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f+h fördern und heben 3/2017

f+h fördern und heben 3/2017

FLURFÖRDERZEUGE I

FLURFÖRDERZEUGE I STAPLERTEST 03 Um in die Kabine zu gelangen, muss ein Höhenunterschied von mehr als einem halben Meter überwunden werden 04 Unser Testgerät ist kompakt konstruiert, wie sich beim Fußraum zeigt; dieser ist soeben ausreichend 05 Aufgrund der schlanken Hubmastprofile und des schlanken Gabelträgers ist die Sicht auf die Umgebung und die Last gut Quelle: Andersom Testing/f+h Zum Teststapler Abmessungen und technische Daten Länge bis zur Vorderseite des Gabelrückens Gerätebreite (mit Standardbereifung) Masthöhe (eingezogen) Rahmenhöhe Gabeln (L × B × T) Radstand Bodenfreiheit Überhang Vorderachse bis zur Vorderseite des Gabelrückens Überhang Rückseite Arbeitsgangbreite Maximal zulässige Traglast des Teststaplers (gemäß Lastendiagramm) Lastschwerpunkt Maximale Hubhöhe Hubhöhe bei maximaler Traglast Freihub 1 887 mm 1 060 mm 2 060 mm 2 040 mm 1 120 × 100 × 40 mm 1 357 mm 100 mm 344 mm 186 mm 3 343 mm 1 600 kg 500 mm 4 715 mm 3 030 mm 150 mm Neigungswinkel Hubmast vorwärts/rückwärts 7°/6° Geschwindigkeiten Hubgeschwindigkeit mit 1 050 kg Last (Einstellung: P5 2016) Hubgeschwindigkeit mit 1 050 kg Last (Einstellung: P1 2016) Hubgeschwindigkeit mit 1 050 kg Last (Einstellung: P3 Eco 2016) Fahrgeschwindigkeit mit 1 050 kg Last (Einstellung: P5 2016) Fahrgeschwindigkeit mit 1 050 kg Last (Einstellung: P1 2016) Fahrgeschwindigkeit mit 1 050 kg Last (Einstellung: P3 Eco 2016) Antriebstechnik Fahrmotor Hubmotor Batteriekapazität Stabilität 55,10 cm/s 36,10 cm/s 55,10 cm/s 16,00 km/h 12,50 km/h 14,70 km/h 2 × 4,5 kW 11,5 kW 48 V, 625 Ah Eigengewicht/Prozentsatz Hinterachse 2 959 kg/52,96 % Gewicht bei max. Last/Prozentsatz Hinterachse 4 559 kg/11,32 % Reifen Maß vorne 180/70-08 Maß hinten 140/55-09 Hersteller Continental (Alle Angaben basieren auf Recherchen und Messungen des Testteams und können Abweichungen zu den Herstellerangaben aufweisen) Winkel des Arm-Auflagekissens geändert werden kann. Gute Sicht – schwieriger Einstieg Hinter der Lenkung fühlen wir uns wohl. Aufgrund des elektrischen Lenksystems − bereits seit 2010 in den Modellen verfügbar − fällt die Lenksäule sehr schlank aus und lässt sich in Höhe und Winkel verstellen. Das Steuern des Staplers selbst empfinden wir als „geschmeidig“ und vorhersagbar. Einen Punktabzug geben wir für den Einstieg in die Staplerkabine (Bild 03). Um unseren Arbeitsplatz zu erreichen, müssen wir mit einem Schritt eine Höhendifferenz von 540 mm überwinden und befinden uns danach direkt auf der Bodenplatte. Der Testkandidat zeigt sich dabei sehr kompakt − sprich der verfügbare Fußraum (Bild 04) ist soeben ausreichend. Neben diesen Kritikpunkten registrieren wir maßgebliche Verbesserungen im Vergleich zum 2010er-Modell: mehr Stauraum, eine bessere Sicht aufgrund der schlanken Hubmastprofile sowie Gabelträger (Bild 05) und ein informatives Display (Bild 06), das in vielen Staplern von Jungheinrich eingesetzt wird. Das Flurförderzeug macht einen ordentlichen und kompletten Gesamteindruck. Die gelbe Farbe erscheint uns frischer, das dunkle Anthrazit ist einem modernen Grau gewichen. Wertung + Vorhersagbares Fahrverhalten + Sicht durch und entlang des + Hubmasts + Hohe Leistung bei niedrigem + Verbrauch – Höhe Auf-/Abstieg – Lüftungsgitter – Keine Direktwahltaste für „Öko-Modus“ 54 f+h 3/2017

STAPLERTEST I FLURFÖRDERZEUGE Umgeschlagene Paletten in 8 Stunden Jungheinrich EFG216k P5 2016 418 06 Das neue Display zeigt u. a. den Batteriestatus, das ausgewählte Fahrprogramm sowie die Fahrgeschwindigkeit Neuer Eco-Modus Die individuellen Leistungswerte des aktualisierten EFG 216k sind den Testergebnissen beim Vorgängermodell aus dem Jahr 2010 sehr ähnlich. Allerdings stellen wir fest, dass der Stapler etwas zu kraftvoll reagiert, sobald wir uns für das Fahrprogramm 5 entscheiden. Wir vermuten, dass das ein Ergebnis der direkten Ansteuerung und der dadurch sofortigen Verfügbarkeit der Energie ist. Wie wir oftmals feststellen, liefert diese hochverfügbare Power nur geringen Nutzen, sondern geht vielmehr auf Kosten der Vorhersagbarkeit des Fahrverhaltens und des Verbrauchs. Wir schlagen dem Hersteller vor, einen „Öko-Modus“ zu programmieren. Dies wird noch während des Vor-Ort-Termins erledigt. Und so konstatieren wir: Nach mehreren Testläufen in allen zur Verfügung stehenden Fahrprogrammen zeigt sich dieser neue Modus am effektivsten, da es zu einer idealen Mischung aus Produktivität und Energieverbrauch kommt. Jungheinrich wird diese neuprogrammierte Einstellung nun als Standardprogramm 3 verwenden. Vielleicht wäre es eine gute Idee, den „Öko-Modus“ nicht nur als „Optimal-Wahl“ zu qualifizieren, sondern dafür eine Direktwahltaste auf der Armlehne zu platzieren. Das könnte nach unserer Auffassung für zusätzliche Aufmerksamkeit beim Fahrer für diesen Modus sorgen und überzeugend wirken. Eine interessante Tatsache, die wir feststellen: wer das „gediegenste“ Fahrprogramm 1 wählt, erreicht mit dem EFG 216k die gleiche Produktivität wie der Durchschnitt in dieser Klasse, allerdings fällt der Jungheinrich EFG216k P1 2016 371 Jungheinrich EFG216k P3 Eco 2016 426 Durchschnittswert der bisher von uns getesteten 48-V-Dreiradstapler 371 Energieverbrauch im Vergleich um 42,3 Prozent niedriger aus. Weniger Verbrauch, mehr Leistung Aufgrund der optimierten Kraftkontrolle und der erhöhten Vorhersagbarkeit des Staplers, erzielt der EFG 216k in der neuen „Optimal- Wahl“ (Öko-Modus) eine um drei Prozent höhere Produktivität als der 2010er-Teststapler im Fahrprogramm 5. Der Energieverbrauch bei 100 umgeschlagenen Paletten ist dabei um zwei Prozent niedriger. Für seine „2-Shifts 1-Charge“-Garantie hat Jungheinrich mehr Spielraum als je zuvor. Wer den Stapler dabei klug auf den tatsächlichen Einsatz abstimmt und die Faustregel beachtet, dass vorhersagbares Fahrverhalten hoher Beschleunigung und Fahrgeschwindigkeit vorzuziehen ist, wird von mehr Einsatzzeit pro Batterieladung profitieren und dennoch die gleiche Anzahl an Paletten umschlagen. Test-Fazit Zusammenfassend lässt sich sagen, dass uns das Retrofit des Dreiradstaplers überzeugt. Einen kleinen „Schluckauf“ erzeugt die Platzierung der neuen Elektronik an der Vorderseite des Staplers, direkt hinter dem Hubmast. Bei Aktivierung bestimmter Systeme, z. B. der automatischen Feststellbremse, entstehen vom Fahrer deutlich vernehmbare Geräusche. Das Lüftungsgitter sieht weniger „Jungheinrich-like“ aus als man erwarten würde. Ansonsten wird die neue EFG-Serie für viele Wettbewerber sicherlich noch ein Maßstab bleiben. Text/Fotos: Theo Egberts, Andersom Testing, Grafiken: VFV, Sonja Schirmer FA H R E R L O S Unsere Fahrerlosen Transportsysteme laufen 24 Stunden am Tag. Egal ob Früh-, Spät- oder Nachtschicht. Halle 9/Stand A45 Besuchstermin: www.mlr.de/logimat

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