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f+h fördern und heben 12/2017

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f+h fördern und heben 12/2017

PERSPEKTIVEN KOMPLEXE

PERSPEKTIVEN KOMPLEXE AUFTRAGSKOMMISSIONIERUNG BEHERRSCHEN – ABER WIE? Angesichts des steigenden Bedarfs über unterschiedlichste Kanäle Ware ordern zu können, müssen Handelsunternehmen ihre Vertriebsmethoden neu gestalten respektive effizientere und kostengünstigere Möglichkeiten in der Auftragsabwicklung finden. In der Vergangenheit haben Handelsunternehmen den Fokus auf Hypermärkte und Supermärkte gelegt, mit einem Zentrallager und einem Kommissionierprozess – eine Standardlösung, bei der das Lager Waren an die Filialen lieferte. Heute ist die Lieferkette nachfragegesteuert. Filialen fordern Waren an, die stark nachgefragt werden, und die Verbraucher bestellen das, was sie brauchen, direkt beim Lager. Dieser „Omni-Channel-Effekt“ stellt den Lagerbetrieb vor neue Herausforderungen, so sind z. B. die Aufträge nicht mehr so übersichtlich wie früher. Komplexe Aufträge sind jedoch nicht die einzigen Faktoren, die die Auftragsvorbereitung erschweren: Heute ist es durchaus möglich, dass ein und derselbe Handelskonzern einen Online-Shop, eine Hypermarktkette, eine Supermarktkette sowie mehrere Bedarfsartikelläden betreibt. So unterschiedlich wie die Art dieser „Geschäfte“ ist, so verschieden ist dann mitunter auch die Art der georderten Ware respektive die Menge an Waren, die im jeweiligen Shop-Modell geordert wird. SÉBASTIEN SLISKI, GENERAL MANAGER SUPPLY CHAIN SOLUTIONS BEI ZETES Der Wunsch nach der neuesten Technologie ist verständlich, aber was aus heutiger Sicht noch großartig ist, muss nicht unbedingt gut für morgen sein FLEXIBLE LÖSUNGEN SIND GEFRAGT Handelsunternehmen arbeiten intensiv daran, alle gewünschten Bestell- und Lieferoptionen anzubieten. Die Unternehmen sind aus diesem Grund daran interessiert, ihre Prozesse zu optimieren und setzen auf die Kombination verschiedener Lösungen für die Auftragskommissionierung, um die zunehmend komplexeren Aufträge innerhalb ein und desselben Lagers bearbeiten zu können. So lässt sich heute beobachten, dass ein Zentrallager den Kommissionierbetrieb auf drei oder vier verschiedene Weisen durchführt. Um diese Arbeitsweise zu übernehmen und innovativere Lösungen in der Auftragskommissionierung herbeizuführen, denken viele Einzelhandelsunternehmen vermutlich zunächst einmal daran, ihr Warehouse-Management-System (WMS) aufzurüsten. Dies kann sich als zeitaufwändig und kostspielig erweisen. Bis dies umgesetzt und die „neue“ Technologie in Betrieb genommen wird, ist womöglich schon wieder etwas Neues notwendig, wie „Voice Picking“, „Pick by Light“ oder gar künstliche Intelligenz. „Nehmen wir zum Beispiel ein Handelsunternehmen, das sich entschieden hat, in ein automatisiertes Lager zu investieren. Vor der Installation der Technologie müssen erst einmal die Auftragsvolumina analysiert werden“, so Sébastien Sliski, General Manager Supply Chain Solutions bei Zetes. Verarbeitet ein Lager z. B. gegenwärtig 40 000 Kartons, so wird die Automatisierung anhand dieser Zahl konzipiert. Aber was, wenn morgen 60 000 Kartons verarbeitet werden müssen? Sliski: „Ganz einfach − das Lager könnte diesen Anstieg im Auftragsvolumen nicht bewältigen.“ Würde umgekehrt von 60 000 Kartons ausgegangen und das tatsächliche durchschnittliche Volumen betrüge dann nur 45 000 Kartons, so erwiese sich die Investition als überdimensioniert und schwer zu rechtfertigen. „Zweifelsohne besteht Bedarf an flexibleren Lösungen, die nachhaltig und vor allem skalierbar sind.“ KOMMISSIONIERMETHODEN BEDARFSGERECHT EINSETZEN Bevor ein Unternehmen in ein automatisiertes Lager investiert, gilt es andere Möglichkeiten zu betrachten, um einen optimalen Kommissionierbetrieb aufzubauen. Hierzu können „Voice-Lösungen“ für Aufträge mit kurzen Wegen oder „Pick by Light“-Lösungen gehören, die sich gut für Aufträge mit seltener nachgefragten Artikeln eignen. Ein Zentrallager könnte außerdem „Pick by Cart“- und Visualisierungstechnologie einsetzen, um Aufgaben zu erledigen, für die man früher eher Handheld-Geräte verwendet hat. Durch die Entwicklung moderner Funktionen innerhalb der älteren WMS-Lösungen mit einer Kombination aus drei oder vier prozessgesteuerten Lösungen können Handelsunternehmen mehr Flexibilität in ihrer Lieferkette freisetzen. Letztendlich bedeutet dies, dass sie, falls morgen eine effizientere Technologie 14 f+h 2017/12 www.foerdern-und-heben.de

auf den Markt käme, diese einführen könnten, ohne deswegen ihr WMS komplett überholen zu müssen. Die Technologie an sich ist sehr selten flexibel. Vielmehr sind es die Prozesse und Systeme, die für die nötige Anpassungsfähigkeit in der Lieferkette sorgen. Wird am Anfang richtig investiert und werden flexible Prozesse geschaffen, sollte die Einführung neuer und innovativer Technologie einfach sein. Die Handelsunternehmen sollten ihre Prozesse gründlich analysieren, um kleine Veränderungen zu identifizieren, die sie bei der Erfüllung der Kundenaufträge verbessern können. Die Technologie sollte nicht darüber bestimmen, für welche Lösung zur Auftragskommissionierung sich ein Unternehmen entscheidet. Vielmehr sollte es auf Basis dieser Erkenntnis alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten optimal nutzen. Fotos: Aufmacherfoto iStockphoto/stockvisual, Zetes www.zetes.com/de Schnell, flexibel und leicht transportieren: „MOVER“ von Dr. TRETTER ..................................... • bis zu 1 Tonne belastbar • leicht (2,7 kg) • kompakt (B146 x L172 mm) • blockierfrei & leichtgängig • geringer Wendekreis • sicherer Halt der Last • reduzierte Kippgefahr 73098 Rechberghausen T +49 7161 95334-0 F +49 7161 51096 www.tretter.de

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