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f+h fördern und heben 12/2019

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f+h fördern und heben 12/2019

02 Im Rahmen eines

02 Im Rahmen eines 100-Tage-Projekts fanden im Qualifizierungszentrum in Bremen VR-basierte Schulungen für Packprozesse statt mit dem Thema beschäftigte, wurde man auf verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen aufmerksam. Zu den Studienergebnissen gehört unter anderem, dass das mensch liche Gehirn über eine Virtuelle Realität bereitgestellte Informationen 33 Prozent effektiver aufnimmt als aus einem Video. Ursächlich hierfür ist, die aktive Einbindung in die Aktion Wissensvermittlung per Virtuelle Realität. Darüber hinaus konnten sich 80 Prozent der Studienteilnehmer noch nach einem Jahr an die Lerninhalte erinnern. Primäre Zielsetzung des BLG-Projekts ist es, eine praxisorien tierte Ausbildung zu entwickeln, die Verständnis für die Arbeits umgebung und -abläufe schafft. Als Erprobungsfeld für die VR-Technologie wurde ein Prozess aus dem Bereich Verpackung des BLG-Logistikzentrums am Standort Bremen ausgewählt. Dabei steht das Verpacken von Teilen für Fahrzeugscheinwerfer in eine Montagebereitstell- und Transporteinheit auf der To-do-Liste der Mitarbeiter. Damit der Werker in dem Verpackungsprozess nachgelagerten Automobilwerk die Scheinwerfer problemlos montieren kann, ist eine korrekte Bereitstellung der Komponenten einschließlich des Befestigungsmaterials in der Montagebereitstell- und Transporteinheit erforderlich. In welcher Reihenfolge und an welcher Position die Bauteile in die Einheit zu legen und warum bei der Arbeit z. B. Handschuhe zu tragen sind, lässt sich in der VR-Umgebung dem Lagerpersonal visuell und mit geringem verbalen Einsatz vermitteln. Somit besteht auch die Möglichkeit neuen Kollegen, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, in die Arbeitsabläufe zu integrieren. Neben den primären Zielsetzungen des Projekts ließ sich den Mitarbeitern aber auch näherbringen, wie sie bestimmte Komponenten ergonomisch besser handhaben können. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt, wenn man bedenkt, dass einige der Bauteile ein Gewicht von zwölf Kilogramm haben. Die bis dato gesammelten Erfahrungen bestätigen die Einschätzungen des Innovationsteams, dass die VR-Technologie ein geeignetes Hilfsmittel für die Mitarbeiteraus- und -weiterbildung sein kann. Auch das überwiegend gute Feedback der ca. 50 Probanden würde dies bestätigen. INTELLIGENTE MATERIALERKENNUNG Ebenfalls von positiven Ergebnissen kann Daniel Gutjahr berichten. Konkret geht es beim Innovationsprojekt Smart Ident unter Federführung des Projektmanagers im Bereich CKD-Montagen der BLG Logistics darum, den Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, einander ähnliche Materialien und Kleinteile schneller und treffsicherer auszuwählen und zu greifen. Mithilfe der smarten Materialerkennung lässt sich z. B. bei Schrauben, die mit dem bloßen menschlichen Auge nicht zu unterscheiden sind, der Suchaufwand nicht nur beim Verpacken reduzieren. Der eingesetzte Machine-Learning-Algorithmus biete mit jedem Vorgang immer differenziertere Entscheidungsvorlagen. Gutjahr: „Im Rahmen des 100-Tage-Projekts haben wir in puncto Geometrie 15 ähnliche Kleinteile ausgewählt, die die Software eindeutig erkennen soll. Zu diesem Zweck stellen wir dem Algorithmus das Kamerabild der Bildverarbeitungssoftware und das per Waage erfasste Gewicht des jeweiligen Kleinteils zur Verfügung.“ Die Ergebnisse belegen, dass die Projektziele realistisch definiert wurden. „Wir verzeichnen eine Reduzierung des Suchaufwands und der vom Personal zurückgelegten Wege“, so das Zwischenfazit von Gutjahr. Der nächste Projektschritt sieht das Einlernen der Objektgeometrie von neu in den Prozess aufzunehmenden Kleinteilen, was aktuell noch der Anbieter des Bildverarbeitungssystems erledigt, durch BLG-Mitarbeiter vor. Wenn man bedenkt, dass sich die Anzahl an Sachnummern im Kleinteilebereich allein am Standort Bremen auf 2 000 beläuft, wird das Potenzial des Projekts deutlich. Winfried Bauer Fotos: BLG Logistics, f+h, Karte auf S. 9: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0 www.blg-logistics.com 10 f+h 2019/12 www.foerdern-und-heben.de

MARKTPLATZ GEMEINSAM ZUM ERFOLG Die Unternehmen Halstrup-Walcher und Ketterer Antriebe haben gemeinsam einen Kurzhub-Linearantrieb (Kuli) mit integrierter Steuerung entwickelt. Ketterer Antriebe zeichnet dabei für die Konstruktion des Motors verantwortlich während Halstrup-Walcher seine Expertise aus dem Bereich der Elektronik- und Softwareentwicklung eingebracht hat. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist ein kompakter und hoch dynamischer Linearantrieb, der für diverse Aufgabenstellungen in der Automatisierungstechnik geeignet ist. Der Elektro-Antrieb macht den Kuli zu einer Alternative für Pneumatikzylinder im Bereich Fördertechnik und Sondermaschinenbau. Hubgeschwindigkeit, Hubkraft sowie Hublänge und die Anbindung des Kurzhub-Linearantriebs lassen sich auf die jeweilige Anwendung abstimmen. www.halstrup-walcher.de ROUTENZÜGE EINFACHER BE- UND ENTLADEN Der Trolleymover 4W 15 der Still GmbH, mit dem der Hersteller das Programm an Routenzugkomponenten um eine Reihe an standardisierten Regaltrolleys erweitert, ist für Lasten bis 1,5 Tonnen konzipiert. Gemeinsam mit Kunden wurde der elektrische 4-Wege-Hubwagen entwickelt, um die Be- und Entladung von Routenzügen mit B- und E-Rahmen der Liftrunner-Baureihe zu erleichtern. So lassen sich selbst schwere Trolleys ohne manuellen Kraftaufwand in den Rahmen des Routenzuganhängers schieben. Aufgrund des 4-Wege-Fahrmodus´ kann sich der Hubwagen auf der Stelle um 360° drehen und Langgut auch quer zur Fahrtrichtung transportieren. www.still.de ZUWACHS BEI DEN INVERTERN VON LENZE Die i500-Frequenzumrichter-Familie hat jetzt auch eine dezentrale Variante. Gut geschützt in IP66 sowie vernetzt mit IO-Link, macht sich der i550 protec auf, das Feld dezentraler Antriebsaufgaben zu erobern. Lenze startet die Vermarktung der neuen Serie mit einem Leistungsbereich bis 2,2 kW und plant den stufenweisen Ausbau bis 75 kW. Der dezentrale Frequenzumrichter mit IO-Link schafft die Voraussetzungen dafür, dass sich die in einer Anwendung verteilten Sensoren und Aktoren auf einfache Weise in die übergeordnete Steuerungsebene einbinden lassen, um z. B. Prozess- und Parametrierungsdaten auszutauschen. Dafür sind weder Spezialkabel noch händische Adressierungen der Teilnehmer notwendig. Kommt ein IO-Link-Master in einem Netzwerk bereits zum Einsatz, kann der neue i550 protec gleich mit angebunden werden – unabhängig von der übergeordneten Steuerung. Die Parametrierung der Geräte geschieht automatisch im Zuge einer Serieninbetriebnahme oder im Rahmen eines Gerätetausches beim Service. Die Ausführung der Geräte in Schutzart IP66 bzw. Nema 4X Outdoor & Indoor sorgt für Schutz gegen widrige Umweltbedingungen. Der i550 protec eignet sich vor allem für verteilte Anwendungen aus dem Materialfluss. www.lenze.com HOHE ENERGIEMENGE AUF KLEINEM BAURAUM Der neu entwickelte Vpower-U015-Pickup aus den Hause Vahle ermöglicht es, die beweglichen Elemente, auch Mover genannt, von Verpackungsmaschinen kontinuierlich induktiv mit elektrischer Energie zu versorgen. Dabei funktioniert der Stromabnehmer wie ein Trafo: Die Primärwindung besteht aus einer Stromleitung, die um die Verpackungsmaschine gewickelt ist, und einen permanenten, 45 A starken hochfrequenten Strom erzeugt. Auf dem mobilen Pickup befindet sich die Sekundärwindung, die die Energie induktiv aufnimmt. Dabei besteht weder Verschleißrisiko an der Leitung noch gibt es offene Kontakte. Die maximale Leistung der 67,4 × 67,4 × 71 mm großen und 650 g schweren Neuentwicklung liegt bei 150 W und einer Spannung von 24 VDC. www.vahle.de

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