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f+h fördern und heben 12/2017

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f+h fördern und heben 12/2017

MENSCHEN UND MÄRKTE

MENSCHEN UND MÄRKTE IMMER UNTERWEGS IN „SACHEN STAHL“ Die Hergarten Gruppe ist spezialisiert auf die Distribution und den Transport von Stahlstückgut. An allen Standorten hält das Unternehmen eine umfassende Ausstattung für die effiziente und materialgerechte Anarbeitung, Lagerung und Logistik von Stahlprodukten bereit. Dazu zählen unter anderem Grob- und Feinbleche, Profile sowie Rohre, Stabstahl und Vollmaterial. Man nehme: 20 000 Goldmark, zehn Fuhrwerke, großen Pioniergeist und ein ausgeprägtes Gespür für die Bedürfnisse der Kunden. So machte es Wilhelm Lenz als er 1901 aus dem Westerwald nach Köln kam. Dort legte er den Grundstein für sein Fuhrunternehmen, das heute als Hergarten Gruppe am Markt agiert. Der Full-Service-Logistikdienstleister ist mit neun Standorten, einem dichten bundesweiten Transportnetz sowie einer Flotte aus 180 Lkw und mehr als 300 Mitarbeitern für die Stahlbranche in ganz Deutschland unterwegs. FRÜHE BANDE ZUR STAHLINDUSTRIE Von den heutigen Dimensionen des Unternehmens konnte der Gründervater Wilhelm Lenz zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur träumen. Er transportierte alle Waren, die pünktlich und sicher von einem Ort zum nächsten verbracht werden mussten − z. B. 60 f+h 2017/12 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE JOSEF HERGARTEN JUNIOR, UNTERNEHMENSLEITUNG, HERGARTEN GRUPPE Der Wandel von der reinen Spedition zum Full-Service-Logistikdienstleister ging einher mit der umfassenden Expansion des Unternehmens ersten Kunden zählte eine Großschmiede in Bad Münstereifel, die man mit Schmiedematerial belieferte − die Wurzeln der Stahlspedition waren gelegt. 1974 tritt Josef Hergarten Junior ins Geschäft ein und übernimmt 1990 die Unternehmensführung. Die Geschäfte florierten und der Fuhrpark wurde bis auf 15 Fahrzeuge im Jahr 1998 aufgestockt. Mit Gründung der B. Hergarten Stahlspedition GmbH, Neuss im Jahr 1999 entwickelte sich die Stahlspedition dann zum Logistikdienstleister und stellte einem seinerzeit führenden Stahlhandelsunternehmen eines der ersten Outsourcing-Projekte in der Branche vor. Der Fuhrpark überschritt innerhalb kurzer Zeit die Marke von 50 Fahrzeugen und es wurden Niederlassungen in Hamburg, Butzbach und Erfurt gegründet. DIE STAHLINDUSTRIE IM WANDEL Kohle. Dabei entwickelte er schon bald Ambitionen, auch weiter von Köln entfernte Regionen zu bedienen. Quellen besagen, dass Wilhelm Lenz mit einem Teil seiner Fuhrwerke sogar bis ins Allgäu gefahren sei. Jäh ausgebremst wurde sein Unternehmertum dann vom ersten Weltkrieg, für den die Fuhrwerke, Pferde und das komplette Inventar des Betriebs requiriert wurden. Doch kaum waren die Kriegswirren vorüber, startete Wilhelm Lenz wieder durch – ausgestattet mit vier motorbetriebenen Lastwagen und der tatkräftigen Unterstützung der Söhne Hubert und Heinrich Lenz, die sich nach dem zweiten Weltkrieg ihrerseits beide mit Speditionsbetrieben selbstständig machten. Hubert Lenz verkaufte seinen Betrieb, war aber weiterhin im Speditionsbereich tätig. Im Jahre 1960 übergab Heinrich Lenz das Fuhrunternehmen schließlich an seinen Schwiegersohn Josef Hergarten. Dieser gründete zusammen mit seiner Frau die Spedition Hergarten. Zu den Seit 2007 leitet Marcel Hergarten das mittelständische Familienunternehmen in fünfter Generation und setzt wie seine Vorgänger auf Kundenorientierung und eine „gesunde Portion“ Risikobereitschaft. Dabei hat er die aktuellen Entwicklungen in der Logistikund Stahlbranche immer fest im Blick. „Im Verlauf der Jahrzehnte hat sich die Beziehung der Stahlindustrie zu ihren Logistikdienstleistern massiv verändert. Noch in den 1990er-Jahren war der Wettbewerbsdruck unter den deutschen Herstellern so groß, dass sie Exklusivitätsvereinbarungen verlangten“, so Hergarten. Heute seien der globale Wettbewerbs- und Kostendruck auf die deutsche Stahlindustrie so stark, dass sie in der Logistik den Exklusivitätsstatus nach und nach aufgegeben habe und zunehmend auf eigene Fuhrparks verzichte. „Ganze Logistikprozesse werden ausgelagert, um Synergien so wirtschaftlich wie möglich zu nutzen. Stahl ist zum Luxusgut geworden und der reine Transporteur zum Full-Service- Logistikanbieter. Darüber hinaus begleiten wir die Stahlunternehmen mit passenden Serviceleistungen auch durch das herausfordernde Zeitalter der Digitalisierung.“ www.foerdern-und-heben.de f+h 2017/12 61

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