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f+h fördern und heben 4/2016

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LOGISTIKMANAGEMENT

LOGISTIKMANAGEMENT Personaleinsatzplanung 4.0 Automatisierung senkt Kosten und erhöht die Flexibilität Das Problem einer herkömmlichen Personaleinsatzplanung ist bekannt. Da die eingesetzten Mitarbeiter i. d. R. mobil unterwegs sind, monieren vor allem Transport- und Logistikdienstleister die damit verbundene Bürokratie sowie umfangreiche und fehleranfällige Planungsprozesse. Auch eine systematische Besetzung von Aufträgen, die Einbindung von Fremdpersonal oder eine koordinierte Steuerung der eigenen personellen Ressourcen sind nur mit hohem Aufwand realisierbar. Aktuelle Entwicklungen auf Software ebene fokussieren genau diese kritischen Punkte und erleichtern zustatus aller Ressourcen auf Personal- und Maschinenebene. Die Zuordnung geschieht einfach per „Drag & Drop“. Planungsfehler werden vermieden und Leerlaufzeiten reduziert. Die Automatisierung ermöglicht zudem, dass Statusrückmeldungen durch das mobile Personal ggf. auch durch den Kunden in Echtzeit einsehbar sind. Transparenz auf Prozess- und Kostenebene Je mehr Akteure in Lieferketten eingebunden sind, desto aussichtloser scheint es, Ressourcen für die Erbringung von Arbeitsleistungen bedarfsgerecht und zügig zuzuordnen. Webbasierte Anwendungen für eine vernetzte Auftragsabwicklung machen dies möglich. Das Kunden- und Dienstleisterportal „Catkin“ bietet eine solche Lösung und sorgt für eine automatisierte und klar strukturierte Kommunikation zwischen den Beteiligten. dem den Einstieg in die Digitalisierung. Die Software „Catkin“ ist solch eine Lösung. In Verbindung mit der integrierten dynamischen Smartphone-App lässt sich über diese Plattform eine einheitliche unternehmensübergreifende Auftragsabwicklung realisieren. Kommuni kations- und Koordinationsprobleme, die in arbeitsteiligen Prozessen eher den Regel- als den Ausnahmefall bilden, entfallen somit. Mitarbeiter punktgenau einsetzen Telefonieren entfällt ebenso wie kaum zu überschauende E-Mails, Faxe und sonstige Papiere. Es existiert nur noch ein System für alle Aufträge. Die Kommunikation wird vereinfacht, ist klar strukturiert und geschieht in Echtzeit. Darüber hinaus unterstützt „Catkin“ auftragsbegleitende Prozesse wie mobile Arbeitszeiterfassung, Rechnungsprüfung, GPS-Tracking und Geomatching. Für die Instandhaltung können Details zum Auftrag, z. B. Anlagenstandort, Arbeitspläne und Stücklisten, direkt an das Einsatzteam übermittelt werden. Die integrierte mobile Arbeitszeit erfassung in Form einer mobilen Stechuhr schafft zudem Sicherheit angesichts des Mindestlohngesetzes und der Dokumentationspflichten bei der Beauftragung von Subunternehmern. Unmittelbar nach Abschluss der Leistung können erfasste Stunden wieder freigegeben werden. Alle aktuell relevanten Aufträge werden im Auftragsmonitor abgebildet. Parallel erhält der Disponent Hinweise zum Einsatz- bzw. Verfügbarkeits- Elektronische Auftragsdaten, z. B. Start, Ende, Zählerstände, werden direkt via Zeitstempel generiert. Mit der integrierten Nachrichtenfunktion – vergleichbar mit WhatsApp – lassen sich z. B. Rückfragen zum Auftrag austauschen, Liefernachweise erbringen und etwaige Schäden per Foto dokumentieren (Bild). Frachtbriefe und Lieferscheine können zudem vor Ort erstellt und direkt auf dem Tablet oder Smartphone vom Kunden unterschrieben und ausgedruckt werden. Selbst die Rechnungsprüfung geschieht auftrags begleitend in Echtzeit. Damit steigt die Kostentransparenz und es ist eine schnellere Abrechnung möglich – ein Umstand, der sich positiv auf die Liquidität auswirkt. Die Anwendung ist intuitiv bedienbar und läuft auf handelsüblichen Smartphones. Ein offizielles Gütesiegel für „Catkin“ gab es Ende November 2015. Auf der im Rahmen des Berliner IT-Gipfels freigeschalteten deutschlandweiten Online-Landkarte „Industrie 4.0“ war das offene und dynamische Kommunikationsportal des gleich namigen Dortmunder Unternehmens zum Start drei Mal gelistet – u. a. mit dem Projekt „Digitalisierung des Personaleinsatzes bei der TX Logistik AG“. Fotos: Catkin www.catkin.eu Mit der integrierten Nachrichtenfunktion lassen sich z. B. Rückfragen zum Auftrag austauschen oder Liefernachweise erbringen 18 f+h 4/2016

VERPACKUNGSTECHNIK Sprechende Faltschachteln „Smart Packaging“ hält Einzug in die Pharmabranche Die Rondo AG, Allschwil/Schweiz, bietet Lösungen für den Einsatz von NFC-Technologie (englisch: Near Field Communication, deutsch: Nahfeldkommunikation) in der Pharmaindustrie. Zielsetzung des Faltschachtelherstellers ist es, durch den Einbau von Funkchips in Verpackungen neue interaktive Kommunikationswege zwischen Pharmaherstellern und Patienten sowie zwischen Patient, Arzt und Apotheke zu schaffen. Bargeldlose Zahlungen kleiner Beträge, schlüsselloses Öffnen eines Pkw, elek tronische Eintritts- und Fahrkarten: Der Einsatz von Nahfeldkommunikation, NFC, hält immer stärker Einzug im Alltag der Menschen. Ermöglicht wird dies durch die weite Verbreitung von Smartphones, die diesen internationalen Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten per Funktechnik über kurze Strecken unterstützen. Neben Banken, Automobilherstellern und Verkehrsbetrieben haben auch Pharmahersteller Interesse an der Technologie. Die Integration eines NFC-Chips in Medikamentenverpackungen soll die direkte Kommunikation mit dem Patienten ermöglichen und die Kommunikation zwischen Patient, Arzt und Apotheke verbessern. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Sie reichen vom Vorlesen des Beipackzettels über die automatische Nachbestellung von Medikamenten bis zur Bereitstellung weiterführender Informa- tionen, z. B. zur richtigen Einnahme eines Medikaments (Patienten Compliance) oder zur korrekten Anwendung eines Medizinprodukts. Vom Zusatznutzen profitieren „Smart Packaging“ basiert auf der Integration eines NFC-Chips bzw. eines elektrochromen Displays in die Pharmaverpackung. Der NFC-Chip wird bei der Herstellung der Verpackung eingearbeitet und überträgt seine Informationen per Funk, sobald ein lesefähiges Endgerät in entsprechender Nähe ist. Hierzu wird das Smartphone auf die Medikamentenverpackung aufgelegt. „Der Unterschied und der Vorteil zu Lösungen mit RFID-Codes liegt im geringen Abstand zwischen Sender und Empfänger, der eingehalten werden muss“, erklärt Mike Bernhardt von Rondo. „Auf diese Weise können ihre Daten nicht über eine größere Distanz ausgelesen werden. Das erhöht die Datensicherheit.“ Mithilfe von elektrochromen Displays lassen sich Verpackungen benutzerfreund licher gestalten Auf zwei Fachmessen im vergangenen Jahr stellte Rondo zwei Anwendungsfälle vor: Nach Auflage des Smartphones auf die Verpackung wurde im ersten Fall der Beipackzettel vorgelesen. Im zweiten Anwendungsbeispiel konnte nach Auflage des Telefons das Medikament elektronisch nachbestellt werden. Hierzu wird im Display Kundenname, Medikament und Dosierung angezeigt. Über eine entsprechende Schaltfläche findet die automatische Rezeptbestellung an den Arzt und die Medikamentenbestellung an die Apotheke statt. Auf dem Mobiltelefon erscheint anschließend eine Bestätigung für den Patienten. „Mit der Integration von NFC-Chips wollen wir die Kommunikation zwischen allen Beteiligten ermöglichen“, so Bernhardt. „Darüber hinaus bieten die Chips einen wichtigen Sicherheitsvorteil. Jeder Chip kann eine eindeutige vom Hersteller vergebene Seriennummer aufweisen. Über diese Nummer kann die Fälschungssicherheit von Medikamenten weiter erhöht werden. Das ist interessant für den Originalitätsnachweis von Produkten, die über das Internet bestellt werden.“ Rondos zweiter Smart-Packaging-Ansatz ist die Integration eines elektrochromen Displays in eine Walletverpackung. In einer Studie zeigte das Unternehmen ein solches Display, in dem Informationen über die stattgefundene oder nicht stattgefundene Entnahme einer Tablette angezeigt werden (Bild). „Hier legen wir den Fokus auf die erhöhte Benutzerfreundlichkeit der Ver packung“, erklärt Bernhardt. „Solche Displays können aber auch für den Erstöffnungsschutz genutzt werden.“ Fotos: Rondo Packaging www.rondo-packaging.com f+h 4/2016 19

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