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f+h fördern und heben 5/2015

f+h fördern und heben 5/2015

VON DAMALS BIS HEUTE 02

VON DAMALS BIS HEUTE 02 Von der Seilbahn zum Hochregallager 2014 Vollert: Seit 90 Jahren Spezialist für Anlagen- und Maschinenlösungen im Schwerlastbereich In China entstehen drei vollautomatische Hochregallager 1950 01 1999 Hans-Jörg Vollert übernimmt Geschäftsführung Seilbahnprinzip wird auf bodengeführte Seilzuganlagen übertragen 1925 Entwicklung von Schwerlast- Regalbediengeräten Unternehmensgründung in Weinsberg durch Hermann Vollert 2007 Regalbediengeräte mit 1,09 Megawatt Hubleistung entwickelt 1990 1971 Erste Palettenumlaufanlage für Betonfertigteilwerk realisiert 1930 Erste Seilbahnen zur Bewirtschaftung von Weinbergen Bewegende Momente gab es für den Anlagenspezialisten Vollert in den vergangenen Jahrzehnten im wahrsten Sinne des Wortes viele. Denn wo immer schwere Lasten vollautomatisch gehandhabt, gelagert oder transportiert werden müssen, fanden und finden die Ingenieure des Unternehmens eine Lösung – ganz nach der Devise: „Es gibt eigentlich nichts, was nicht geht“. Seilbahnen, die das Meer überspannen, Hochregallager für 100 000 Tonnen Aluminium-Coils, vollautomatisierte Betonfertigteilwerke sowie Rangier- und Verladesysteme: diese beispielhaft genannten Projekte beweisen die Innovationskraft der Vollert Anlagenbau GmbH aus Weinsberg. 2015 feiert das Unternehmen sein 90-jähriges Bestehen und investiert konsequent in weiteres Wachstum. Aber wie wurde aus einem Schlossereibetrieb der Anlagenbauer für schwere Lasten und Großteile? Im Jahre 1925 legte Hermann Vollert in Weinsberg den Grundstein für das heutige Unternehmen. Alles begann u. a. mit Fahrradreparaturen und dem Bau von Pumpen. In den 1930er-Jahren entwarf und realisierte die aufstrebende Firma bereits die ersten Seilbahnen zur Bewirtschaftung von Weinbergen (Bild 01). Die Anlagen wurden schon damals international zum Bestseller. Später gingen daraus Kübel- und Materialseil bahnen mit Nutzlasten von bis zu 20 Tonnen für Kalkund Sandstein brüche hervor. Seit der Gründung entwickelte sich die Firma kontinuierlich weiter, investierte u. a. in eine neue Werkstatt und überwand schließlich auch die Härten des zweiten Weltkriegs. Doch schlug bei all dem Erfolg das Schicksal plötzlich und unerwartet zu. 1947 verunglückte der Firmengründer tödlich und es war nun an den Söhnen Herbert und Robert Vollert gemeinsam mit ihrer Mutter Mina das „Ruder“ zu übernehmen. Mit Gespür für Innovationen blickten die Vollert-Ingenieure stets über den Tellerrand hinaus und trieben die Automation auch in neuen Branchen voran. Sie übertrugen das Prinzip der Seilbahn in den 1950er-Jahren auf bodengeführte Seilzuganlagen und revolutionierten damit u. a. die Holz- und Keramikindustrie. Später führte Vollert diese Technologie in der Betonfertigteilindustrie ein. Mit der Lieferung der letzten großen Materialseilbahn im Jahr 1967 ging schließlich eine Ära zu Ende; doch standen die nächsten Projekte bereits an. Als Vorreiter und Schrittmacher war Vollert dabei auch immer Wegbereiter neuer Technologien. So wurde 1971 die weltweit erste Paletten-Umlaufanlage für ein Betonfertigteilwerk realisiert und 1974 ein vollautomatischer Rangier-Robot mit Batterieantrieb für Güterzüge. Schwere Lasten bewegen, in unterschiedlichen Einsatzbereichen, das war auch in den Folgejahren stets die Herausforderung. Im Jahr 1990 galt es Schwerlast-Regalbediengeräte für einen Lagerbetreiber in Taipeh zu entwickeln oder 1992 Materialflusssysteme für die Automobilindustrie zu liefern. Aber auch auf personeller Ebene war das Unternehmen in Bewegung. Im Jahr 1999 übernahm Hans-Jörg Vollert, der Enkel des Firmengründers, 75 Prozent der Anteile und die Leitung des Unternehmens – bis heute. Unter seiner Führung wurden 2007 zwei Regalbediengeräte mit 1,09 Megawatt Hubleistung für SSAB in Schweden realisiert. Auch für die Betonfertigteileindustrie zählt Vollert mit mehr als 350 realisierten Betonfertigteilwerken zu den weltweit gefragten Technologieführern. Anlagen- und Maschinenlösungen von Vollert sind seit 1925 in mehr als 80 Ländern im Einsatz. In all den Jahren wuchs das Familienunternehmen dabei zum internationalen Generalunternehmer mit Niederlassungen in Asien, Russland und Südamerika heran. Aktuell entstehen für die chinesische Zhongwang Group am Walzwerkstandort in Tianjin drei vollautomatische Hochregallager mit einer Gesamt-Lagerkapazität von 100 000 Tonnen Aluminium-Coils (Bild 02). Auch im Jubiläumsjahr wird am Standort Weinsberg investiert. Denn trotz weltweiter Niederlassungen wird auf die Entwicklung und Fertigung in Deutschland gesetzt. Fotos: Vollert www.vollert.de

VORSCHAU IM NÄCHSTEN HEFT: 6/2015 ERSCHEINUNGSTERMIN: 17. 06. 2015 • ANZEIGENSCHLUSS: 21. 05. 2015 01 03 02 01 Der Atlet by Unicarrier Tergo URS ist Schmalgang- und Schubmaststapler in einem Gerät. Wir testen seine Fähigkeiten. 04 02 Kleinladungsträger mit integriertem Kameramodul überwachen eigenständig den Bestand an C-Teilen und lösen die Bestellung aus. 03 Um die Nachfrage nach Chenillewaren zu erfüllen, wurde das Fachbodenlager für Chenillegarne der Ernst Feiler GmbH erneuert. Der direkte Weg im Internet: www.foerdern-und-heben.de als E-Paper: www.engineering-news.net Redaktion: h.seybold@vfmz.de f+h Intralogistics: www.en.engineering-news.net 04 Um Sortimentserweiterungen bewältigen zu können, hat Conrad Electronic SE 56 Millionen Euro in den Ausbau des Logistikzentrums in Wernberg investiert. (Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten) f+h 5/2015 43

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