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f+h fördern und heben 11/2018

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f+h fördern und heben 11/2018

VON DAMALS BIS HEUTE

VON DAMALS BIS HEUTE 2000 tägl. Disposition Portfolioanalyse Stammdatenpflege Diskover 4.0 Disposition Verfahrensauswahl Planung / Prognose Verfahrensauswahl, Parameteroptimierung, Ausreißeranalyse, Trendanalyse, Saisonanalyse, Grundbedarf, Sicherheitsabstand, Meldebestand Outsourcing / Schulung 1993 Artikelstrukturierung ABC- / XYZ-Analyse Gründung der Abels & Kemmner GmbH Einführung des Absatzprognosesystems Diskover Diskover kommt auch operativ zum Einsatz 1993 2000 ABELS & KEMMNER: SEIT 25 JAHREN DISPOSITION MIT SPITZER FEDER Wollen Unternehmen ihre Lieferbereitschaft steigern und gleichzeitig Bestände senken, dann ist das Management aus Industrie und Handel bei Abels & Kemmner seit 25 Jahren an der richtigen Adresse. Aus kleinsten Anfängen heraus ist eine Unternehmensgruppe entstanden, die international in Sachen Dispositionsmanagement aktiv ist. Doktor Helmut Abels, heute Professor für PPS an der TH Köln hat sich mit seiner Berufung im Jahre 2002 zwar schrittweise aus der Firmengruppe zurückgezogen. Dafür haben Dr. Götz-Andreas Kemmner, heute auch Honorarprofessor an der Universität Zwickau, und sein neuer Partner Dr. Bernd Reineke das Unternehmen in den Folgejahren zu einem wichtigen Anbieter von Absatzprognose- und Dispositionsverfahren sowie -algorithmen und den dazu passenden Softwaresystemen entwickelt. Doch fangen wir vorne an. Die Triebfeder zur Gründung von Abels & Kemmner war: „Wir wollen nicht in der Wirtschaft in einer spezifischen Managementfunktion versauern, sondern unser eigenes Ding machen. Wir wollen unsere Forschungs- und Entwicklungserfahrungen in einer eigenen Firma weiterentwickeln und damit Unternehmen helfen, ihre Supply Chains schlank und wettbewerbsfähig zu machen.“ Da kam ein Softwareprojekt des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen, in dem Kemmner und Abels als Oberingenieure arbeiteten, gelegen. Das Setup der Software bot Potenzial für die Erarbeitung von Absatzprognosen und man konnte den Prototypen in die Selbstständigkeit mitnehmen. Das Produkt zur Marktreife zu führen schien ein lukratives Arbeitsfeld. Zudem zeichnete sich auch ein Kooperationsprojekt mit der Hochschule Zwickau ab, was letztlich den Weg in die Selbstständigkeit ebnete. Im Februar 1993 wurde die Firma angemeldet. Neun Monate später war die 1. Version eines Absatzprognose- und Dispositionssystems mit neuen Algorithmen fertiggestellt. Diskover 1.0 ermöglichte die Bestimmung artikelspezifischer Grund- und Sicherheitsbestände unter Berücksichtigung eines vorzugebenden Lieferbereitschaftsgrades. DISponiert wurde mithilfe von KOnfi denz bereichen für die tatsächliche LagerabgangsVERteilung, was auch das ungewöhnliche K im Namen Diskover erklärt. Das Kundeninteresse war anfangs allerdings überschaubar. „Unser systematischer Ansatz für Absatzprognose und Disposition“, erinnert sich Kemmner, „wurde vielfach als akademische Theorie abgetan. Prognosen fanden mit einfachen statistischen Methoden statt und Dispositionsentscheidungen wurden durch die Anwender getroffen. ERP-Systeme sollten primär ausführen, was der Mensch entschieden hatte.“ Die Ideen der Firmengründer, wie man die damals üblichen Absatzprognosen und Dispositionsverfahren noch weiter verbessern 44 f+h 2018/11 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE AK-Toolbox erweitert Diskover- Funktionen Diskover SCO wird neu aufgesetzt SCT GmbH wird ausgegründet und übernimmt Diskover SCO AWF wird Bestandteil der A&K-Gruppe Abels & Kemmner wird als Top Consultant ausgezeichnet 2001 2007 2008 2015 2018 u.a.: Bestandsführung Stammdatenpflege Umsetzung AK-Toolbox Stammdaten (Artikel, Lieferanten) Bewegungsdaten Auftragsdaten ABC/XYZ-Analyse Verfahrensauswahl Optimierung ERP-System Diskover Planzahlen auf Wochenebene Standardschnittstellen sind verfügbar und können individuell angepasst werden Sicherheitsbestände Prognosen Sicherheitsbestände 2001 2018 und automatisieren könnte, fanden also nicht unmittelbar reißenden Absatz. Hierfür gab es auch einen technisch bedingten Grund: Ausgebremst wurde man Ende der 90er-Jahre nämlich noch durch die Leistung der Computer. Die Berechnung der neuen Simulationsmechanismen zur Optimierung von Absatzprognosen und Dispositionsverfahren dauerten zu lange, um sie in der Praxis einzusetzen. Vielmehr eigneten sie sich zu analytischen Zwecken, weshalb bei Abels & Kemmner anfänglich vor allem das Beratungsgeschäft im Vordergrund stand. Seit Beginn der 2000er-Jahre wuchs die Nachfrage nach dem operativen Einsatz der Absatzprognose- und Dispositionsverfahren an – bis zur nächsten Herausforderung. Reineke: „Anfang des Jahres 2007 standen wir vor der Entscheidung, zum Softwarehaus zu werden und alle personellen und finanziellen Ressourcen in eine Neuentwicklung der Software Diskover zu stecken, oder uns auf das Beratungsgeschäft zurückzuziehen.“ Wieder spielten den Beratern ihre Beziehungen in die Hände. Es gelang ihnen mit Andreas Capellmann einen Softwareentwickler als Partner zu gewinnen und damit aus einem Entweder-oder ein Sowohl-als-auch zu machen. Die Software Diskover wurde neuprogrammiert und Ende 2008 mit der Erweiterungsbezeichnung SCO – das Kürzel steht für Supply Chain Optimizer – released. Capellmann: „Wir setzten auf moderner Entwicklungstechnologie auf, machten alles neu in Java, übernahmen keine Zeile Code und modularisierten konsequent durch.“ Heute diene die Software dazu, bei Unternehmen wie Hansaflex, Systemanbieter in Sachen Hydraulik, Hunderte von Lagern vollautomatisch zu disponieren. „Heute“, so Reineke, „gibt es bei uns kaum noch ein Projekt, bei dem die Automatisierung von Prognose und der Disposition nicht ein elementares Ziel ist.“ Im Verlauf der 25 Jahre haben sich laut Reineke die Themen Absatzprognose und Disposition damit von einem akademischen Konzept hin zu Verfahren entwickelt, mit deren Hilfe sich Wertschöpfungsketten weitgehend automatisiert wettbewerbsfähig halten lassen. Die Verleihung des „Gütesiegels für Absatzplanung und Bestandsmanagement“ und das damit verbundene Testergebnis des Bundesverbands für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik attestieren der Software Spitzenwerte. Erfüllt werden 100 Prozent der Pflichtkriterien (299) und 81 Prozent der Kürkriterien (58), sodass ein Erfüllungsgrad von 97 Prozent erreicht wird. Mit der Automatisierung von Aufgaben in Supply Chain und Produktion wachsen die Anforderungen an die Mitarbeiter – was deren Qualifizierung dringend notwendig macht. In der A&K-Gruppe fehlte neben Beratung und Software jedoch solch ein Schulungsangebot. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2015 die AWF – Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Fertigung, Anbieter von Fachtagungen, Seminaren und Inhouse-Trainings, übernommen. Mit dem auf drei Säulen basierenden Gesamt-Portfolio ist die A&K-Gruppe für die Zukunft gut aufgestellt. Fotos/Grafiken: Abels & Kemmner, KDBusch compamedia www.ak-online.de www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/11 45

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