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f+h fördern und heben 12/2019

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f+h fördern und heben 12/2019

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME MATERIALVERSORGUNG 4.0 − DIGITAL UND DEZENTRAL Aktuelle Studien belegen es: Die Mehrheit der Unternehmer hat erkannt, dass die Digitalisierung eine große Chance ist, um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Als wichtiges Anwendungsfeld wird dabei die Logistik genannt. Das Unternehmen Digi-Sens ermöglicht mit seinen Lösungen an digitalisierten Lagersystemen kleinen und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die Digitalisierung ihrer Fertigungsprozesse. Michael ten Hompel, Leiter des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik der Universität Dortmund, konstatierte bereits vor zwei Jahren: „Die Logistik ist die bewegende Instanz der vierten industriellen Revolution. Diese vierte industrielle Revolution findet gerade erst statt – wir stehen noch ganz am Anfang.“ Seither hat sich zwar Einiges getan, aber es wird noch immer viel diskutiert, und viele Unternehmer mögen noch nicht so recht den Mehrwert für ihre Firmen erkennen. Das ist die Stunde der Praktiker, die nicht mehr warten wollen auf große und kostspielige Gesamtkonzepte, sondern sich über praxisnahe Lösungen mit überschaubarem Aufwand an das Thema Industrie 4.0 herantasten wollen. DER ANFANG IST GEMACHT An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen hat man den Schritt zur Praxis bereits vollzogen. In der Demonstrationsfabrik des „European 4.0 Transformation Center“ zeigen die Forscher, wie „Smart Logistik“ unter Serienbedingungen funktioniert. Sie haben erkannt: Der Schlüssel zu einer effektiven Führung der Bestände sind Systeme mit Sensoren, die in Echtzeit und über digitale Kanäle Auskunft geben können über das aktuelle Geschehen im Lager. Das Resultat ist das autonom organisierte Lager, das auch bereits in vielen Industriebetrieben praktisch gelebter Alltag ist. Es lässt sich davon ausgehen, dass automatisch organisierte Lager Kanban-Systeme ab lösen werden. Kanban wird bis dato in verschiedenen technischen Aus prägungen praktiziert: Dort müssen Strichcode-Etiketten bzw. RFID-Tags gescannt oder leere Lagerbehälter in Sammelbehälter geworfen werden. Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist das geringe Auflösungsvermögen, die Methode ist nicht flexibel und „schlank“ genug und immer noch abhängig von der Disziplin jedes einzelnen Mitarbeiters. JENSEITS VON KANBAN Das Unternehmens Digi-Sens hat mit seinem Automatiklager „e-nventory“ einen Gegenentwurf zu Kanban entwickelt. Der Schweizer Wiegetechnik-Spezialist konzipierte das selbstüberwachende Lager bereits im Jahre 2000. Bei e-nventory ist jede Lagerposition mit einer digitalen Waage ausgestattet. Ein Controller fragt permanent die aktuellen Bestände aller Lagerplätze ab und sendet die Daten an einen Server zur Weiterverarbeitung. Hier werden auch die Alarmmengen und die Mindestbestände für jeden Artikel verwaltet. Neben dem internen Gebrauch lassen sich die Bestandsdaten auch an ausgewählte Lieferanten, Logistikdienstleister oder Betreiber weitergeben. Diverse C-Teile-Versorger setzen das System 01 Das e-nventory-Prinzip: Wiegesensoren liefern digitale Signale für das Internet of Production 36 f+h 2019/12 www.foerdern-und-heben.de

02 Eine Auswahl unterschiedlich ausgestatteter Fachböden erlaubt die individuelle Bestückung jedes „i-cupboards“ 03 Die Materialentnahme geht ohne Scannen und Buchen vonstatten Grundlagen elektrohydraulischer Antriebe und Steuerungen zur dezentralen und digitalen Bewirtschaftung der Lager bei ihren Kunden ein. Auch die Demofabrik des „European 4.0 Transformation Center“ in Aachen organisiert die Intralogistik auf Basis der Digi- Sens-Technologie. Das e-nventory-System zeichnet sich durch das Wegfallen der Ein- und Ausbuchvorgänge aus und liefert zu jeder Zeit belastbare Bestandszahlen und Entnahmetrends. Damit wird ein automatisierter Einkauf möglich, was die Logistikkosten senken und die Versorgungssicherheit optimieren soll. Eine Reduktion des gebundenen Kapitals um 50 Prozent ist möglich, wie erste Erfahrungen zeigen. Die Bestandsführung des Automatiklagers ist Cloud-basiert, somit lassen sich Bestände über Werks- und Ländergrenzen hinweg konsistent steuern. Michael Kuster, Director Sales & Marketing bei Digi-Sens: „e-nventory ist ein wichtiger Baustein für das Internet of Production. Die Bestandsverwaltung lässt sich nahtlos in bestehende IT-Strukturen integrieren. Über eine verschlüsselte Schnittstelle greifen die Ressourcenplanungssoftware oder das Lagerverwaltungssystem direkt auf die Daten zu. Der Installations- und Initialisierungsaufwand ist gering, der Nutzen ist sofort erfahrbar.“ „I-CUPBOARD“ − MEHR ALS EIN SCHRANK Eine aktuelle Anwendung des e-nventory-Systems ist der Ausgabeschrank „i-cupboard“. Der Stahlschrank wird nach Betreiberanforderungen mit den üblichen e-nventory-Fachböden ausgestattet und kann so bis zu 104 verschiedene Artikel bevorraten. Der Zugang zu dem dort gelagerten Material geschieht über ein RFID-Badge, welches den Schließmechanismus freigibt. Die Zugangs berechtigung lässt sich über die Software individuell vergeben. Jede Entnahme ist so einer Person zweifelsfrei zuzuordnen. Die Idee hinter diesem Produkt ist, das Material dort anzubieten, wo die Mitarbeiter es benötigen. Die Datenverarbeitung geschieht über „e-nventory.net“, das ist die Webinfrastruktur, die sicherstellt, dass die Schrankinhalte überwacht und die Zutrittsberechtigungen geregelt werden. Die Bestandsdaten lassen sich über Web-Browser darstellen und sind so weltweit verfügbar. Schnittstellen wie M2M, Soap/XML, EDIfact stellen die Einbindung in bestehende ERP-Systeme sicher. SCHLANKHEITSDIÄT FÜR DIE TEILEVERSORGUNG Der etwa ein Meter breite und zwei Meter hohe i-cupboard ist in drei Versionen verfügbar: Die Standardversion ist mit Stahltüren versehen, die Variante mit Touchscreen erlaubt die zusätzliche Eingabe von z. B. Kostenstelle, Kundenauftrag sowie Projekt- und Patientennummer. Die Ausführung mit Glastüren und LED Beleuchtung wird bevorzugt von externen Materialversorgern zur Präsentation ihrer Produkte verwendet. Kuster: „Unsere Erfahrungen mit i-cupboard belegen, dass die Lagerbestände um 50 Prozent, manchmal sogar um 75 Prozent gesenkt werden können, ohne Einbußen bei der Versorgungssicherheit zu verursachen. Dies ist auf den digitalen Informationsfluss und auf die bessere Unterscheidung zwischen Lagerhütern und Schnelldrehern zurückzuführen.“ Das i-cupboard-System ist gleichermaßen für verteilte Lager wie auch für Konsignationslager ausgelegt, denn es sammelt und meldet die Lagerbestände vollautomatisch und informiert über jede einzelne Materialentnahme mit Zeit, Anzahl und Verbraucher. „Der rätselhafte Verbrauchsanstieg bestimmter Artikel, wie Trennscheiben oder Handschuhe, kurz vor dem Wochenende gehört auch der Vergangenheit an“, so Kuster. „C-Teile Versorger können mithilfe des Schranksystems ihre Kunden besser betreuen. Wenn Verkäufer bei Kundenbesuchen oder Telefonaten schon wissen, was benötigt wird, können sie Ihre Zeit für eine intensivere Beratung nutzen.“ Fotos: Digi-Sens www.digisens.ch ISBN 978-3-7830-0387-1 nur 32,- € Jetzt bestellen! @ E-Mail: vertrieb@vfmz.de 6 Telefax: 06131/992-100 Internet: vereinigte-fachverlage.de & Telefon: 06131/992-147

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