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f+h fördern und heben 4/2015

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LAGER Brände vermeiden

LAGER Brände vermeiden Brandschutz in den Logistikzentren der Witt-Gruppe In deutschen Unternehmen brennt es alle fünf Minuten. Die Gesamtschäden für die Wirtschaft betragen jedes Jahr aufs Neue etwa sechs Milliarden Euro. Ein ganz typischer Auslöser von Bränden sind Defekte in der Elektrik, vom Computer über die Lüftung bis hin zur Beleuchtung. Aus diesem Grund fragte die f+h-Redaktion nach, warum der Brandschutz besonders in Logistikzentren ein wichtiges Thema ist. Peter Spielvogel (Bild 01, Mitte) ist Hauptverantwortlicher für den baulichen, technischen und organisatorischen Brandschutz in der Witt-Gruppe. Gemeinsam mit Karl Marr (Bild 01, rechts), Leiter Vertrieb der Calanbau Brandschutzanlagen GmbH, und dem VdS-Prüfer Dipl.-Ing. Thilo Luckert (l. in Bild 01) passt er den Brandschutz des Weidener Textilhändlers den sich laufend ändernden Gegebenheiten an. Auf dem expandierenden Markt 50plus ist die Witt-Gruppe einer der führenden textilen Versandhändler. Im Geschäftsjahr 2013/2014 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe, die mehr als 2 700 Mitarbeiter beschäftigt, einen Umsatz von rd. 716 Mio. Euro. „Brennt es in einem Logistikzentrum, dann hat das Unternehmen keinesfalls nur mit den reinen Sachschäden zu kämpfen. Diese sind ja versichert. Aber ein Kunde, der seine erwartete Ware erst mit großer Verspätung erhält, wird beim nächsten Mal woanders bestellen. Die Kundenverluste durch ausbleibende Leistungserbringung wären gar nicht in Zahlen zu fassen“, so Spielvogel. Bei der Witt-Gruppe werden alle Anlagen kontinuierlich nach DGUV Vorschrift 3 (früher BGV A3) geprüft und zusätzlich regelmäßig Thermographien, d. h. Aufnahmen mit Wärmebildkameras, durchgeführt. Diese zeigen an, ob Teile vielleicht heißer laufen als normal, um Aufschluss darüber zu geben, ob bei Elektrogeräten in nächster Zeit mit Beschädigungen zu rechnen ist. Die erkannten Teile werden dann direkt ausgetauscht. Gehen in der Witt-Gruppe Anlagen kaputt, dann resultiert das meist aus der enormen Laufleistung der Fördertechnik. Deswegen wurden zusätzlich mehrere thermische Überwachungen installiert: Registrieren automatische Überwachungseinrichtungen einen außergewöhnlichen Temperaturanstieg, so schalten die Anlagen sich selbstständig aus. Schweißarbeiten sind riskant Wie bei vielen Logistikdienstleistern wird aufgrund kontinuierlich optimierter und veränderter Prozesse oder für den Umgang mit neuen Produktsorten sehr viel umgebaut. Das Versetzen von Förderbändern ist 32 f+h 4/2015

www.efaflex.com fast täglicher Standard und involviert häufig auch Heißarbeiten. Diese werden auf insgesamt 170 000 m² Logistikarbeitsfläche auch sehr oft von externen Firmen durchgeführt. „Deswegen werden in Logistikzentren für anstehende Schweißarbeiten, soweit möglich, die betroffenen Anlagenteile demontiert und die Feuerarbeit außerhalb der Halle oder an einem freigegebenen Schweißplatz vorgenommen. Ist dies nicht möglich, werden die Arbeiten unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen vor Ort ausgeführt. Das ist mit hohen Kosten verbunden“, erläutert Spielvogel. Hängeware ist problematisch Bei einem Brand ist die in Kartons verpackte Ware weniger problematisch – im Ernstfall saugt sich die Pappe schnell mit dem Wasser der automatisch reagierenden Sprinkler voll, was einen Brand verhindert. Sehr viel unkalkulierbarer ist die in Plastik verpackte hängende Konfektion. Marr erläutert: „Hängekonfektion bedeutet, dass sich ein Brand rasant ausbreiten kann, die Ware brennt äußerst schnell von unten nach oben ab. Deswegen haben wir im Bereich der hängend gelagerten Konfektion die Sprinkleranlage nach einem speziellen Schutzkonzept mit einer hohen Wasserbeaufschlagung und einer dichten Sprinkleraufteilung installiert. Eine zusätzliche Herausforderung bei der üblicherweise in Kunststofffolie verpackten Hängekonfektion ist aber, dass Wasser aufgrund seiner recht hohen Oberflächenspannung von Kunststoff abperlt.“ Luckert fügt hinzu: „Grundsätzlich stellt ein hoher Kunststoffanteil in den Lagern erhöhte Anforderungen an die Sprinkleranlage. Zur Realisierung eines wirksamen Schutzkonzepts erfordern zudem manche Lagerkonfigurationen die Zumischung von Brandschutz ist absolut überlebenswichtig für jedes Unternehmen filmbildenden Schaummitteln. Dieser Schaum bricht die Oberflächenspannung des Wassers, so kann das Löschwasser die brennenden Materialen effektiver benetzen und einen besseren Löscherfolg erzielen. Die Maßnahmen hier basieren auf von uns durchgeführten 1:1 Brand- und Löschversuchen mit diesen Materialien.“ Diese Brandversuche fanden in enger Zusammenarbeit mit allen zuständigen Stellen statt z. B. dem Sachversicherer, dem Betreiber und der VdS Schadenverhütung GmbH (Bild 02). Aus den hieraus gewonnenen Erkenntnissen konnten spezielle Schutzkonzepte entwickelt werden, die jetzt für einen optimalen anlagentechnischen Brandschutz sorgen. Bestandteile des Logistikkonzepts umfassen auch Fachbodenregale, in denen die Waren auf verschiedenen Regalebenen Die besten Tore. Unvergleichlich schnell, sicher und zuverlässig. Tore von EFAFLEX bestechen durch weltweit führende, patentierte Technologien und technischen Vorsprung. EFAFLEX-Tore sind die Lösung für höhere Effizienz und mehr Sicherheit bei logistischen Prozessen. 01 Thilo Luckert, Peter Spielvogel und Karl Marr beim Rundgang im Warenverteilzentrum der Witt-Gruppe (v. l. n. r.) EFAFLEX Tor- und Sicherheitssysteme GmbH & Co. KG Fliederstraße 14 · D-84079 Bruckberg · info@efaflex.com

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