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f+h fördern und heben 12/2017

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f+h fördern und heben 12/2017

FORSCHUNG UND

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG wagen. Weltweit sei ein zunehmendes Eindringen der FTF in die Einsatzbereiche des klassischen Gabelstaplers zu verzeichnen. Firmen wie Grenzebach Maschinenbau und MLR System präsentierten ihre aktuellen Lösungen in diesem Segment, die heute in der Automobilproduktion und morgen in der durchgängig vernetzten Smart Factory nutzbar sind. Aber nicht nur für den Transport sei das FTF gefordert, sondern zunehmend auch für den aktiven Zugriff auf die Transportware, die Handhabung von Transportbehältern, Paletten und von Einzelstückgut, so Schaeffer in seiner Zwischenmoderation. Hierfür sei das FTF ohnehin bereits aufgrund seiner Onboard-Sensorik zur Umgebungserfassung und für den Kollisionsschutz aus gerüstet. Hinzu kämen dann noch das aktive Lastaufnahmemodul, die Hubeinrichtung und in manchen Fällen auch der Roboterarm. Im Technologieforum zeigten die Experten der Firmen Viastore Systems, Magazino und des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Intralogistik IML Lösungen für genau diese Anforderung im Markt. KOMMISSIONIERUNG MIT DEM FTF PROF. DR. THOMAS BAUERNHANSL, LEITER DES FRAUNHOFER IPA Unser Ziel ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit produzierender Unternehmen mit Fokus auf strategische Eckpfeiler wie Nachhaltigkeit und Personalisierung Der weltweit stetig zunehmende Online-Handel verlangt nach automatisiertem Kommissionieren mit FTF, was ein weiterer Fokus des Technologieforums war. Das Motto „Bestellen in Sekunden – Kommissionieren in Minuten – Ausliefern in Stunden“ bestimmt den Takt der Intralogistik. Es entstehen neue Paradigmen der teil- oder vollautomatisierten Kommissionierung mit FTF wie „Ware zum Mann“, „Mann zur Ware“, „Pick by Voice“, „Pick by Light“ oder auch „Pick by Robot“. Um diese zu erörtern, präsentierte die Firma Safelog Lösungen in den Feldern „Intelligenter Kommissionierwagen“ sowie Als wissenschaftliche Reputation könne das Institut allein in 2016 insgesamt 40 interne Erfindungsmeldungen, 21 neue Patentanmeldungen sowie 24 erteilte Patente und annähernd 1 000 Veröffentlichungen vorweisen. Man produziere für die Zukunft und sei dabei Partner der deutschen Industrie. „Mehr als 1 000 Projekte pro Jahr realisiert das Institut zusammen mit Industriekunden. Dafür arbeiten in den Reihen des IPA Forscher, Entwickler und Vordenker als Technologieberater und Innovationstreiber zugleich. In Sachen Fahrerlose Transportsysteme haben wir die Kompetenz aus mehr als 30 Jahren Erfahrung. Der Schwerpunkt unserer Forschung liegt aktuell auf der leitlosen, autonomen Navigation.“ Als eine maßgebliche Voraussetzung für die Autonomisierung von Systemen nennt Prof. Bauernhansl die Vernetzung aller Wertschöpfungsprozesse über hochbreitbandige Telekommunikation wie IoT oder Cloud-Computing, was mittlerweile schon Realität sei. Jetzt gelte es, die Kombination von klassischen Technologien und künstlicher Intelligenz zu forcieren, um autonome und vor allem selbst-organisierende Systeme wie Fahrerlose Transportfahrzeuge respektive autonome Roboter weiterzuentwickeln. FAHRERLOSE TRANSPORTFAHRZEUGE UND GABELSTAPLER „VERSCHMELZEN“ Im Rahmen des Technologieforums zeigten Experten den Leistungsstand von Fahrerlosen Transportsystemen und mobiler Robotik, die technischen und wirtschaftlichen Potenziale aktueller und zukünftiger Einsatzfelder sowie einen Ausblick auf aktuelle Technologien autonomer Systeme und deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Fertigung, Handhabung, Logistik und Service. Der international agierende Großkonzern für Lager- und Materialflusstechnik, die Kion Group − im Technologieforum vertreten durch sein Tochterunternehmen Egemin aus Bremen − berichtete z. B. über neue Varianten des FTF-Einsatzes als vollautomatischer Gabelhub­ 56 f+h 2017/12 www.foerdern-und-heben.de

„Pick by Light“ mit dem „Beamer Shuttle“. Grenzebach Maschinenbau zeigte aktuelle Applikationen mit dem mobilen Warenträger „Carry“. Diese unterfahren die Regale, heben sie an und bringen sie aus dem Lagerbereich zu den Pickstationen und wieder zurück. CLOUD-NAVIGATION FÜR FTF Für die vernetzte Intralogistik haben die Wissenschaftler am Fraunhofer IPA die „Cloud- Navigation“ entwickelt. Dabei profitiert die komplette Intralogistik-Flotte davon, dass die einzelnen FTF ihre lokal erfassten Navigationsdaten zur Umgebung und Verkehrssituation zentral in einem z. B. firmeninternen Cloud-Server bereitstellen. Aus diesem stets aktuellen und umfassenden Vorwissen resultieren eine effizientere Bahnplanung, genauere Lokalisierung und in Folge ein verbesserter Durchsatz. Die einzelnen autonomen Flurförderzeuge könnten zusätzlich als „lean client“ agieren, benötigten also weniger Hardware und verfügen dennoch über eine hohe Navigationsintelligenz, weil rechenintensive Navigationsalgorithmen in den Cloud-Server ausgelagert werden können. Auch die Einbindung externer stationärer Sensoren, z. B. aus der Produktionsumgebung, sowie eine Bereitstellung von Navigationsfunktionalitäten als Service sind möglich. Die cloudbasierte Navigation lässt sich nahtlos in Industrie-4.0-Umgebungen integrieren. Auf dem Technologieforum konnten die Teilnehmer ihr Fachwissen zu neuen Produkten und Technologien vertiefen und dabei Neues erfahren über die aktuelle Initiative des Forum-FTS zur Standardisierung einer kompatiblen Schnittstelle zwischen FTS- Leitsteuerung und den Fahrzeugen. Gleichzeitig blieb genügend Raum, zum Austausch mit anderen Experten und die Möglichkeit ausgewählte Exponate im Versuchsfeld des Fraunhofer IPA anzuschauen. Fotos: Universität Stuttgart IFF/Fraunhofer IPA, Viastore, f+h, Karte auf S. 55: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0 www.ipa.fraunhofer.de WAS? WANN? WOHIN? Ein internationales Fachpublikum aus mehr als 140 Teilnehmern war die Bestätigung der hohen Relevanz der FTS-Thematik MIT DYNAMISCHER SIMULATION KOMPLEXE LOGISTIK OPTIMIEREN. Durch Simulation im 2D- und 3D-Format ist Intralogistik nach Maß planbar und zu dimensionieren. Erfahren Sie mehr über die intelligenten Intralogistik- Lösungen von EK AUTOMATION. TRANSPORTROBOTIK INTRALOGISTIK SIMULATION WWW.EK-AUTOMATION.COM

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