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f+h fördern und heben 12/2017

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f+h fördern und heben 12/2017

PRODUKTE UND SYSTEME 02

PRODUKTE UND SYSTEME 02 ger auf eine höhere Packungsdichte. Denn allein der Raum- oder Volumenanteil für Bediengassen fällt deutlich geringer aus. Und im Vergleich zu Paletten-Durchlaufregalen lässt sich mit dem Shuttle- System die Höhe des Lagers besser nutzen. Je länger der Kanal ist, desto mehr wirkt sich dies aus. Beim Paletten-Durchlaufregal besteht ein Gefälle von vier Prozent, d. h.: Nach 25 m Tiefe ist rechnerisch ein Meter verloren. Beim Shuttle-Lager wirkt sich dagegen die Tiefe des Kanals nicht auf die Höhe der Anlage aus, denn die Schienen werden waagerecht in den Kanälen angebracht. Die Anlage ist 14,6 m breit, etwa acht Meter tief und etwa zehn Meter hoch. Der Betreiber lagert zehn Paletten nebeneinander, zwölf hintereinander und je nach Höhe der Produkte drei oder vier übereinander. In der Summe hat die Anlage eine Kapazität von 420 Stellplätzen. UND SO FUNKTIONIERT DAS SHUTTLE Am Wareneingang holt der Mitarbeiter mit einem Stapler jeweils eine volle Palette ab und stellt sie auf das Shuttle im Kanal. Ein akustisches Warnsignal ertönt. Das Fahrzeug fährt mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s in den Kanal und stellt die Palette ab – während der Bediener die nächste Ware holt. „Wir bestücken je nach Anzahl der Produkte zwei, drei Kanäle sortenrein“, erklärt Logistikleiter Strobel. Der Gabelstapler setze das Shuttle bei Bedarf auch zwischen den Kanälen um. Die Auslagerung geschieht ebenfalls kontinuierlich. Das Fahrzeug bewegt sich im Kanal unter die erste Palette, hebt diese an und fährt zurück zum Kanalende, wo der Stapler den Ladungsträger aufnimmt. Während der Staplerfahrer die Palette zu dem wenige Meter entfernten Rollenförderer bringt, über den der Ladungsträger in die Montage gelangt, holt das Shuttle die nächste Palette. Bedient wird das Lager nach dem LiFo-Prinzip. „Wir ziehen zuerst alle Paletten aus den ersten und den zweiten Kanal ab. Bevor wir an den dritten Kanal gehen, füllen wir die ersten beiden wieder auf“, erläutert Strobel. Bei Kanallagern muss der Staplerfahrer sein Flurförderzeug nicht in das Regal hinein steuern. Somit sind Beschädigungen an den Regalstützen weitgehend ausgeschlossen. Möglich ist zudem eine Inventurfunktion: Das Shuttle zählt beim Abfahren des Kanals selbstständig die Paletten. An den Stirnseiten des Promotion-Shuttles ist jeweils einen Personen-Laserscanner angebracht, der in Fahrtrichtung Körper und Gegenstände erkennt. Auf der Stirnseite befindet sich zudem ein Not-Aus-Schalter. Ein Sensor misst den Abstand des Fahrzeugs zum Kanalende. Etwa 80 cm davor wird das Fahrzeug langsamer und automatisch schaltet sich ein induktiver Sensor ein. Das Shuttle ist zudem mit einem Paletten-Überhangsensor ausgestattet. Dieser setzt ein, wenn die Palette schief gepackt ist und die Ware über den Ladungsträger ragt. Der Sensor erkennt den Überhang und stoppt das Kanalfahrzeug entsprechend früher, damit der erforderliche Abstand zwischen den Waren immer eingehalten ist. Eingesetzt wird das Shuttle etwa 20 bis 30 Mal am Tag. VON STATISCH ZU DYNAMISCH Andere Großgebinde, deren Umschlagsgeschwindigkeit geringer ist, werden in einem Palettenregalsystem vom Typ Pro bevorratet, 32 f+h 2017/12 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME 03 04 das sich gegenüber der Shuttle-Anlage befindet. Aufgeteilt ist die Anlage in zwei Einfach- und drei Doppelregalreihen. Diese haben Gesamtbreiten von 14 bis 17 m, sind acht Meter hoch und bieten Platz für ca. 900 Paletten. Ausgestattet sind sie mit Gangzeilenschildern, Stellplatznummerierungen sowie Tiefenauflagerahmen mit Durchschubsicherung. Für rollfähige A-Artikel kommt eine Paletten-Durchlaufregalanlage zum Einsatz. Mit dieser Technik lässt sich das FiFo-Prinzip einfach umsetzen. Denn die Ladeeinheiten rücken selbstständig bei Entnahme durch den Gabelstapler nach. Durch den ausreichenden Nachschub werden Leerzeiten beim Kommissionieren vermieden. Die Anordnung der Durchlaufkanäle neben- und übereinander führt zudem zu einer hohen Lagerdichte. Um für eine mühelose und staudruckfreie Entnahme der Paletten in den Durchlaufkanälen zu sorgen, hat Bito in jedem Kanal die Nachlaufsperre Flowstop montiert. Diese ist auf der Entnahmeseite angebracht und separiert die erste Palette vom restlichen Palettenpulk. Die erste Palette lässt sich somit vom Staplerfahrer ohne Staudruck des Palettenpulks aus dem Kanal entnehmen. Zwischen erster und zweiter Palette ist so eine Lücke von mindestens 200 mm vorhanden. WARENEINGANG, LAGER UND FÖRDERTECHNIK: EIN EFFEKTIVES GESAMTSYSTEM Zurück zum Lager. Der Fahrer stellt mit seinem Stapler soeben die von der Produktion angeforderten Waren auf den Rollenförderer. Ein Lastenaufzug, der daran angeschlossen ist, hebt die Palette eine 02 In der Blechfertigung kommen Kragarmregale zum Einsatz 03 Die Stückgut-Durchlaufregalsysteme werden von hinten bestückt, und von vorn kann der Mitarbeiter die Teile entnehmen 04 Für den Warenausgang lieferte und installierte Bito Paletten-Durchlaufregale Etage höher in die Montage. Dort entnehmen Mitarbeiter diese mit Regalbediengeräten und beschicken die Arbeitsplätze, an denen Kompressoren, Saugmaschinen, Abscheidesysteme, Saugzubehör und Systeme zur Zahnerhaltung montiert werden. Die Mitarbeiter legen die fertigen Produkte von hinten in das Stückgutdurchlaufregalsystem, die Kollegen entnehmen diese dann von vorn. Fertige Kompressoren kommen auf ein Förderband. Alle Waren werden auf Sicherheit geprüft, verpackt und im Fertigteilelager kundenneutral in Durchlaufregalen bereitgestellt und auftragsbezogen kommissioniert. Wareneingang, Lager und Fördertechnik arbeiten effizient zusammen – wie Dürr Dental und Bito Lagertechnik. Und das nicht nur bei der problemlosen Montage, sondern bereits in der Beratung. „Drei Jahre nach dem Brand stehen wir besser da als je zuvor“, resümiert Strobel. Fotos: Bito www.bito.com www.foerdern-und-heben.de f+h 2017/12 33

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