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f+h fördern und heben 5/2015

f+h fördern und heben 5/2015

MATERIALFLUSS gelistet.

MATERIALFLUSS gelistet. Zu jeder Komponente wird die zu erwartende Lebensdauer ermittelt. Dies kann u. U. zeitaufwändig sein und unterliegt einer gewissen Unschärfe, da solche Betrachtungen immer stark von den Betriebs- und Pflegebedingungen der jeweiligen Anlage abhängen. Die Ermittlung der Marktverfügbarkeit von Komponenten ist ein weiteres anspruchsvolles Thema. In diesem Zusammenhang stellen sich Fragen wie: n Wie lange ist ein Produkt bereits am Markt eingeführt? n Entspricht das Produkt noch dem „State of the Art“? n Kommt die Komponente von einem namhaften Hersteller oder eher aus dubioser Quelle? n Wie ist die Lieferpolitik des Herstellers und inwieweit werden Produktabkündigungen verlässlich kommuniziert? Pläne strategisch umsetzen 7.000 6.000 5.000 4.000 3.000 2.000 1.000 0 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 Life-Cycle-Pläne dienen dem langfristigen Erhalt der Funktionssicherheit Reparatur Inspektion/Wartung Generalüberholung 2012 2013 Der nächste wichtige Schritt ist die Entwicklung einer Strategie zur Umsetzung des Plans. Als Basis dienen immer die Angaben, die für die jeweiligen Komponenten ermittelt wurden. Je früher eine Basisplanung existiert, umso besser gelingt ein Abgleich mit der Realität, indem die einzelnen Faktoren kontinuierlich beobachtet werden. Entwickelt sich die Lebensdauer, z. B. bei mechanischen Komponenten, wie vorausgesehen oder sind hier zeitliche Anpassungen erforderlich? Zur Beantwortung dieser Frage ist die in einem Wartungs-Management-System dokumentierte Instandhaltungshistorie von großer Bedeutung. Zeigt die Historie doch, wie oft Teile ausgetauscht wurden oder außerplanmäßige Reparaturen erforderlich waren und geben so Rückschluss auf die Lebensdauer (Bild 03). Des Weiteren muss der Markt kontinuierlich nach Produktabkündigungen beobachtet werden, um die Planung rechtzeitig anpassen zu können. Nicht zuletzt muss der Plan die für die Maßnahmen zu erwartenden Kosten gestaffelt über die Zeit aufzeigen. Auch dieser Teil des Plans muss stetig beobachtet und, wenn erforderlich, justiert werden. Das richtige Setzen von Prioritäten und die rechtzeitige Planung der Investmentkosten helfen bei der Beantragung von Budgets und vermeiden Überraschungen im Falle von ungeplant notwendigen Investitionen, die dann nicht durchgeführt werden können oder sich verzögern, weil das Geld nicht bereit steht. Ein guter Life-Cycle-Plan sollte sich über einen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken und somit auch die erforderlichen Investitionen über diesen Zeitraum enthalten. Bei der Planung zur Umsetzung sollten Einsparpotentiale soweit wie möglich genutzt werden. Ist z. B. der Austausch einer Komponente, die am Markt nicht mehr verfügbar ist, erforderlich, weil keine Ersatzteile mehr vorhanden sind, kann der Austausch über einen Zeitraum gestreckt werden, um so ein ausgewogeneres Budget zu erzielen. Durch einen teilweisen Austausch von noch funktionierenden Komponenten entsteht ein Ersatzteil-Pool, der eine Zeit lang die Teileverfügbarkeit wiederherstellt. Geschäftsprozesse managen Über die beschriebenen Ziele eines Life- Cycle-Plans hinaus bietet die konsequente, zielgerichtete Auseinandersetzung mit der Anlage noch weitere Chancen. Neben dem reinen Funktionserhalt einer Anlage sollte stets der Blick auf die Geschäftsprozesse gerichtet werden. Sollten diese nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen oder wenn sich Optimierungsmöglichkeiten zeigen, sollten die dafür notwendigen Maßnahmen im Life-Cycle-Plan berücksichtigt werden. Vielfach ergeben sich dabei Synergien, die Zeit und Kosten einsparen, wenn sie gleichzeitig mit anderen Schritten durchgeführt werden. Ein idealer Partner bei der Erstellung eines Life-Cycle-Plans ist zweifellos der Systemintegrator. Der Systemintegrator kennt die grundsätzliche Auslegung der Komponenten und die Einsatzbedingungen genau und kann daher am besten eine Lebensdauerprognose abgeben. In der Regel steht der Systemintegrator auch in enger Verbindung zu seinen Lieferanten, um die Lebenszyklen der zugelieferten Bauteile zu überwachen. Dadurch kann er als zentrales Bindeglied zwischen Hersteller und Anlagenbetreiber fungieren. Vanderlande bietet seinen Kunden diesen Service im Rahmen des Service-Portfolios an. In Verbindung mit anderen Serviceleistungen entsteht so eine langfristige Partnerschaft, deren Ziel es ist, stets optimale Verfügbarkeiten an den Anlagen zu sichern. Der Betreiber hat einen zentralen Ansprechpartner für alle Systembelange und kann sich dadurch auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Bilder: Vanderlande 03 Entwicklung des Serviceaufwands durch kontinuierliche Wartung www.vanderlande.com 28 f+h 5/2015

FÖRDERTECHNIK Autoteilegroßhandel nimmt Fahrt auf Mit neuer Förderstrecke zu höherem Online-Warendurchsatz weg hat nun neue Maßstäbe für die Logistikprozesse definiert. So galt es u. a. am Standort in Köln, ein innerhalb kürzester Zeit deutlich gestiegenes Warenaufkommen im Versand prozess zu bearbeiten. Die Lösungen dafür wurden von der AMI Förder- und Lagertechnik GmbH, Luckenbach, implementiert. Dabei musste vor allem sichergestellt sein, dass die Ware auf dem schnellsten Weg sicher von A nach B ans richtige Ziel transportiert wird. Dieser Prozess wird heute mit Förderstrecken von AMI, die an bestehende Förderanlagen angekoppelt wurden, abgebildet. Die Lösung besteht dabei u. a. aus Rollenbahnen zum Transport der Ware, aus Scannersystemen und entsprechenden Ausschleusern sowie Packtischen und individuell konzipierten Regalsystemen, die zur Platzeinsparung beitragen. Das Internet verändert den Handel. Diese Entwicklung zeigte sich auch im Hause der Hans Hess Autoteile GmbH, Köln. Aufgrund des zunehmenden online-basierten Versandhandels galt es, einen deutlich höheren Durchsatz an Ware logistisch zu bewerkstelligen. So entschied sich das Unternehmen für den Einsatz von neuen Förderstrecken, die heute für Prozesssicherheit und Entlastung der Mitarbeiter sorgen. Die Hans Hess Autoteile GmbH ist seit über 80 Jahren schwerpunktmäßig im Autoteilegroßhandel tätig und verfügt über sechs Standorte in Deutschland. Mit mehr als 600 000 Artikeln werden Handels- und Werkstattkunden im freien Kfz-Teilemarkt bis zu 6-mal am Tag beliefert. Zuverlässigkeit und Prozesssicherheit durch eine effiziente Logistikkette sind dabei unabdingbar, um dieses hohe Produktvolumen innerhalb kürzester Zeit auf den Versandweg zu bringen. Zeit ist Geld. Für freie Werkstätten bedeutet dies, dass eine betriebswirtschaftlich erfolgreiche Arbeitsweise nicht nur von der tatsächlichen Werkstattauslastung, sondern auch von der durchschnittlichen Dauer eines Werkstattdurchgangs abhängt. Um diesen möglichst kurz zu halten, bedarf es einer schnellen, flexiblen und passenden Teileversorgung. Dies stellt die Hans Hess Autoteile GmbH für ihre Kunden durch ein effizientes Gesamtsystem sicher, in dem unterschiedliche Logistikbausteine geschickt kombiniert werden. Bestellung und Lieferung Ihren Anfang nimmt die optimierte Logistiklösung schon bei der Auftragsannahme, die bei über die Onlineplattform Hessonline geschieht. Diese kann von den Kunden nicht nur zur Bestellung, sondern auch zur Teileidentifizierung, für Preisdownloads und als elektronische Rückgabenverwaltung genutzt werden. Bestandsabfragen über alle Lagerstandorte sind ebenso möglich, wie konkrete und aktuelle Einkaufsund Bruttopreisabfragen. Dadurch wird schon bei der Bestellung die größtmögliche Sorgfalt darauf gelegt, Fehlbestellungen, Rücksendungen und Stornierungen zu verhindern. Mit mehr als 600 000 Artikeln und einer effizienten Logistik werden Handels- und Werkstattkunden im freien Kfz-Teilemarkt von sechs Standorten in Deutschland bis zu 6-mal am Tag beliefert. Das Online-Geschäft Der zunehmende Einsatz von Online- Kanälen und Drop-Shipping als Vertriebs- Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort Die neue Förderanlage stellt sicher, dass das jeweilige Produkt auf dem kürzesten Weg automatisch an den dafür vorgesehenen Kommissioniertisch gelangt und es keine falschen Zuordnungen gibt. Am Ende der Prozesskette entscheidet sich schließlich, ob die Ware aus dem Lager über die Packtische an die Logistiker übergeben wird oder ob sie an die Tore gelangt, an denen die eigene Firmenflotte wartet und sie ans Ziel transportiert. Der Fuhrpark des Unternehmens besteht aus 160 firmeneigenen Fahrzeugen. Durch die Prozessoptimierung hat sich zum einen eine Entlastung der Mitarbeiter durch Einsparung von Laufwegen ergeben. Diese freien Ressourcen können heute für neue Aufgaben, die sich im Zuge des expandierenden Geschäfts ergeben haben, eingesetzt werden. Neben den Zeiteinsparungen hat sich die Fehlerquote reduziert und die Prozesse sowie kurzen Lieferzeiten können auch bei steigendem Durchsatz gesichert werden. Dies mündet schließlich in der exakten Einhaltung der Abfahrtszeiten und damit hoher Zuverlässigkeit bei der Lieferung. Die Förderanlage ist zukunftsorientiert ausgelegt und kann bedarfsgerecht um weitere Komponenten erweitert, umgebaut, an andere Standorte transportiert oder jederzeit modernisiert werden. Somit wächst die Anlage auch in Zukunft mit ihren Anforderungen. Foto: AMI www.ami-foerdertechnik.de f+h 5/2015 29

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