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f+h fördern und heben 3/2017

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MATERIALFLUSS Wie wir

MATERIALFLUSS Wie wir täglich einkaufen … … und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Intralogistik Der Rückblick auf das Weihnachtsgeschäft 2016 bringt es deutlich ans Licht: Der stationäre Handel stagniert auf hohem Niveau, wogegen der E-Commerce weiter zulegen kann. Zahlreiche Studien beleuchten das Shopping- Verhalten der Konsumenten aus unterschiedlichen Blickrichtungen und fördern interessante Zusammenhänge zutage. Die Samstage in der Vorweihnachtszeit sind eher schwache Verkaufstage im Web, die Sonntage zählen dagegen zu den umsatzstärksten. Auch die aus den USA importierten Aktionswochenenden Black Friday und Cyber Monday tragen zu deutlichen Umsatzspitzen bei. Im europäischen Durchschnitt verliert der Offline-Umsatz pro Jahr ein Prozent, während es im Online- Bereich zu einem Anstieg von 15 Prozent kommt. Dieser Trend wird sich wohl auch zukünftig fortsetzen. Peter Bimmermann ist Business Development Manager Food-Retail und E-Commerce bei Vanderlande in Mönchengladbach Handeln auf allen Kanälen Das Verschieben von Umsatzanteilen von Offline zu Online muss nicht zwangsläufig ein Verlust für den Händler bedeuten, wenn er sowohl online als auch offline seine Kunden anspricht und die Kanäle geschickt miteinander verknüpft. Innovative Handelsunternehmen kombinieren Webshop und Filialen nahtlos zu einem durchgängigen Shopping-Erlebnis und holen ihre Kunden da ab, wo diese stehen. Konzepte wie „Click & Collect“, Retoure in die Filiale oder Events in der Filiale mit Aktionen und Vorführungen, können zur Umsatzsteigerung beitragen. Darüber hinaus werden sich Kanäle weiter entwickeln, die heute noch in den Kinderschuhen stecken, wie die digitalen Assistenten Amazon Echo, Google Assistant, Siri oder der Dash-Button (Bild 01). Sonderfall Lebensmittel-E-Commerce Der Umsatz im Lebensmittel-E-Commerce in Deutschland liegt derzeit deutlich hinter dem anderer Länder zurück. Führend in Europa sind Großbritannien und Frankreich. Eine Ursache hierfür liegt im sehr dichten Filialnetz der Handelsunternehmen in Deutschland, das einen sehr großen Komfort für die Verbraucher bietet. Aber auch hier ist ein Wandel absehbar: Die Anzahl der Lebensmittelgeschäfte in Deutschland sank innerhalb von acht Jahren um mehr als zwölf Prozent von 43 867 im Jahr 2006 auf 38 525 in 2014 (Quelle: EHI Retail Institute, Köln). Davon sind häufiger der ländliche Bereich und weniger die Ballungsräume betroffen. Derzeit fokussieren die E-Commerce- Konzepte ebenfalls eher Ballungsgebiete, um die Lieferkosten zu minimieren. Vor diesem Hintergrund sind ländliche Gebiete benachteiligt, denn dort sind die Kosten für die „letzte Meile“ deutlich höher als in Ballungsräumen und die Kunden sind nicht oder noch nicht bereit, für den Service der Lieferung mehr zu bezahlen. Unabhängig davon, auf welche Weise der Handel sich neu erfindet bzw. wie neue Marktteilnehmer ihre Kunden ansprechen, deren logistischen Prozesse müssen dies zu 100 Prozent unterstützen. Die unterschiedlichen Konzepte wie stationärer Handel, „Click & Collect“ mit Abholung in der Filiale oder an Pick-up Points, Retouren-Abgabe in den Filialen und alles was darüber hinaus angeboten wird, benötigen jeweils angepasste Logistikprozesse, um den geforderten Servicegrad zu erzielen. Vom Filialisten zum Omni-Channel-Händler Bei etablierten Unternehmen sind die neuartigen Konzepte in den gegebenen Logis- 38 f+h 3/2017

MATERIALFLUSS tikstrukturen nicht umsetzbar. So ist es nicht ohne weiteres möglich, aus einem Zentrallager, aus dem bisher einige hundert Filialen mit Produkten versorgt wurden, Aufträge für den Direktversand zu kommissionieren und Pakete zu versenden. Der Grund sind zu große Unterschiede bei vielen Parametern, wie: n Auftragsanzahl, n Auftragsstruktur (Position, Stück), n Auftragseingang sowie n Stück-Kommissionierung kontra Gebindekommissionierung und n Versandeinheiten, Paletten, Rollwagen kontra Pakete, Päckchen, Tüten. Neue Prozesse auslagern? Eine mögliche Lösung ist, die neuen erforderlichen Prozesse in einen separaten Bereich oder gar Standort zu verlagern, diesen Bereich wie eine Filiale aus dem Zentrallager zu versorgen und dort z. B. mithilfe angepasster Kommissioniermethoden und Packstraßen die Direktbelieferung zu realisieren. Diesen Weg haben zahlreiche Händler eingeschlagen, um kurzfristig auf den E-Commerce-Boom zu reagieren. Bei genauer Betrachtung ist diese schnelle und vergleichsweise einfache Lösung auf Dauer nicht wirtschaftlich. Gründe hierfür sind u. a. ein Mehrfach-Handling der Artikel, eine Erhöhung der Bestände, die internen Transportkosten sowie fehlende Flexibilität. Um langfristig erfolgreich zu sein und auch zukünftig neue Services anbieten zu können, ist es sinnvoll, alternative Logistiklösungen zu erarbeiten, die komplett auf die Omni-Channel-Welt angepasst sind. Omni-Channel-Logistik Die ideale Lösung, um langfristig die Logistik für alle Kanäle wirtschaftlich abzubilden, ist ein integriertes Omni-Channel-Distributionszentrum. Ein solches Distributionszentrum bietet für die einzelnen Kanäle jeweils optimale Prozesse, um Filialen und Endkunden gleichermaßen effizient zu beliefern. Für den Bereich Lebensmittel ist dies eine Kombination aus Palettenlager (automatisiert oder manuell) und Automated Case Picking (ACP) für die Kommissionierung von Ganzgebinden von Paletten bzw. Rollwagen. Gleichzeitig dient dieses System als Nachschubsystem für die Kommissionierung von Einzelstücken für den Direktversand (Bild 02). Diese Kommissionierlösung kann wiederum auch für die Einzelstück-Kommissionierung für die Filialen genutzt werden. Denkbar hierfür ist z. B. ein Adapto-Shuttle- System, welches die ergonomischen „Ware zum Mann“-Arbeitsplätze vom Typ „Pick@ ease“ mit Artikeln versorgt (Bild 03). Für andere Sortimente, etwa Fashion oder auch Teile und Komponenten, gibt es bei Vanderlande ebenfalls Konzepte und Module, um ein Omni-Channel-Distributionszentrum zu realisieren. Mehrwert schaffen Die Erfahrung zeigt, dass es Synergien gibt, die sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. So glätten vielfach die Filialaufträge die 01 Digitale Assistenten wie Amazon Echo oder die Dash-Buttons werden das zukünftige Shopping-Verhalten beeinflussen Lastspitzen, die sich aus dem Direktversand ergeben oder auch umgekehrt. Das Unternehmen Vanderlande verfügt über die Erfahrung und auch die erforderlichen Produkte und Konzepte, um eine Intralogistiklösung zu konzipieren, die das jeweilige Geschäftsmodell – sei es Online, Offline, eine Kombination oder noch in Entwicklung – voll unterstützt. Fotos: Vanderlande, 01 Amazon www.vanderlande.com 02 Mit Automated Case Picking (ACP) lassen sich die Kommissionierprozesse für die Belieferung von Filialen und Endkunden gleichermaßen effizient gestalten 03 Aus einem Shuttle-Lager versorgt, geschieht die Einzelstück-Kommissionierung für die Filialen an ergonomischen „Ware zum Mann“-Arbeitsplätzen

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