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f+h fördern und heben 4/2015

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FLURFÖRDERZEUGE

FLURFÖRDERZEUGE Praxistest auf Herz und Nieren Neues Fahrerassistenzsystem im Dauereinsatz bei einem Glasfaserhersteller Jede Last ist anders, keine Fahrtroute gleich: Für die Staplerfahrer der Johns Manville Europe GmbH, Wertheim, bietet ihr Job viel Abwechslung – aber auch manche Herausforderung. Wie ein Fahrerassistenzsystem sie dabei unterstützen kann, zeigt ein erster Erfahrungsbericht mit dem Linde Safety Pilot. Ob Laminatfußboden, Gipskartonplatte oder Windradflügel – eines haben sie alle gemeinsam: Sie enthalten Glasfaservliesstoffe. Ein wichtiger Lieferant für diese Produkte ist Johns Manville in Wertheim am Main. Einen Namen hat sich die Firma in der Branche bereits 1977 gemacht, als man als weltweit erster Betrieb damit begann, Glasfaservliese mit einer Breite von vier Metern herzustellen. Aktuell liefert das Unternehmen seine Produkte in die Bauindustrie, den Innenausbau, die Filtration und den Energiesektor. Für jede Aufgabe den passenden Stapler Um die logistischen Abläufe innerhalb des Wertheimer Werks optimal steuern zu können, setzt Wolfgang Zorn, Leiter Logistics/Warehousing bei Johns Manville auf ein eigenes Staplerleitsystem: „Unsere Stapler fahren auf Abruf. Ist ein Erzeugnis fertig oder wird ein Rohstoff benötigt, fordert der Mitarbeiter über ein Terminal an seinem Arbeitsplatz einen Stapler an. Das computergesteuerte Leitsystem nimmt den Auftrag an, sucht selbstständig einen verfügbaren Stapler und sendet dem Fahrer die wegoptimierte Fahranweisung auf sein Display im Stapler.“ Dabei achte die Software darauf, dass der Stapler für das Lastgewicht zugelassen ist und über ein eventuell benötigtes Anbaugerät verfügt. „Wir bewegen Güter mit einem Gewicht zwischen 200 und 3 000 Kilogramm und kommen auf circa 350 000 Fahraufträge pro Jahr. Um mehrere Paletten gleichzeitig transportieren zu können, setzen wir zum Beispiel Schubgabeln ein“, beschreibt der Logistikchef weiter. Die Terminals des Leitsystems finden sich im ganzen Werk – und in zwölf Linde- Staplern. In Spitzenzeiten unterteilt das System die Aufträge nach Prioritäten. „Damit stellen wir zum Beispiel sicher, dass die Produktion nicht stehen bleibt, nur weil ein Erzeugnis nicht an- oder abgefahren wurde“, betont Zorn. Mehr ist weniger In der Produktion setzt Johns Manville fast ausschließlich auf 3,5-Tonnen-Dieselstapler – selbst wenn in gewissen Bereichen kleinere Stapler durchaus genügen würden. „Unser Werksgelände ist sehr weitläufig; die 20 f+h 4/2015

FLURFÖRDERZEUGE Fahrstrecken sind entsprechend groß, das Gelände uneben mit Steigungen. Die 3,5-Tonner haben genügend Lastkapazität „Ist weniger zu tun, steuert das System Stapler aus und weist dem Fahrer andere Tätigkeiten zu“ und Power, um in allen Bereichen Waren aufnehmen und transportieren zu können – diese Flexibilität brauchen wir“, verdeutlicht Zorn. „Gefahren wird in drei Schichten, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. In Summe kommen so pro Stapler jährlich bis zu 3 500 Betriebsstunden zusammen.“ Einsteigen, los fahren Wolfgang Zorn Der jüngste Neuzugang im Wareneingang ist ein Linde-Elektrostapler E25. Direkt oberhalb des Staplerleitsystem-Terminals sitzt das Display des Fahrer-Assistenzsystems Linde Safety Pilot. Zorn: „Als die Anfrage von Linde kam, ob wir diese Neuheit testen wollen, brauchten wir nicht lange zu überlegen. Denn die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat in unserem Unternehmen bei allen Belangen oberste Priorität.“ Wie richtig er damit liegt, untermauert Emil Klühspies, Fahrer des Elektrostaplers: „Jetzt sehe ich mit einem Blick, welches Lastgewicht sich auf den Gabelzinken befindet und kann entsprechend handeln. In puncto Arbeitssicherheit ist das ein riesiges Plus.“ Zudem werde der Neigewinkel der Gabelzinken angezeigt. „Dadurch sinkt das Risiko, die Palette oder Ware durch die Gabelzinken zu beschädigen, auf ein Minimum; sie ist dabei eine wichtige Hilfe, wenn man Waren im Regal einlagert und wissen möchte, ob die Gabeln gerade sind.“ Stapler mit Wechseleinrichtung „Vor allem unsere Elektro-Staplerflotte in der Verladehalle ist für einen Einsatz des Linde Safety Pilot prädestiniert. Dort lagern wir Glasfaservliesrollen in den unterschiedlichsten Größen und bereiten sie für den Weitertransport zu unseren Kunden per Lkw vor. Da jede Rolle ein anderes Gewicht hat, ist bereits die Lastgewichtanzeige des Fahrerassistenzsystems von großem Vorteil. Nimmt man noch die anderen Informationen wie Lastschwerpunkt, aktuelle Hubhöhe und Anzeige des Gabelneigungswinkels hinzu, können Fehlbedienungen und damit Unfälle vermieden werden“, so Zorn. In der Verladestation setzt Johns Manville auf Elektrostapler von Linde mit Tragfähigkeiten von 2,5 bis 4,8 Tonnen. Hinzu kommt bei jedem Stapler eine Wechseleinrichtung für Anbaugeräte wie Dorn, Klammer oder Abschieber. Bis zu drei Anbaugeräte können ohne großen Aufwand im Fahrerassistenzsystem hinterlegt werden. Gearbeitet wird in der Verladestation zweischichtig, wodurch die Stapler auf ca. 1 500 Betriebsstunden im Jahr kommen. Zorn: „Den Linde „Das System ist selbsterklärend, das sollten wir in jedem Stapler haben“ Emil Klühspieß Safety Pilot sehe ich eher bei den 2,5-Tonnen-Elektrostaplern, da wir im Verladebereich Glasfaservliesrollen mit sehr unterschiedlichen Gewichten sowie Längen und damit Lastschwerpunkten verfahren. Bei dem großen 4,8-Tonner ist das aufgrund der höheren Tragfähigkeit weniger ein Thema.“ Fotos: Linde Material Handling www.linde-mh.de Anzeige Profilstapler/-entstapler für verschiedene Korbbreiten im Wechsel www.herrmannhieber.de Hermann+Hieber-4.indd 1 09.03.2015 08:41:39 f+h 3/2015 21

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