Fall für die Zukunft gut gerüstet, denn basierend auf den Erfahrungen aus 40 Jahren kennen wir die eigenen Stärken: Die Fähigkeit und das Know-how verschiedene Technologien wie Luftkissen und Räder mit verschiedenen Steuerungs-, Sicherheitsund Navigationssystemen zu kombinieren, um den Betreibern ein optimiertes und individuelles System anbieten zu können.“ Darüber hinaus sei man im Bereich Vertrieb und Aftersales gut aufgestellt. „F & E, Design und Herstellung der Produkte und Systeme sind am Hauptsitz in Jakobstad/Finnland angesiedelt, wozu auch ein Testzentrum für die Leistungsprüfung aller Transportfahrzeuge gehört. In Schweden befindet sich die Produktionsstätte für die Solving-Luftkissen.“ Von Finnland aus wird der Projektverkauf und der Kundendienst koordiniert, der zusammen mit lokalen Partnern in verschiedenen Ländern durchgeführt wird. Für den Markt in Mitteleuropa baut man momentan das lokale Vertriebsnetz weiter aus und verstärkt das Kundendienst-Team. 01 Im Maschinenbau, wie bei MAN, Deutschland, werden die Luftkissentransporter eingesetzt, um tonnenschwere Dieselmotoren zu bewegen 02 Auch im Dienstleistungssektor, z. B. als Serviceplattform zur Reinigung von Schienenfahrzeugen, sind die Transportfahrzeuge unentbehrlich 03 In der Stahlindustrie sorgen die Fahrerlosen Transportsysteme mit ihrer maßgeschneiderten Konfiguration für den sicheren Transport von flüssigem Eisen DIE ZUKUNFT FORDERT FLEXIBILITÄT In Produktion und Logistik müssen die Abläufe immer schneller an sich wandelnde Ansprüche angepasst werden. Das erfordert flexible Materialflusslösungen. Eriksson: „Unsere Navigationsmethoden basieren auf programmierbaren virtuellen Routen mit physischen Referenzen durch feststehende Objekte im Gebäude, Reflektoren oder Magneten. Änderungen in der Anordnung sind schnell und problemlos über Softwareeinstellungen möglich.“ Darüber hinaus würden die Anforderungen der Betreiber dahingehend steigen, Fahrerlose Transportsysteme in bestehende Gebäude problemlos integrieren zu können. Gefragt seien Systeme, die einfach zu bedienen sind und sich schnell in Betrieb nehmen lassen. „Außerdem sollen die Systeme flexibel sein und sich in ihrem Layout verändern und anpassen lassen.“ Während der vergangenen 40 Jahre hat man bei Solving ein breites Spektrum an maßgeschneiderten Produkten und Systemen für viele Branchen aus unterschiedlichsten Ländern entwickelt – das war einer der Schlüssel des Erfolgs. „Den technischen Trends und Entwicklungen stets aufmerksam zu folgen, um selber immer die aktuellste Technologie anbieten zu können, ist ebenso wichtig, wie ein schneller, effizienter Service und Support für den ganzen Lebenszyklus eines Produkts“, so Eriksson abschließend. MW Fotos: Solving www.solving.com BO-GÖRAN ERIKSSON, GESCHÄFTS- FÜHRER SVGCE SCHWERLAST-TRANS- PORTSYSTEME GMBH, DEUTSCHLAND UND STELLVERTRETENDER GESCHÄFTSFÜHRER AB SOLVING QY, FINNLAND Die großen Herausforderungen der Zukunft sind die Verfeinerung zuverlässiger und kosteneffizienter Intralogistiklösungen und vor allem Fachkräfte für die speziellen Aufgaben und Projekte unserer Branche zu finden www.foerdern-und-heben.de f+h 2017/11 59

AUSGABE