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f+h fördern und heben 11/2019

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f+h fördern und heben 11/2019

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME ENERGIEEFFIZIENZ UND ZUSÄTZLICHE FLEXIBILITÄT IM FTS-EINSATZ Eine flexible Produktion und Materialversorgung setzt auch eine flexible und mobile Kommunikation voraus. Für dieses Einsatzprofil steht ein Funknetzwerk zur Verfügung, das sich unter anderem durch einen minimalen Energieverbrauch und eine einfache Konfiguration auszeichnet. Zu den ersten Anwendern zählt das Unternehmen dpm Daum & Partner. Der FTS-Hersteller nutzt die Funktechnik für die fließbandlose Automobilproduktion. Aber auch in E-Kanban- Systemen bewährt sich das Funknetzwerk. Lesen Sie mehr. Im Jahre 1914 führte Ford im seinerzeit neuen Werk River Rouge die durchgängige Fließbandfertigung des T-Modells ein – und machte damit einen Effizienzsprung, sodass der Preis des Fahrzeugs mehr als halbiert werden konnte: von 850 auf 370 US- Dollar. Bis heute bestimmt die Fließfertigung mit stationärer Fördertechnik die Automobil-Serienproduktion – sei es flurfrei, mit „Power & Free“-Förderern und Elektrohängebahnen oder flurgebunden z. B. mit Schleppkettenförderern. Erste Ansätze deuten aktuell jedoch auf eine schrittweise Abkehr vom Fließband hin. Treiber für diese Entwicklung ist der Wunsch nach größerer Flexibilität. FTS ERSETZEN DAS FLIESSBAND Das Alternativkonzept setzt auf Fahrerlose Transportsysteme bzw. Transportfahrzeuge, auf denen zuerst die Karosserien montiert und dann – nach der „Hochzeit“ von Karosserie und Chassis – die Fahrzeuge vervollständigt werden. Die FTF können entweder von einer Station zur nächsten fahren und an der jeweiligen Station werden die Fahrzeuge sukzessive montiert. Oder die Montage findet statt, während die FTF sich langsam durch die Fertigung bewegen. Die Nachschubversorgung übernehmen in beiden Fällen kleinere FTF. 18 f+h 2019/11 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME 01 Dieses Konzept schafft die Voraussetzungen dafür, dass nicht jedes Fahrzeug den gleichen Weg durch die Fertigung nehmen muss. Die Werker können z. B. an einer Station Sonderausstattungen montieren und die Karosse reiht sich dann später wieder in den Fertigungsfluss ein. Außerdem muss der Hersteller bei einem Modellwechsel oder beim Serienanlauf einer Karosserievariante die Förderanlagen nicht verändern. Die Flexibilität gilt somit modell- und generationenübergreifend. NEUES SICHERHEITSKONZEPT: DER WERKER FÄHRT MIT Von dieser Entwicklung profitieren die FTS-Hersteller und richten sich auf diesen Markt ein, indem sie spezielle Fahrzeuge dafür entwickeln. Die dpm Daum & Partner Maschinenbau GmbH hat mit dem „Vision E“ schon vor mehreren Jahren ein FTS für die flexible Automobilproduktion vorgestellt – damals noch als Konzept. Inzwischen sind die ersten Vision-E-Flotten im Einsatz in der Karosseriemontage. Darüber hinaus hat dpm ein nochmals größeres FTF entwickelt, das Montagen an Komplettfahrzeugen auch während der Fahrt erlaubt. Um diese Art der „Montage in Bewegung“ realisieren zu können, mussten die Ingenieure ein neues Sicherheits- und Personenschutzsystem entwickeln. Bei diesem werden die sicherheitsrelevanten Informationen über die Leitsteuerung ausgegeben und kontrolliert und nicht, wie bisher üblich, ausschließlich über die Umfelderkennung, d. h. die Sicherheits-Laserscanner. Diverse Antriebsfunktionen werden ebenfalls konstant überwacht. FTF WERDEN PER FUNK AUFGEWECKT Ein weiteres Merkmal ist das energieeffiziente Batteriemanagementsystem. Bis zu drei Wochen – etwa bei Werksferien – lässt sich 01 Einige Hersteller erproben die Serienproduktion von Fahrzeugen ohne Fließband. Große FTF bewegen die Karosserien durch die Fertigung, kleinere übernehmen die Materialversorgung 02 Das Funknetzwerk sammelt (Funk-)Signale im Feld und überträgt diese über eine Sensor Bridge an die IT-Infrastruktur des Anwenders 01 www.foerdern-und-heben.de f+h 2019/11 19

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