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f+h fördern und heben 12/2015

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MATERIALFLUSS Ware

MATERIALFLUSS Ware berührungslos entpacken Automatische Defolierung: Ein unkonventionelles Verfahren zur effizienten Vereinzelung Das automatisierte Entpacken von folierten Gütern ist schon seit längerem Gegenstand verschiedener Entwicklungsprojekte. Nun wurde eine Methode realisiert, die praxistaugliches Potenzial birgt. Die LMS Development Concept ist eine eingetragene Marke, hinter der das gleichnamige Unternehmen aus Markkleeberg steht. Als Entwickler für Automationsverfahren gegründet, ist die Firma mittlerweile auch in den Bereichen Marketing, Webdesign sowie der Softwareentwicklung tätig. Gemeinsam mit Partnern aus dem Bereich Sondermaschinenbau hatte das Unternehmen bereits im Jahr 2012 den Grundstein für die Entwicklung eines industriell nutzbaren, automatisierten Verfahrens zur Defolierung gelegt. Dabei sollte die Methode sowohl für folierte Güter auf Paletten als auch Einzelgebinde anwendbar sein. Eine Voraussetzung für die Realisierung der Anwendung war die Grundlagenforschung im Bereich „Schneiden von Kunststofffolien“. Die Forschungsergebnisse flossen schließlich in eine Lösung basierend auf einer gezielten, ausgewogenen Auf den Punkt gebracht Kombination aus Laserlicht, Druckluft sowie der Geschwindigkeit der eingebundenen Fördertechnik, ein. Drei Komponenten – eine Lösung Bei der neu entwickelten laserbasierten Defolierungsmethode sollen Güter während des Transports auf einer Förderanlage berührungslos entpackt werden. Aus diesem Grund müssen Transportgeschwindigkeit, der Laser sowie die Druckluft zum Entfernen der Folien genau aufeinander abgestimmt sein. Der Laser dient zum Schneiden der Folien. Erst nach dem Schneidvorgang lässt sich mit einer bestimmten Kombination aus Unterdruck und Druckluft die Folienverpackung komplett vom Produkt ent fernen. Mithilfe dieses Verfahrens sollen die Voraussetzungen für eine beschleunigte Was ist Defolierung? Die Defolierung ist ein automatisiertes Verfahren zum Entpacken von in Folie verpackten Gütern. Bisher konnten z. B. Paletten nur automatisiert defoliert werden, wenn sie in einem engen Rahmen bestimmten Richtlinien folgten, z. B. keine überstehenden Kartons, keine hitzeempfindlichen Gegenstände. Genau an diesem Punkt setzt das neue Verfahren an. Wie arbeitet das Verfahren? Die Methode wurde zur Anwendung im Versandhandel entwickelt und arbeitet mit lasergestützter Technologie. Durch gezielte Kombination von Laserlicht und Druckluft lassen sich mithilfe der Anwendung die meisten Folien entfernen. Wo lässt sich das Verfahren einsetzen? Das Verfahren kann in der Warenannahme sowie in der Kommissionierung eingesetzt werden. Warenannahme und die Reduzierung der Anzahl durch Cuttermesser oder ähnliche Werkzeuge beschädigte Güter geschaffen werden. Dabei sieht der Hersteller sein geschütztes Verfahren als Alternative zu bereits bestehenden Geräten, denn mithilfe der Methode sei die automatisierte Defolierung von Gütern unterschiedlicher Formen und Abmessungen problemlos möglich. „Die Defolierung von Kleingebinden ist ein echter Fortschritt. Nun besteht die Möglichkeit auch Bündelpackungen oder andere Gebinde schonend, schnell und ohne menschliches Zutun zu entpacken und zu vereinzeln“, so Louis Macián Seriot, Inhaber von LMS Development Concept. Die neu entwickelten Defoliermaschinen werden je nach Auftrag von verschiedenen Maschinenbauunternehmen gefertigt. Unterstützt wird die Herstellung der Systeme von Mitarbeitern der LMS Development Concept, die als Entwickler des Verfahrens über das entsprechende Knowhow verfügen. Nach Aussage des leitenden Ingenieurs der Fertigung sei das Verfahren für Logistikunternehmen genauso prädestiniert wie für Händler mit größerem Warenumsatz. Der Einsatzbereich liege dabei vor allem in der Warenannahme sowie in der Kommissionierung. In Bezug auf Service ist bei Bedarf ein umfassendes Softwarepaket verfügbar, das die Dokumentation, Überwachung sowie Fehlerbehebung der Defolieranlage voll automatisch durchführt. Dieses Softwarepaket lässt sich individuell an die jeweilige Anlage anpassen. Foto: LMS Development Concept www.lms-development-concept.de 24 f+h 12/2015

LAGER Qualität, die ankommt Koch-Lagertechnik stattet neues Lager von Finke mit passender Möbellogistik aus Das neue Möbelzentrum Finke, Hamm, hat kürzlich seine Pforten geöffnet. Auf circa 45 000 m 2 entstand das Center „Erlebnis-Einrichten“ sowie der erste Mitnahmemarkt „Carré“. Für die Ausstattung mit Transport- und Lagerbehältern für Möbel und Geräte hat Finke das Unternehmen Koch-Lagertechnik aus Lage/Lippe beauftragt. Der Sprecher der Finke Geschäftsleitung, Dr. Rudolf Christa, betont, dass vor allem die Architektur und die Fassadensprache der Neubauten hervorzuheben sei. Das Konzept von außen setze sich ebenso hochwertig innen fort, mit einer wohnbildhaften Darstellung in allen Wohngruppen. Mit der Eröffnung des siebten Möbelhauses ist sich Inhaber Wilfried Finke sicher: „Unser Wunsch ist es, den Sprung in die Top Ten des deutschen Möbelhandels zu schaffen.“ Mehr Möbelumsatz bedeutet gleichzeitig aber auch neue Herausforderungen an die Logistik. Um sich diesen zu stellen, hat das Möbelunternehmen in Paderborn rechtzeitig sein Zentrallager erweitert und nahezu zeitgleich ein 7-stöckiges Etagenlager für die Küchenlogistik erstellt. An 20 Rampen wird dort seit September dieses Jahres die An- und Auslieferung der kompletten Küchen abgewickelt. Zusätzlich verfügt der Standort Hamm auch über jeweils ein neues Lager für die beiden dortigen Häuser. Koch-Lagertechnik übernimmt die Aus stattung mit Transport- und Lagerbehältern und sorgt so für eine optimale Logistik vor Ort. – findet bei der Multi-Box durch eine unter Federspannung gehaltene zentrale Metallplatte vorn, unterhalb der Bodenplatte statt (Bild). Danach wird das linke Seitenteil um 270° nach hinten geschwenkt, sodass der leere Ladungsträger ein „L“ bildet. Beim Herunterklappen der Bodenplatte rastet diese rechts und links mithilfe der Federspannung automatisch ein, ohne dass zusätzlich zwei Überwurfhaken betätigt werden müssten. „Durch die Verwendung größerer Rohrdurchmesser liegt die Nutzlast bei den 130 und 195 Zentimeter breiten Boxen um 200 Kilogramm höher als üblich“, so Lagerleiter Siegfried Margies. Auch für die Ausrüstung der Tore mit Torabdichtungen hat sich Finke für ein Produkt, Modell TAS-SK, von Koch-Lagertechnik entschieden. Hier sorgen Schaumkerne in den Seitenteilen und die Hubdach-Automatik dafür, dass falsch anfahrende oder Fahrzeuge mit Überhöhe die Torabdichtungen nicht beschädigen können. Fotos: Koch-Lagertechnik www.koch-lagertechnik.de Einfache Handhabe – sicherer Transport Leere Multi-Boxen mit Griffplatte für die Einhand-Entriegelung in der Mitte der Bodenplatte Vor allem kommen die Geräte vom Typ Multi-Box zum Einsatz. Die Boxen verfügen über eine besondere Seitenhöhe von 1,9 m. Zudem sind die Rohre an den oberen Seitenteilen gerade durchgehend, sodass sich auch lange Möbelteile gut und beschädigungsfrei anlehnen lassen. Das hintere Rückenrohr ist darüber hinaus konstruktionsbedingt ca. 20 cm höher angebracht. Alle Lagerboxen lassen sich im Leerzustand zusammenklappen, damit sie, wenn sie auf die Aufnahme neuer Ware warten, möglichst wenig Platz einnehmen. Die Bodenplatte muss zuerst entriegelt werden, bevor sie hochgeklappt werden kann, da sie für das Anheben im Staplerbetrieb mit den Seitenteilen fest verbunden sein muss. Diese Entriegelung – mit einer Hand f+h 12/2015 25

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