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f+h fördern und heben 5/2016

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LAGER Intelligente

LAGER Intelligente Behältermodifizierung Ladungsträger sorgt für innerbetriebliche Prozessoptimierung bei Modellbahnproduzenten Gemeinsam mit der Gebr. Märklin & Cie. GmbH, Göppingen, hat SSI Schäfer ein Behälterkonzept entwickelt: Eine individualisierte Lösung, die durch eine einfache aber intelligente Modifikation eines Standard behälters unzählige Modellbahnteile in unterschiedlichen Geometrien flexibel aufnimmt. Lesen Sie mehr dazu. Der Charme und originalgetreue Charakter einer Märklin-Modellbahn fasziniert Generationen von Menschen jeden Alters auf der ganzen Welt. Die einst kleine Fabrik für Blechspielwaren, die ursprünglich vor rd. 150 Jahren mit der Herstellung von Puppenküchen begann, hat sich nicht nur zu einem weltweit bekannten Produzenten von hochwertigem Metallspielzeug entwickelt, sondern auch zum Marktführer der europäischen Modelleisenbahnbranche. Der Maßstab für die Produkte ist eine möglichst getreue Nachbildung der Realität – sowohl in technischer Hinsicht als auch in der Anmutung und Haptik der Modelle. Märklin orientiert sich bereits bei den Werkstoffen eng am Original und verwendet verschiedenste Metalle und Legierungen, Feinbleche, Aluminium, hochwertige Kunststoffe und Holz. Qualität und Wertbeständigkeit stehen an erster Stelle. Daraus ergibt sich für das Unternehmen eine Herausforderung: Die aufwendig lackierten Einzelteile sind empfindlich und können innerhalb des Fertigungsprozesses bei Abrieb oder Stoßbewegungen schnell verkratzen oder anderweitig Schaden nehmen. Dementsprechend ist es erforderlich, dass die Komponenten im kompletten Prozess optimal gelagert und transportiert werden. Die Grundvoraussetzung dafür: Ein Ladungsträger, welcher den Anforderungen von Märklin entspricht. Bei den veralteten Behältern nach rd. 30 Jahren Einsatz war dies nicht mehr sichergestellt. Für den innerbetrieblichen Transport der Teile verwendete das Unternehmen bislang ca. 38 000 Ladungsträger aus Kunststoff mit rd. 13 unterschiedlichen Einsätzen. Erweiterbare Lösung gesucht Der Spielzeughersteller bringt seit langer Zeit jährlich eine Vielzahl von Neuheiten auf den Markt. Aufgrund der dadurch entstandenen Produktvielfalt und unterschiedlichen Geometrien wurde es über die Jahre immer schwieriger, einen geeigneten Ladungsträger für den Fertigungsprozess zu finden. Die unterschiedlichen Gehäuse und Lokaufbauten passten nicht mehr exakt in die Einsätze. Des Weiteren war ein hoher Verpackungsaufwand erforderlich, um die Modellbahnen im Behälter vor Schmutz und Stößen zu schützen. Dazu wurden die Teile zusätzlich in Vlies verpackt. Ein zweitauwendiger Vorgang. Am Ende reichte die Anzahl der Ladungsträger nicht mehr aus, sodass sich die Fertigung der Modellbahnen an die Behälterverfügbarkeit anpassen musste. Eine Nachbestellung zusätzlicher Behälter dieser Art war nicht mehr möglich, da die verantwortliche Firma nicht mehr existierte. Neue Möglichkeiten mussten erschlossen werden. Nachdem Märklin in Zusammenarbeit mit einer Universität in Berlin eine Masterarbeit zum Thema Mehrwegtransportverpackungen für Modelllokomotiven erstellen ließ, entschied sich das Unternehmen bewusst dafür, einen ganz neuen Weg einzuschlagen. „Um eine passende Behälterlösung zu entwickeln, haben wir SSI Schäfer als Partner gewählt. Wir wollten bei diesem Projekt jemanden an unserer Seite wissen, der unsere Belange ernst nimmt und weiß, was er tut“, so Michael Ludwig, Abteilungsleiter Oberfläche bei Gebr. Märklin & Cie. GmbH. Die Anforderungen des Modellbahnproduzenten waren zu diesem Zeitpunkt klar definiert. „Was wir benötigten war ein stabiler, flexibler und zugleich leichter Ladungsträger, der sich problemlos an unsere vielen Produkte sowie deren Geometrie anpassen lässt. Außerdem sollte er mit unseren bestehenden Rolltransportwagen kompatibel sein, sich problemlos waschen lassen, hitzebeständig und leicht in der Handhabung sein. Ebenso stand ein sicherer werksübergreifender Transport der Ware bis nach Ungarn im Fokus. Darüber hinaus verfolgte Märklin das Ziel, den Verpackungsaufwand der Teile zu verringern und Ausbesserungsarbeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Es sollte eine zukunftssichere, erweiterbare Lösung sein, die auch eine künftige Automatisierung ermöglicht. Im Grunde also ein Behälter, der sich entsprechend unseren Anforderungen universell einsetzen lässt“, so Ludwig. Auch Yvonne Barthel, verantwortlich für den Fachbereich Konstruktiv- 54 f+h 5/2016

LAGER verpackungen von SSI Schäfer, machte sich vor Ort ein Bild von der Herausforderung: „Eine spannende Aufgabe. Ich habe auf der Rückfahrt fünf Stunden im Auto darüber nachgedacht, welcher Behälter mit welchem Einsatz dafür möglicherweise in Frage kommt. Zuerst dachte ich an eine Art Legostecksystem, um einzelne Komponenten flexibel miteinander zu verbinden. Dies war jedoch nur der erste Ansatz eines Prozesses, der in der Lösungsfindung angestoßen wurde“, so Barthel. Modifizierter Standardstapelbehälter Letztendlich entschied sich Märklin für einen klassischen, spritzgegossenen Standardstapelbehälter aus Kunststoff des Typs 14/6-2G von SSI Schäfer, der sich von Haus aus durch seine Stabilität und Robustheit auszeichnet ebenso wie durch seine Temperaturbeständigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Ölen, Säuren und Laugen. Ein Ladungsträger, der problemlos automatisierbar ist. Dieser Behälter wurde jedoch so individuell und einzigartig für Märklin modifiziert, dass er nun allen Anforderungen des Unternehmens entspricht. Das Besondere: SSI Schäfer hat die Seiten des Ladungsträgers mit Schlitzen versehen, die drei entscheidende Funktionen erfüllen. Zum einen dienen sie der optimalen Belüftung der lackierten Teile sowie der Ableitung von Wasser bei Waschvorgängen. Vor allem aber übernehmen sie die Führung eines Leistensystems aus Kunststoff, das den Teilen im Behälter die notwendige Stabilität und Sicherheit verleiht. „Beachtlich ist dabei, dass die Ladungsträger trotz der Lüftungsschlitze nichts von ihrer Stabilität einbüßen“, erklärt Ludwig. Je nach Anforderung befänden sich jetzt zwei bis vier Kunststoffleisten mit trapezförmigen Aufnahmedornen im Behälter. Damit würden die Gehäuse und Lokaufbauten nur an der Innenseite aufgenommen werden, während die sensible Außenseite der Teile berührungsfrei bleibt. Dadurch stelle die trapezförmige Gestaltung eine universelle Passform für eine Vielzahl von Produktvarianten sicher. Da die Leisten nur über Muttern an der Außenseite der Schlitze befestigt seien, lassen sie sich nach Bedarf flexibel verschieben und somit an die unterschiedlichen Längen der Teile anpassen. „Kein Verrutschen, kein Abrieb und trotzdem eine leichte Handhabung, da die Teile schlicht auf die Vorrichtung gesteckt werden müssen. Damit haben wir Nachbesserungsarbeiten durch Abrieb der Lacke oder Beschädigungen der Teile auf ein Minimum reduziert, was nicht nur Zeit und Kosten spart. Auch eine Umverpackung der Ware in Vlies ist nicht mehr nötig. Jetzt reicht es aus, die Aufbauten und Gehäuse im Ladungsträger zum sicheren Transport mit einer Auflage aus dünnem Karton abzudecken. Darüber hinaus bietet das neue System Kosteneinsparungen im Einkauf von etwa 40 Prozent gegenüber den alten Tiefziehbehältern“, erklärt Ludwig. Damit hat Märklin die Zahl der Einsätze jetzt von 13 auf fünf und die Zahl der Behälter von bisher 38 000 auf rd. 25 000 reduziert (Bild 01). Alle alten Behälter sollen im Laufe der Zeit sukzessive ausgetauscht werden. „Gemeinsam haben wir ein nachhaltiges Warenträgersystem entwickelt, das sich bei Bedarf auch künftig automatisieren lässt“, so Barthel. Der Behälter wird innerhalb des Fertigungskreislaufs direkt nach der ersten Formgebung eingesetzt, bevor er seinen Weg über die Vereinzelung der Komponenten zur Farbgebung antritt, die automatisch oder in Handarbeit geschehen (Bild 02). Anschließend findet die Trocknung, die Bedruckung und Lackierung der Teile bis hin zur Endmontage und dem werksübergreifenden Transport der Modellbahnen bis 01 Eine Umverpackung der Ware in Vlies ist nicht mehr nötig, da alle Teile sicher und fest in der Vorrichtung sitzen nach Ungarn statt. Zwischen den einzelnen Schritten werden die Behälter gestapelt und auf den bestehenden Transportrollwagen manuell von einer Station zur nächsten befördert. Zurzeit arbeitet Märklin mit SSI Schäfer bereits an der nächsten Geometrie für die Behältereinsätze, denn die nachfolgende Generation der Modellbahn lässt nicht lange auf sich warten. Fotos: SSI Schäfer www.ssi-schaefer.com 02 Viele Teile werden immer noch in Handarbeit lackiert und bearbeitet, daher ist die in den Behältern transportierte Ware wertvolles Gut, das geschützt werden muss

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