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f+h fördern und heben 12/2017

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f+h fördern und heben 12/2017

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME DIGITALISIERTE PROZESSE ERHÖHEN EFFIZIENZ IM LAGER Der mittelständische Elektrospezialist Jäger Direkt arbeitet an seinem neuen Standort im hessischen Heppenheim mithilfe flächendeckender WLAN-Infrastruktur heute komplett digital. Die Prozesse laufen nun effizienter ab, als noch zu Zeiten da vorwiegend analog gearbeitet wurde. Heppenheim an der Bergstraße, kurz nach sieben Uhr morgens: Schichtbeginn für Ralf Rosenblatt, Versandleiter des Elektronikspezialisten Jäger Direkt. Auf seinem Tablet ruft er das Warenwirtschaftssystem seines Arbeitgebers auf. Die erste Bestellung des heutigen Tages: Steckklemmen, Schalterdosen und Datenleitungen für einen Elektriker in Würzburg, eingegangen im Onlineshop am Vortag um 16:25 Uhr. Die Bauteile müssen umgehend raus. Der Elektro-Versandhändler verspricht Kunden, die bis 17 Uhr bestellen, einen Lieferservice innerhalb von 24 Stunden. Die richtige Regalreihe und das entsprechende Fach mit den georderten Komponenten findet Rosenblatt auf Anhieb – mithilfe seines Gabelstaplers: Ein Staplerleitsystem lotst das Flurförderzeug durch das Lager. Mit einem elektronischen Scanner verbucht Rosenblatt die Waren für den Versand und transportiert sie ein paar Meter weiter in den Kommissionierbereich, der an das Hochregallager angegliedert ist. Dort verpacken seine Kollegen die Sendung umgehend und nur zehn Minuten später ist diese bereits fertig für den Versand. Zeitgleich bearbeitet Rosenblatt den nächsten Auftrag − Spezialwerkzeuge für einen Handwerksfachbetrieb. VON HESSEN IN DIE WELT Etwa 20 000 Kunden, darunter Elektriker, Haustechniker und Installateure, beliefert das 250 Mitarbeiter starke Unternehmen aus Reichelsheim – ca. 30 km südlich von Darmstadt gelegen − mit elektrotechnischen Komponenten: vom Werkzeug über Lichtschalter, Leuchtmittel und Wandverteilern bis hin zu Bauteilen für die Hausautomation. In 15 Ländern weltweit sind die Hessen aktiv, von den Niederlanden über Österreich bis nach China. Mit Erfolg: Gegründet 1990, erwirtschaftete Jäger Direkt im Jahr 2016 bereits 50 Millionen Euro. Bis 2020 will das Unternehmen den Umsatz auf 100 Millionen Euro verdoppeln. Die Zahl der Mitarbeiter soll auf 400 steigen. LANGE WEGE UND ZEITRAUBENDE PROZESSE So rasch und problemlos wie heute verliefen die Arbeitsprozesse bei Jäger Direkt nicht immer. Denn bis vor kurzem arbeitete der mittelständische Betrieb in vielen Bereichen noch weitgehend analog. So erhielten Rosenblatt und seine Kollegen früher für jeden einzelnen Auftrag einen neuen Bestellzettel, anhand dessen sie die Ware suchen, verpacken und in den Kommissionierbereich bringen mussten. Die Mitarbeiter dort überprüften jede Sendung vor dem Versand noch einmal händisch, glichen die Ware mit den Daten auf dem zugehörigen Papierbeleg ab. Zudem verschlang die interne Logistik viel Zeit und machte die Prozesse ineffizient. Aufgrund des raschen Wachstums des Unternehmens in den vergangenen Jahren wurde die bisherige Produktions- und Logistikumgebung zu klein − zuletzt unterhielt Jäger Direkt eine Produktionsstätte und zwei Lager, die jeweils etwa 15 bis 20 km voneinander entfernt lagen. Distanzen, für die zwischen den Standorten in Heppenheim, Reichelsheim und Mörlenbach eine eigene Spedition von Nöten war, um täglich die Elektro-Komponenten zwischen den Standorten hin und her zu transportieren. DIGITALES ARBEITEN UNTER EINEM DACH Der Expansionsdruck erforderte den Bau einer neuen Halle, die nicht nur Produktion, Lager und Logistik unter einem Dach vereinen, sondern das Unternehmen ins digitale Zeitalter „katapultieren“ sollte. Dafür wollte der Mittelständler kurz nach der Grundsteinlegung für das Bauvorhaben auch die Voraussetzungen für eine neue, vollständig vernetzte Arbeitsweise schaffen: eine schnelle, flächendeckende und störungsfreie WLAN-Infrastruktur im ganzen Gebäudekomplex. Zur Realisierung dieses umfassenden Projekts setzte das Unternehmen auf die Kompetenzen und Erfahrung der Deutsche Telekom: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte“, sagt Jens Fischer, Mitglied der Geschäftsleitung von Jäger Direkt. „Und der Deutschen Telekom trauten wir diese Aufgabe am ehesten zu.“ Das Drahtlosnetzwerk sollte bereits während der Bauphase geplant und ausgeleuchtet werden, der Anbieter also die funktechnischen Gegebenheiten der neuen Räumlichkeiten schon in der leeren Halle erfassen und daraus ableiten, wie viele Zugangspunkte an welchen Stellen angebracht werden müssen. „Das machen wir in großen Lagern oder Produktionsstätten in der Regel erst, sobald das Gebäude fertig und vollständig eingerichtet ist“, so Falko Schwarz, Vertrieb Großkun- 24 f+h 2017/12 www.foerdern-und-heben.de

den und Account Manager Region Mitte bei der Deutschen Telekom. „So mussten wir bereits bei unserer theoretischen Planung mögliche Störfaktoren berücksichtigen, ohne sie vorher messen zu können.“ Denn während sich das WLAN-Signal in einer leeren Halle ungestört ausbreite, würden sich im späteren Betrieb die Maschinen in der Produktion ebenso ab wie die Regale im Lager negativ auswirken. „Die Warenstapel im Lager dämpfen das Signal zusätzlich.“ EFFIZIENZ ERHÖHT – FEHLERQUOTE GESENKT Mit 190 WLAN-Zugangspunkten ist die 14 500 m² große Halle in Heppenheim heute umfassend vernetzt. WLAN-Empfang in jedem Winkel des Gebäudes macht vollständig digitalisierte Prozesse störungsfrei möglich – von der Lagerverwaltung über die Warenwirtschaft und den Materialfluss bis hin zur Produktion. Im Mai 2016 hat Jäger Direkt den neuen Standort in Betrieb genommen, die rd. 15 Millionen Euro schwere Investition in die neue Halle und Infrastruktur macht sich bereits bezahlt: Zwischen Heppenheim, Reichelsheim und Mörlenbach sind keine Speditions-Lkw mehr unterwegs. Die Produktion arbeitet um 20 Prozent effizienter, die Kommissionierprozesse laufen doppelt so schnell ab wie in der Vergangenheit, im Versandbereich ist die Fehlerquote um 50 Prozent gesunken. „Wir mussten uns in der neuen Umgebung erst aufeinander einspielen“, sagt Jäger-Manager Fischer. „Da ist also noch Potenzial für weitere Steigerungen.“ Foto: Fotolia www.telekom.de MEHR EFFIZIENZ IN DER INTRALOGISTIK: Fördern, lagern, automatisieren … AMI bewegt! Ihr Lösungsanbieter für die Handelslogistik 4.0! Qualität ist kein Zufall. Sie steckt im Detail und ist das Ergebnis kompetenter Köpfe und engagierten Handelns. Mit unseren herausragenden Lösungen in der Förder-, Lager- und Automatisierungstechnik erhalten Kunden mehr als eine Garantie ... ein Qualitätsversprechen! AMI: Automation Materialfluss Intralogistik auf höchstem Niveau. AMI Förder- und Lagertechnik GmbH Leystraße 27 | D-57629 Luckenbach | Fon: +49 2662 9565-0 info@ami-foerdertechnik.de | www.ami-foerdertechnik.de AMI.indd 8590_AMI_Anzg_185 1 x 60 mm.indd 1 31.05.2017 30.05.17 07:55:34 13:22 www.foerdern-und-heben.de f+h 2017/12 25

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