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f+h fördern und heben 11/2020

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f+h fördern und heben 11/2020

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME FLEXIBLE KRANLOGISTIK LEGT BASIS FÜR VOLLAUTOMATISCHE ABLÄUFE IM PRESSWERK In Produktionsbetrieben, deren Anlagen mit häufigen Produktwechseln zurechtkommen müssen, spielt die Umrüstflexibilität der Ausrüstung eine große Rolle. Bei einem Presswerk, das vor allem Automobilteile herstellt, stand die schnelle Versorgung der Pressen mit komplexen, bis zu sieben Tonnen schweren Werkzeugen im Vordergrund. Mithilfe von stapelbaren Gestellen ließ sich die Hallenhöhe im Gegensatz zu einem staplerbedienten Lager um 50 Prozent besser ausnutzen. Der Einsatz von Barcodes an den Gestellen ermöglicht zusammen mit der Anbindung an die Software zur Arbeitsvorbereitung respektive das ERP-System eine vollautomatische „Just in Time“-Bereitstellung der Werkzeuge am Einsatzort. „Wir sind Blechteilehersteller und versorgen die Automobilindustrie sowie weitere Branchen mit hochwertigen Stanz- und Biegeteilen sowie fertigen Baugruppen aus Stahl, Aluminium, Messing oder Kupfer“, so Hans-Martin Tekeser, Geschäftsführer der Alzner Automotive in Grafenau. Dabei setzt das 2004 gegründete Unternehmen auf moderne Produktionstechnologien, hohe Qualität sowie seine Kompetenz zur partnerschaftlichen Entwicklung neuer Lösungen z. B. im Bereich der Elektromobilität. Zur Stanztechnik gesellen sich noch zahlreiche weitere Verfahren wie Biegen, Laserschneiden, Schweißen, Clinchen und Toxen sowie die Komplettierung mit zusätzlichen Komponenten aus Metall, Gummi, Folien oder Klebepads. Dabei übernimmt man Verantwortung für die Herstellung komplett einbaufertiger Baugruppen, die der Kunde direkt in seinen eigenen Fertigungsprozess eingliedern kann. Von großer Bedeutung sind für Alzner zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Konstruktion, Werkzeugbau, Qualitätskontrolle und Logistik. Aus diesen Gründen genießt ferner die möglichst vollständige Vernetzung aller Prozesse von der Entwicklung bis hin zur Fertigung mithilfe IT-gestützter Verfahren eine hohe Bedeutung in den Überlegungen des Unternehmens. Die hauptsächlich eingesetzten Pressen aus dem Hause Schuler verfügen über den IIoT-Connector, mit dem sich der Betriebsstatus der Anlagen jederzeit abrufen lässt. Hierzu gehören auch alle Informationen über das aktuelle Werkzeug, die Hubzahl, die Presskraft sowie die Schmier- und Kühlkreisläufe. HOHE FLEXIBILITÄT BEI DEN STÜCKZAHLEN … „Da wir im Pressenbereich eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte in pro Abruf stark variierenden Stückzahlen von einigen 22 f+h 2020/11 www.foerdern-und-heben.de

01 10 000 Teilen bis herab zu einzelnen Prototypen herstellen, müssen wir unsere Anlagen häufig umrüsten“, ergänzt Tekeser. Flexibilität beim Eingehen auf Kundenwünsche habe hierbei Priorität. 02 Bei vielen Werkzeugen handelt es sich um Folgeverbundwerkzeuge. Im Prinzip sind dies selbst wiederum komplexe Einheiten, in denen die gewünschten Teile in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten aus einem durchlaufenden Band zunächst gestanzt und anschließend schrittweise umgeformt werden. Sie bestehen aus Ober- und Unterteil mit zahlreichen beweglichen Teilen, sind bis zu 6 m lang und bringen bis zu sieben Tonnen auf die Waage. Nach dem Einsatz werden die Werkzeuge überprüft, gewartet und anschließend wieder eingelagert. Die Schnelligkeit und Effizienz beim Auswechseln sowie Ein- und Auslagern dieser Werkzeuge hat großen Einfluss auf die Produktivität der Anlagen und damit auf die Wirtschaftlichkeit der Fertigung. … ERFORDERT EINE EFFIZIENTE WERKZEUGVERSORGUNG „Ende 2018 bat uns Alzner um Vorschläge für eine geeignete Lösung“, erinnert sich Jan Guthmann, Geschäftsführer der H+H Herrmann + Hieber GmbH, Denkendorf. Konkret sei es um den Transport und die vollautomatische Lagerung von ca. 100 Werkzeugen in zwei Hallen mit einer dazwischenliegenden überdachten Kaltstrecke für Lkw-Transporte gegangen. 01 Der Automatikkran übernimmt den Umschlag von Gestellen, die mit Werkzeugen, Blechen oder Coils beladen werden können 02 Die Investition markierte den Auftakt einer auf lange Zeit angelegten Partnerschaft: Hans-Martin Tekeser (r.), Geschäftsführer der Alzner Automotive GmbH, und Jan Guthmann, Geschäftsführer der H+H Herrmann + Hieber GmbH

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