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f+h fördern und heben 3/2018

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f+h fördern und heben 3/2018

F+H EXTRA

F+H EXTRA LOGIMAT-VORSCHAU IMMER AUF SPUR Jedes Fahrerlose Transportfahrzeug einer FTS-Anlage muss automatisch seinen Weg und seine exakte Position zum Beispiel an Palettenübergabestationen finden. Mit jeder Weiterentwicklung in der Sensor-Technologie, ergeben sich neue Möglichkeiten. Bei der Konzeption einer FTS-Anlage stehen alle Varianten in puncto Positionier- bzw. Navigations- und Sicherheitstechnik gleichwertig auf dem Prüfstand. Angestrebt wird häufig eine Kombination zwischen Positionier- bzw. Navigationsund Sicherheitslösung. „Allerdings lohnt es sich, die verschiedenen Technologien genau zu betrachten und zu vergleichen, denn nicht jede Technologie ist für jede Anwendung auch gleichermaßen geeignet“, so Dieter Eßlinger, Product Marketing Manager der Leuze electronic GmbH + Co. KG. „Grundsätzlich sollten jedoch immer zwei Themen gemeinsam betrachtet werden: die Arbeitssicherheit und die Navigation.“ Hinsichtlich Arbeitssicherheit können z. B. Sicherheits-Flächenscanner in Frage kommen, die eine Kollision der Fahrzeuge mit Personen und Gegenständen verhindern. Im Hinblick auf die Navigation sollte untersucht werden, ob ein weiteres Scanner-System oder eine andere Technologie genutzt wird. Bei den Scannern kommen die Daten üblicherweise als Bitstrom pro Strahl mit Winkel und Distanz zum Objekt. Für die Auswertung der Navigationsdaten des Fahrzeugs ist eine Software mit geeigneter Hardwareperformance erforderlich. Gleichermaßen ist ein Stillsetzen durch die Sicherheitsfunktion zu beachten. MEHRERE FUNKTIONEN IN EINEM GERÄT Aktuelle Weiterentwicklungen der Sicherheits-Laserscanner werden die Ausgabe von Navigationsdaten über bekannte und standardisierte Busschnittstellen künftig zulassen und damit beide Funktionen in einem Gerät zusammenfassen. Eßlinger: „Dies vereinfacht die Systemintegration und reduziert den Installations- und Schnittstellenaufwand bedeutend.“ Ein Vertreter dieser kombinierten Lösungen ist der Sicherheits- Laserscanner RSL400 mit Profinet-Anbindung von Leuze electronic. Die Sicherheits-Laserscanner werden auch in Kombination mit Systemen genutzt, die Referenzpositionen per Transponder oder Codelesung enthalten. Anwendungen sind hier u. a. in Bereichen mit Überlappung von FTF und konventionellen Flurförderzeugen zu finden, z. B. im Versand und bei der Kommissionierung. In diesen Fällen fährt ein entsprechendes Lesegerät im Fahrzeug mit. Auf dem Hallenboden oder an der Hallendecke werden an Kreuzungen oder Referenzpositionen Transponder oder Codes angebracht, die u. a. für weitere Informationen an Assistenzsysteme gekoppelt sind. Anlagen, die mit Referenzpositionen oder Navigationsscannern arbeiten, sind i. d. R. flexibel hinsichtlich Veränderungen. Vielfach genügt das Einlernen oder grafische Einzeichnen der neuen Referenzpunkte, um dem System die neue Situation zu vermitteln. In Bereichen ohne Personenverkehr ist die Spurführung mit Induktionsleitung oder Magnetband weit verbreitet. Hierbei folgt das Fahrzeug strikt der Leitung im bzw. dem Band auf dem Hallenboden. Auf dem Fahrzeug selbst ist nur eine einfache Steuerungsmimik erforderlich. Die Leitung selbst ist robust und langlebig, jedoch nicht flexibel, da sie in den Estrich eingebracht werden muss. Etwas 14 f+h 2018/03 www.foerdern-und-heben.de

mehr Flexibilität bringt das Magnetband. Allerdings muss hierbei der Aufbau des Hallenbodens beachtet werden. In Umgebungen, wo keine Verschmutzung anfällt, sind optische Systeme eine gute Alternative. Optische Varianten, die einer Linie folgen, sind flexibel, da sich die Linie leicht aufbringen bzw. verändern lässt – vor allem wenn sie als Klebeband ausgeführt ist. Zur optischen Erkennung und Verfolgung der Linie sind Kameras oder Sensoren weit verbreitet. Je nach Umfeld sind enge Kurven und Fremdlicht bei Kameras kritischer als bei Sensoren. NEUER SENSOR ZUR OPTISCHEN SPURFÜHRUNG Auf Kontrasterkennung basiert der Sensor zur optischen Spurführung OGS 600 von Leuze electronic. Die Neuentwicklung ermöglicht eine Erfassungsbreite von 140 bis 280 mm auf einem belichteten Klebeband mit Linie und Kontrastspur. Mit den üblichen Fahrzeugschnittstellen eignet sich der Sensor für den Einsatz in FTF aller Größen. In der Vielfalt der FTS-Anwendungen in den unterschiedlichen Bereichen und Branchen zeigt sich, wie häufig die Notwendigkeit einer breiten Auswahl an Technologien und technischen Möglichkeiten ist. Aufgrund der Kantendetektion und durch das Senden von Steuerungssignalen an den Lenkmotor des FTF, lässt sich dessen Spur optisch führen. Die Routen der fahrerlosen Flurförderzeuge lassen sich flexibel anpassen. Die kompakte Bauweise des Sensors und der geringe Mindestabstand vom Hallenboden von 10 mm schaffen die Voraussetzungen für die Integration in flach bauende Fahrzeuge. Varianten mit unterschiedlichen Erfassungsbreiten und Ansprechzeiten bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten, auch bei engen Kurven und hohen Fahrgeschwindigkeiten. Die Parametrierung und Schnittstellenintegration geschieht über die Software Sensorstudio. Ein Assistent analysiert den Kontrast von Hallenboden und Spur individuell und empfiehlt die Spurfarbe. Eine hohe Funktions- und DIETER ESSLINGER, PRODUCT MARKETING MANAGER DER LEUZE ELECTRONIC GMBH + CO. KG Unser neuer Sensor zur optischen Spurführung vom Typ OGS 600 basiert auf Kontrasterkennung Fremdlichtsicherheit sind dabei gegeben, ebenso eine schnelle Inbetriebnahme durch eine einfache Adresseinstellung. Fotos: Leuze electronic www.leuze.de

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