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f+h fördern und heben 4/2016

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SOFTWARE I TITEL 02 Eine

SOFTWARE I TITEL 02 Eine in die Fördertechnik integrierte Waage prüft das Gewicht der Behälter nach der Kommissionierung auf unser ERP-System aufsetzen konnte.“ Hier bietet Viadat auf der Basis seiner Software-Architektur einen Vorteil, wie Markus Müllerschön, Geschäftsleitung Vertrieb Viastore Software, erklärt: „Wir haben alle Betriebssystem- und Datenbankzugriffe in einer Viastore-eigenen Klassen-Bibliothek gekapselt. Dadurch können wir ganz unterschiedliche Datenbanken und Betriebssysteme unterstützen. Diese Bibliothek pflegen wir permanent. Werden das Betriebssystem oder die Datenbank abgekündigt, tauschen wir diese Library gegen die aktuelle Version und lassen das System auf einer neuen Plattform laufen. Wir können Viadat damit auf Plattformen betreiben, die es heute noch gar nicht gibt.“ Zugeschnitten auf die individuellen Anforderungen So umfangreich die Funktionen auch sind, die die Software standardmäßig für das Management der unterschiedlichen Lager bietet – bei der Integration in vorhandene Logistikprozesse sind individuelle Anpassun- gen unumgänglich. Das begann bei Wika bereits im Wareneingang, wie Volker Ahrens, der für Viastore die Anpassungen an Viadat realisierte, berichtet: „Weil sich der Fördertechnik-Loop zwischen Kommissionierstationen, Wareneingang und Regalbediengeräten bei einer hohen Auslastung des Lagers als Nadelöhr erwies, haben wir in Viadat Begrenzungsparameter integriert. Mit deren Hilfe lassen sich die Anzahl der Auslagerungen, aber auch die Anzahl der Einlagerungen im Wareneingang an die Anlagenleistung anpassen.“ Auch beim Einbuchen von Beständen nach der Kommissionierung waren Anpassungen am WMS notwendig. Denn während üblicherweise das WMS einen Bestand an das übergeordnete ERP-System meldet, sobald der entsprechende Behälter auf die Fördertechnik gesetzt wird, hält Viadat bei Wika diese Information noch zurück. Erst wenn der Behälter tatsächlich das Lagerfach im Regal erreicht, wird der Bestand gegenüber dem Host-System quittiert. Somit lassen sich Aufträge noch während der Bearbeitung ändern. Wenn die Ware dagegen schon im Host-System quittiert wäre, ließen sich bei Gewichtsdifferenzen oder falschen Behältern aus dem ERP- System heraus keine Änderungen mehr vornehmen. Hintergrund ist, dass bei dem Betreiber auch die in das Lager zurücklaufenden Behälter, nachdem sie an den Kommissionierstationen auf die Fördertechnik gesetzt wurden, noch einmal über eine Waage kontrolliert werden (Bild 02). Dadurch lässt sich feststellen, ob die richtige Stückzahl an Artikeln entnommen wurde. Bei einer Fehlermeldung wird der entsprechende Behälter ausgeschleust und zurück zur Kommissionierstation transportiert. Wolfgang Schindler, Leiter der IT bei Wika Deutschland, ergänzt einen weiteren Grund für die verzögerte Bestandsmeldung an das ERP-System: „Wenn bei großen Stückmengen, die sich über mehrere Behälter erstrecken, bei jeder Behältervereinnahmung gleich eine Rückmeldung an das Host-System gehen würde, hätten wir plötzlich zig Teillieferungen und somit auch mehrere Lieferscheine.“ Weitere Anpassungen am WMS waren erforderlich, um die Prozesse abzubilden (Bild 03). Dazu gehören eine Inventurfunktion, mit der die Behälter aus dem Lager auf die Fördertechnik-Waage transportiert werden, der Druck von Zertifikaten und Zeugnissen für die verpackten Artikel an den Kommissionierplätzen, die Pufferung von angelieferten Artikeln im Lager in Abhängigkeit von den freien Kapazitäten in der Qualitätssicherung sowie die Versorgung von Produktions- und Kommissionierplätzen mit Leerbehältern. Testlauf am Wochenende Ebenso wichtig wie die Flexibilität der Software war die eigentliche Umstellung vom Altsystem auf die neue Software. „Bei so einem Projekt entfernt man im Prinzip das Herz der Anlage und ersetzt es durch ein neues“, veranschaulicht Müllerschön die Risiken. Ohne umfangreiche Tests gehe nichts. Die Prüfung der Schnittstellen und Kommunikation zwischen Viadat und ERP- System beeinflussten den Alltag bei Wika kaum – das Zusammenspiel von Host und WMS konnte das Softwareunternehmen größtenteils in Stuttgart simulieren und prüfen. Anders die Kommunikation zwischen Viadat und den Fördertechniksteuerungen: „Weil Wika bereits eine relativ intelligente Fördertechniksteuerung implementiert hatte, haben wir hier kein klassisches Materialflusssystem eingesetzt, sondern dessen Funktionen in das WMS integriert“, erklärt Klaus Wenz, Projektleiter von Viastore. Das habe aber auch bedeutet, dass das neue System nur an der realen SPS getestet werden konnte. Zu diesem Zweck wurde immer an den Wochenenden die Anlage mit dem neuen WMS gekoppelt und Tests gefahren. Damit ließ sich das Gesamtsystem nach und nach testen und Fehler ausmerzen. Der Sonntag nach der Produktivschaltung wurde zu einem regulären Arbeitstag mit dem neuen System definiert. So ließen sich Fehler, die bei der Produktivschaltung auftauchten, eliminieren, ohne dass die Liefertreue litt. Viastore hatte bereits in der Projektphase Key-User des Betreibers eingebunden, die jetzt ihren Kollegen zur Seite standen. Fotos: Viastore Software www.viastoresoftware.de 03 Wenn der Host nicht erreichbar ist, können über das WMS auch Lieferscheine gedruckt werden 22 f+h 4/2016

MARKT Gefahrstoffbox mit 30 Minuten Brandschutz zur Aufbewahrung von Kleingebinden Das Unternehmen Denios bietet mit den Gefahrstoffboxen Basis Line eine Lösung zur Aufbewahrung von Kleingebinden mit 30 Minuten Brandschutz. Eine pulverbeschichtete Stahlblechkonstruktion macht die Box robust. Die Flügeltüren schließen selbstständig. Im Boden der Box ist eine Auffangwanne mit fünf Litern Volumen verbaut. Das integrierte Belüftungssystem ist zum Anschluss an eine technische Lüftung vorbereitet. Die Basis Line misst 995 × 470 × 482 mm (B × T × H). Mithilfe der beigelegten Haltevorrichtung lässt sie sich mit wenig Aufwand an der Wand anbringen. Der Anwender ist somit in der Lage, die Gefahrstoffe direkt am Verwendungsort zu lagern. Das spart nicht nur Wege, sondern minimiert gleichzeitig auch das Risiko von Transportunfällen. Verfügbar ist die Gefahrstoffbox auch in einer abschließbaren Version. www.denios.de Gefährliche Flüssigkeiten in Regalcontainern sicher lagern Anzeige Arnold.indd 1 27.10.2015 07:42:40 Umstrukturierung mit Gitterböden Von einer traditionsreichen deutschen Brauerei hat die Protectoplus Lager- und Umwelttechnik GmbH den Auftrag zur Lieferung und Montage von mehreren Regalcontainern erhalten. Gelagert werden in Intermediate Bulk Containern (IBCs) flüssige Konzentrate, die im Schadenfall nicht in den Hallenboden eindringen, sondern in die Auffangwannen laufen, die in die Container integriert sind. Die Auffangwannen aus Stahl sind mit einer chemikalienresistenten Beschichtung versehen. In den jeweils 7,5 m breiten und 3,6 m hohen Containern, die in einer der Produktionshallen der Brauerei aufgestellt wurden, finden zwölf IBCs mit einer Kapazität von bis 1 000 l Flüssigkeit Platz. Die nach den Vorgaben des Betreibers entwickelten Container bestehen aus einer geschweißten Rahmenkonstruktion aus Stahlprofilen, verfügen über zwei Lagerebenen und sind mit einer Durchschubsicherung an der Rückwand ausgerüstet. In zwei weiteren Regalcontainern, die zur passiven Lagerung brennbarer Flüssigkeiten zugelassen sind, können ebenfalls zwölf IBCs deponiert werden. Diese Container sind zusätzlich mit Schiebetoren sowie einer automatischen Türschließanlage mit Haftmagnet und mechanischem Torantrieb ausgerüstet. Zur technischen Ausstattung zählen ferner eine Lüftungsanlage sowie ein Rippenrohrheizkörper. Die Lagertechnik Hahn & Groh GmbH stattete im Zuge einer Umstrukturierung das 2003 eröffnete Logistikzentrum des Sportartikelausrüsters Amer Sports in Überherrn mit Gitterböden seines australischen Lieferanten Delta Shelving Systems aus. Im Grunde handelt es dabei um Tiefenauflagen mit auf geschweißtem www.protecto.de Mit hoher Traglast und großem Arbeitsbereich Aufgrund seiner Reichweite von vertikal 3 024 mm und horizontal 3 159 mm bei einer Traglast von bis zu 800 kg ist der vierachsige Roboter vom Typ Motoman MPL800 II von Yaskawa aus der MPL-Serie für den Einsatz im Bereich des Palettierens geeignet. Konzipiert ist der Roboter für bis zu 1 200 Palettierzyklen pro Stunde. Die interne Kabel- und Leitungsführung sorgt für geringe Störkonturen. www.yaskawa.eu.com Drahtgitter, die direkt auf den Palettenbalken aufliegen. Das Drahtgitter erfüllt Brandschutzbestimmungen, das Eigengewicht ist gering. Die Böden müssen nur aufgelegt werden, können aufgrund des Gitters nicht verrutschen. Der Abstand zwischen dem Drahtgeflecht ermöglicht einen Lichteinfall und verhindert Staubansammlungen. www.lagertechnik-hamburg.de S I C H E R E LAGERUNG V O N GEFAH R S T O F F E N AUFFANGWANNEN GEFAHRSTOFF-REGALE GEFAHRSTOFF-LAGERCONTAINER GASFLASCHEN-CONTAINER 700 WEITERE ARTIKEL KATALOG-DOWNLOAD: WWW.SAEBU.DE SÄBU Morsbach GmbH | Tel.: 02294 694-0 | Internet: www.saebu.de | E-Mail: safe@saebu.de SÄBU.indd 1 15.02.2016 16:08:09 f+h 4/2016 23

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