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f+h fördern und heben 4/2017

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LAGER Feuergefahr

LAGER Feuergefahr gebannt Aktive Brandvermeidung minimiert Brandrisiko im Hochregallager Stickstoff gelangt in die Klimaanlage der Lagerhalle und wird im Schutzbereich verteilt Stickstoff wird durch das Einleitungsrohr geführt Oxy-Sens Sensoren messen in unterschiedlichen Höhen die Sauerstoffkonzentration Titanus Ansaugrauchmelder zur frühestmöglichen Rauchdetektion runden das Brandschutzkonzept ab Oxy-Control Steuerzentrale reguliert die gesamte Oxy-Reduct Anlage Oxy-Reduct Stickstoff-Generatoren mit VPSA-Technologie gewinnen aus der Umgebungsluft Stickstoff Aus einem automatischen Kleinteilelager in Norddeutschland versorgt die Imperial Automotive Logistics GmbH (ehemals Hansmann Logistik GmbH) vier Montagelinien eines Automobilherstellers mit Kabelsätzen. Die Bauteile werden dabei täglich im 24-Stunden-Betrieb just in sequence angeliefert. Eine brandbedingte Unterbrechung der Supply Chain hätte sowohl für den Logistikdienstleister als auch für den Automobilhersteller katastrophale Folgen. Imperial suchte daher nach einer wirkungsvollen Brandschutzlösung. 320 Kabelbäume pro Stunde, rund um die Uhr, Tag für Tag – so stellt Imperial die Montageversorgung des Automobilherstellers sicher. Zwischen dem Abruf und der Anlieferung vergehen max. 90 Minuten. Damit das funktioniert, sind alle Prozesse minutiös aufeinander abgestimmt – von der Anlieferung der Teile auf Großladungsträgern über die Ein- und Auslagerung bis hin zur Lkw-Beladung und zum Transport ins Werk. Beim Thema Brandschutz sollte die bestmögliche Lösung zum Zuge kommen. Zwei Dinge waren Imperial dabei besonders wichtig: Die Lösung sollte den brandschutztechnischen Herausforderungen von automatischen Kleinteilelagern Rechnung tragen und sich individuell anpassen lassen. Zudem galt es das Risiko einer Brandentwicklung zu unterbinden, um die Lieferfähigkeit des Unternehmens zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen. Hohes Gefahrenpotenzial Im Hinblick auf den Brandschutz herrschen in automatisierten Hochregallagern generell schwierige Bedingungen: Hohe Regale und schmale Zwischenräume bergen die Gefahr, dass sich Brände schnell bis unter die Hallendecke ausbreiten und mit konventionellen Mitteln wie Schaum oder Wasser nur schwer gelöscht werden können. Hinzu kommen große Mengen an leicht entzündlichen Lagermaterialien wie Papier, Pappe oder Kunststoff, die ein unkontrolliertes Ausbreiten des Feuers begünstigen. Im Lager von Imperial werden die Kabelsätze in Kleinladungsträgern (KLT) auf­ 32 f+h 4/2017

ewahrt. Die genormten, ineinander stapelbaren Kunststoffbehälter bestehen aus Polypropylen (PP) – ein Material, das sich im Brandfall wie eine brennbare Flüssigkeit verhält. Zudem brennt PP tropfend ab (Bild) und entzündet dabei auch benachbarte Materialien, während die große Wärmeenergie das Feuer weiter anfacht. Ein solcher Brand ist schwierig zu löschen: Wasser lässt sich schwer applizieren, da es von Kunststoffoberflächen abperlt. Lieferfähigkeit sicherstellen Oberstes Ziel von Imperial bei der Planung einer Brandschutzlösung war daher, das Brandrisiko zu minimieren, um Personen und Umwelt sowie Investitionen und Sachwerte zu schützen. Da die Just-in-Sequence-Prozesse des Automobilherstellers keinen Lieferausfall erlauben, schied eine Sprinkleranlage von vornherein aus: Ihr Einsatz würde zwangsläufig einen Wasserschaden – und damit auch eine Betriebsunterbrechung – nach sich ziehen. Stattdessen entschied sich der Logistikdienstleister für eine aktive Brandvermeidung, bei der das Risiko einer Brandentstehung und -ausbreitung durch Sauerstoffreduktion gesenkt wird. Zum Einsatz kommt dabei das Brandvermeidungssystem Oxy-Reduct der Wagner Group, Langenhagen mit energiesparender VPSA (Vacuum Pressure Swing Adsorption)-Technologie. Durch Einleiten von Stickstoff in den Schutzbereich wird die Sauerstoffkonzentration unter 14,6 Vol.- Prozent gehalten. Damit liegt sie unterhalb der Entzündungsgrenze von Polypropylen. Das reduzierte Sauerstoffniveau verhindert, dass sich ein Feuer aufrechterhalten oder ausbreiten kann. Auch Folgeschäden durch Rauch, Ruß oder Löschmittel sind so ausgeschlossen. Schutz vor brandbedingtem Ausfall Wie das Beispiel zeigt, stellen automatische Kleinteilelager hohe Anforderungen an den Brandschutz. Oberstes Schutzziel bei der Planung einer geeigneten Brandschutzlösung war für den Betreiber, das Risiko einer Brandentstehung bzw. -ausbreitung zu minimieren, im Einzelnen: n Übergeordnet: Personenschutz und Umweltschutz, n Schutz von Investitionen und Sachwerten, n Schutz der Betriebsprozesse und damit der Verfügbarkeit des Lagers sowie n kein Wasserschaden durch eine Sprinkleranlage. Mit der aktiven Brandvermeidungstechnik Oxy-Reduct verfügt Imperial nun über eine Lösung, die das Lager zu jeder Zeit vor brandschutzbedingten Betriebs- und Lieferausfällen schützt. Fotos: Wagner Group www.wagnergroup.com INTRALOGISTIK PROVIDER Besuchen Sie uns. Seit 1934 bietet die Schweizer Stöcklin-Gruppe weltweit innovative Logistiklösungen „alles aus einer Hand“ an, welchen höchsten Ansprüchen genügen. Dazu gehören vollautomatische Hochregallager, komplexe Horizontalförderanlagen, Kleinteilelager für Behälter und Kartons sowie die Modernisierung Ihrer bestehenden Anlage, auch im temperaturgeführten Bereich. Mit dem StöcklinWMS 5.6 bieten wir Ihnen ein voll integriertes Lagerverwaltungs-System zur Abdeckung sämtlicher automatischer- und manueller Lager-Prozesse an. Standardfunktionen für den Wareneingang über die Einlagerung, Auslagerung, Kommissionierung bis hin zur Bereitstellung für den Versand lassen sich flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Hauptsitz CH info@stoecklin.com +41 (0)61 705 81 11 Niederlassung DE info-de@stoecklin.com +49 (0)2713 17 93 0 Polypropylen brennt tropfend ab, was im Brandfall zu enormen Schäden führt Stöcklin Logistik | www.stoecklin.com f+h 4/2017 33 Stoecklin.indd 1 21.03.2017 13:15:30

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