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f+h fördern und heben 12/2017

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f+h fördern und heben 12/2017

MENSCHEN UND MÄRKTE 02

MENSCHEN UND MÄRKTE 02 03 Offshoring Nearshoring Onshoring Mitteleuropa Westeuropa Mitteleuropa hat die größte Bedeutung für Nearshoring Südeuropa Südamerika Osteuropa Nordamerika 26 Prozent der Teilnehmer sehen Nearshoring als Zukunftstrend in hohem oder sogar sehr hohem Maße Ostasien 4 % 4 % Sehr große Große Mittlere Geringe Keine 4 % 18 % 28 % 29 % 21 % 3 % 23 % 26 % 34 % 14 % 2 % 15 % 25 % 33 % 25 % 11 % 6 % 11 % 33 % 39 % 6 % 5 % 22 % 28 % 39 % 6 % 11 % 39 % 44 % 14 % 13 % 14 % 22 % 6 % 28 % 44 % 15 % 8 % 15 % 62 % Ausschließlich In hohem Umfang In mittlerem Umfang In geringem Umfang Gar nicht 38 % 23 % 33 % 45 % 12 % ern die asiatischen Offshore-Standorte erhebliche Near- und Onshoring-Anteile. Offshoring wird auch zukünftig noch wichtig für preissensible Produkte, die in großer Losgröße produziert werden und geringe Logistikkosten bzw. einen hohen Personalanteil bei den Fertigungskosten haben. NEARSHORING IST AUF DEM VORMARSCH 51 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen nutzen bereits Nearshoring als Standortstrategie für ihre Produktion. Dieser überraschend hohe Anteil wird weiter ansteigen, denn 26 Prozent der Teilnehmer sehen Nearshoring als Zukunftstrend in hohem oder sogar in sehr hohem Maße. Laut Ansicht der Befragten hat aktuell Mitteleuropa die größte Bedeutung für Nearshoring. Die hohe Relevanz der Länder Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei liegt vor allem an den geringen Personalkosten bei gleichzeitig guter Infrastruktur und der Nähe zu den großen Absatzmärkten innerhalb der „blauen Banane“. Wichtig für diese Länder ist es, dass sie diese Vorteile erhalten und idealerweise durch eine Verbesserung der Infrastruktur und Qualifizierung der Mitarbeiter sogar weiter ausbauen. In Nordamerika ist Nearshoring schon am längsten etabliert. Vor allem Mexiko wird als Nearshoring-Standort für den US-amerikanischen Markt von vielen Firmen genutzt. Aus den Nearshoring-Produktionsstandorten in Südamerika werden primär der nordamerikanische Markt (Mexiko, USA und Kanada) beliefert und eher nicht andere südamerikanische Märkte. Grund der Attraktivität für Nordamerika und die Einordnung von Südamerika als Nearshoring sind die Faktoren Sprache, Mentalität und gleiche Zeitzone gegenüber Asien. Nearshoring und Onshoring werden als Standortstrategien wichtiger. Vor allem in Europa wird Nearshoring deutlich zunehmen, während in Nordamerika verstärkt Onshoring erwartet wird. Offshoring verliert allerdings auch nicht an Bedeutung, sondern erhält durch den Wandel von Produktionsmärkten zu Absatzmärkten wie in Asien zusätzliche Near- und Onshoring-Funktionen. Da Nearshoring- Standorte also die Offshoring-Standorte nicht ablösen, sondern ergänzen, steigt die Komplexität der Supply Chain. Damit werden auch die Aufgaben an den Standorten komplexer. Onshoring ist auch für Europa sehr interessant. Hintergrund ist eine bessere Kontrolle der Geschäftsprozesse sowie höhere Agilität der Produkt- und Dienstleistungsangebote. Branchen, die hohe Kundenanforderungen in Bezug auf Lieferzeit und Variantenvielfalt bedienen müssen und denen es gelingt, kleine Losgrößen wirtschaftlich herzustellen, werden mittelfristig zum Onshoring übergehen. Besonders für Bereiche, wie die Elektroindustrie oder Maschinenbau, wird Onshoring zunehmend an Bedeutung gewinnen. STÄRKUNG DER WETTBEWERBSVORTEILE DURCH NEARSHORING Die an der Studie beteiligten Unternehmen sehen ihre Stärken in den Qualitätsstandards, der Verfügbarkeit von technischen DIE STUDIE ZUM THEMA Der vollständige Ergebnisbericht zur Nearshoringstudie international sowie die Nearshoringstudie mit dem Befragungsfokus auf die DACH-Region kann bei Miebach Consulting, Ralf Hoffmann, angefordert werden (hoffmann@miebach.com). 70 f+h 2017/12 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE Systemen und in der kurzfristigen Flexibilität und Adaptivität auf neue Marktanforderungen. Near- und Onshoring bauen diese Vorteile weiter aus. Schwächen sind der Preis pro Einheit und die Zeit für Produktanläufe. An dieser Stelle kann eine flexiblere Fertigung die Produktanläufe beschleunigen und die Produktionskosten reduzieren. Als „Bedrohung“ werden der Arbeitsmarkt mit der Verfügbarkeit von Arbeitskräften und die Komplexität der Supply Chain gesehen. 04 Offshoring Nearshoring und Onshoring werden als Standortstrategien wichtiger 67 % 17 % 11 % 5 % NEAR- UND ONSHORING-STRATEGIEN TRAGEN NEUEN MARKT- ANFORDERUNGEN RECHNUNG Nearshoring 9 % 69 % 22 % 0 % FAZIT UND AUSBLICK X-Shoring-Strategien werden von Unternehmen eingesetzt und sind etabliert. Diese werden jedoch von vielen Unternehmen nur singulär und nicht integriert genutzt. Somit bestehen noch große Potenziale in der Integration der Strategien untereinander. Die Komplexität der Supply Chain wird mit X-Shoring weiter zunehmen und somit eine Herausforderung für die Supply-Chain- Verantwortlichen sein. Darüber hinaus führen Marktanforderungen zu Veränderungen bezüglich Service, Qualität und Kosten. Für eine optimale X-Shoring-Strategie und die daraus folgende Standortentscheidung ist eine integrierte Betrachtung von Supply-Chain- und Produktionsnetzwerken erforderlich. Die Logistikkosten, Lieferzeit, Flexibilität und Adaptivität sind wichtige Input-Faktoren für diese Entscheidung. Dabei stehen Wettbewerbsfähigkeit und Gesamtkosten im Fokus des unternehmerischen Handelns. Onshoring 14 % Asien 43 % 43 % Europa Amerika 0 % Afrika Langfristig erfolgreich werden hier die Unternehmen sein, denen es gelingt, die zukünftigen Anforderungen der unterschiedlichen Märkte rechtzeitig zu erkennen und ihre Supply Chain optimal darauf einzustellen. Fotos/Grafiken: Aufmacherfoto Pixabay, 01 – 05 Miebach Consulting www.miebach.com 05 Veränderungen in der Standortallokation durch den Trend zum Near- und Onshoring Ist-Situation: Offshoring-Produktion Zentrallager Mittelfristig: Nearshoring-Produktion Dezentrale Lager Langfristig: Onshoring-Produktion Dezentrale Lager und Produktion Die „blaue Banane“ – mit 110 Mio. Einwohnern www.foerdern-und-heben.de f+h 2017/12 71

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