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f+h fördern und heben 11/2019

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f+h fördern und heben 11/2019

DOPPELTE HUBWERKLÖSUNG

DOPPELTE HUBWERKLÖSUNG STELLT ZUSÄTZLICHE FLEXIBILITÄT BEREIT UND ERHÖHT UMSCHLAGSLEISTUNG Für die Prozesskrantechnologie ist die Papierindustrie eine Schlüsselbranche. Von der präzisen Positionierung einer Papiermaschinenwalze bis hin zum vollautomatisierten Lager für Papierrollen reicht das Aufgabenspektrum, das die entsprechenden Krane und Hebezeuge abdecken müssen. Welche Potenziale sich erschließen lassen, dafür ist die Laakirchen Papier AG ein gutes Beispiel. Zum wirtschaftlichen Rückgrat der Gemeinde Laakirchen in Oberösterreich gehört u. a. die Laakirchen Papier AG. An dem Standort produziert das zur Heinzel Group gehörende Unternehmen Publikations- und -Verpackungspapiere auf den beiden Papiermaschinen PM 10 und PM 11. Nach dem Umbau und der Modernisierung ist die Papiermaschine PM 10 spezialisiert auf die Produktion von leichtgewichtigen Wellpappenrohpapieren auf Basis von Recyclingpapier für umweltfreundliche Verpackungslösungen. Damit erhöht sich ihre Produktionskapazität nicht unerheblich. Gleichzeitig erweiterte der Betreiber die Produktionskapazität von SC-Papieren für Magazine, Kataloge und Werbedrucke auf der Papiermaschine PM 11. Die daraus resultierende Investition in ein neues Papierrollen-Versandlager ist ein wichtiger Baustein in der Wachstumsstrategie der Heinzel Group, die anstrebt, die wettbewerbsfähigste und umweltfreundlichste Papierfabrik Europas zu werden. 48 f+h 2019/11 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME WINFRIED BAUER, CHEFREDAKTEUR F+H Das Konzept, zwei Prozesskrane mit je zwei unabhängig verfahrbaren Windwerkkatzen auf einer Kranbahn einzusetzen, steht beispielhaft ››für die Kompetenz von Demag 30 PROZENT VERLADEZEIT GESPART Das Handling der Papierrollen in dem Versandlager übernehmen zwei Prozesskrane (Spurmittenmaß: 33 m) aus dem Hause Demag. Bei einem Füllgrad von 80 Prozent kann das Lager ca. 8 870 Tonnen Papier aufnehmen. Die Befüllung des Lagers geschieht rund um die Uhr im 24/7-Betrieb. Neben der begrenzten Fläche für die Lagerung der Papierrollen bestand die Herausforderung in den auf fünf Werktage eingeschränkten Verladezeiten. Vor allem zu Wochenbeginn, wenn das Rollenlager größtenteils gefüllt ist, muss die zügige Abfertigung der abholenden Lkw gegeben sein. „Um die Auftragsspitzen in dem Papierlager abzuarbeiten, haben wir den Fokus zunächst auf die Reduktion der Kranfahrten gelegt. Erreicht wurde dies mit der Installation von zwei Katzen auf jedem Kran“, so Markus Otto, Demag Sales Director Prozesskrane. Die Windwerke sind mit Vakuumhebern ausgestattet, mit denen sich die unverpackten Papierrollen schnell und vor allem Material schonend ein- und auslagern lassen. Jeder Kran ist so konzipiert, dass er Rollen mit einem maximalen Durchmesser von 1 500 mm, einer Breite von bis zu 3 300 mm und einem Maximalgewicht von 4,5 Tonnen paarweise oder einzeln umschlagen kann. Mithilfe der neuen Technologie beträgt die Systemleistung 104 Rollenbewegungen pro Stunde. Otto „Diese Leistungswerte ließen sich auch mit der Übertragung der schnellen Fahr- und Hubgeschwindigkeiten unserer Prozesskrane auf diese Zwei-Katz-Lösung realisieren.“ Mithilfe von Laser-Wegmesssystemen werden die Krane, bei denen alle sicherheitsrelevanten Funktionen 2-kanalig ausgeführt sind, präzise über den durch das Lagerverwaltungssystem vorgegebenen Bereichen positioniert. Für das Ansaugen der Papierrollen durch den Vakuumheber wird weniger als eine Sekunde benötigt. Die Hub- und Senkgeschwindigkeit beträgt 78 m/min mit Last und 120 m/min ohne Last. Auf einer Fläche von 2 700 m² stapeln die Krane die produzierten Papierrollen sortenrein turmartig bis zu einer Höhe von 15,05 m. „Mit dem neuen vollautomatisierten Lager können wir circa fünf Lkw pro Stunde beladen. Gegenüber einem manuell betriebenen Blocklager sparen wir rund 30 Prozent Verladezeit“, erläutert Dr. Thomas Welt, CEO der Laakirchen Papier AG. Zu der Systemleistung trägt auch das Demag-Lagerverwaltungssystem maßgeblich bei. „Die Software ordnet die Fahrbereiche beiden Kranen flexibel zu, optimiert die Belegung der Stellplätze und bereitet bereits angemeldete Auslageraufträge vor“, so Gerhard Lange, Demag Senior Project Manager Prozesskrane für die Papierindustrie. Die beiden Prozesskrane nutzen Potenziale beim Rollenhandling und beim Energieverbrauch: Die während des Senkvorgangs und der Verzögerung erzeugte elektrische Energie fließt über Rückspeiseeinheiten in das Stromnetz zurück. Somit lässt sich die Energiebilanz zusätzlich verbessern. FORTSETZUNG DER ZUSAMMENARBEIT Und die Investitionen in die Papiermaschinen und Krane haben sich für den Betreiber gelohnt. Zum Zeitpunkt des Vor-Ort-Termins waren die Arbeiten an einem dritten Bereich des Papierrollen-Versandlagers in vollem Gang. Die weiteren Kapazitäten werden auch dringend benötigt, denn die Geschwindigkeiten von PM 10 und PM 11 sollen sukzessive auf 1 600 bzw. 1 800 m/min hochgefahren werden. Da die beiden Prozesskrane mit Weitsicht ausgelegt wurden, sind die zusätzlichen Tonnagen für die Anlagen kein Problem. WB Fotos: Demag, f+h, Karte auf S. 49: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0 www.demagcranes.com www.foerdern-und-heben.de f+h 2019/11 49

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