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f+h fördern und heben 5/2016

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SOFTWARE Prozesse

SOFTWARE Prozesse beschleunigt Umstellung auf SAP EWM mit Hana sorgt für leistungsfähigere Supply Chain Das Unternehmen Kaeser Kompressoren ist einer der weltweit führenden Kompressorenhersteller und Druckluftsystemanbieter. Herz der weltumspannenden Supply Chain ist das Distributionszentrum in Coburg. Durch eine Umstellung auf das SAP Extended-Warehouse- Management-System (EWM) mit Hana konnte die Viastore Software GmbH die Leistungsfähigkeit des Lagers steigern. In mehr als 100 Ländern vertreiben Niederlassungen und Partnerfirmen die Druckluftanlagen des Coburger Familienunternehmens. „Die Organisation der Supply Chain ist damit die wichtigste Aufgabe der IT“, sagt Falko Lameter (Bild 01, ganz l.), Chief Information Officer (CIO) der Kaeser Kompressoren Gruppe. Drehund Angelpunkt der Logistik sei das Distributionszentrum in Coburg: Von dort aus werde nicht nur Europa mit Produkten und Ersatzteilen versorgt, sondern auch das Distributionszentrum in den USA. „Entstanden ist die Logistikinfrastruktur in den Jahren 2001/2002; schon damals wurde das Warehouse Management mithilfe von SAP realisiert: Bereits seit 1992 haben wir SAP im Haus, wir waren einer der ersten SAP-R/3-Kunden. Mit dem 2002 eingeführten SAP Task and Resource Management hatten wir dann die Möglichkeit, in Verbindung mit dem SAP Logistics Execution System auch das automatische Hochregallager an SAP anzubinden.“ Damals fiel die Entscheidung nicht nur für den Einsatz des ERP-Systems im Lager. Bei seinen Recherchen ist der Kompressorenhersteller auch auf das Unternehmen Viastore aufmerksam geworden. Das Softwarehaus lieferte die Lagertechnik und integrierte als SAP-Partner das damals neue Distributionszentrum in das ERP-System. „Viastore war nicht auf Lager- Hardware-Konzepte fixiert, sondern betrachtete die Aufgabe von den Prozessen her“, so Lameter. 62 f+h 5/2016

SOFTWARE Anforderungen an Supply Chain gestiegen Neben dem Hochregallager wurden im Laufe der Zeit 19 Lagerlifte, ein Kleinteilelager, das FTS, die Fördertechnik, sechs Kleinteilpackplätze, elf Palettenpackplätze sowie ein Pufferlager zur schnelleren Beladung (täglich bis zu 100 Lkw) an das ERP-System angebunden. Doch seitdem haben sich die Anforderungen an die Logistik und die komplette Supply Chain geändert. Lameter: „Unsere Distribution hat sich in den vergangenen zehn Jahren immer mehr zum Direktversand entwickelt. Das liegt auch an der gestiegenen Variantenvielfalt – wir sind heute kein klassischer Serienfertiger mehr, der vorproduzierte Produkte auf Lager hat. Vielmehr montieren und versenden wir zum großen Teil auftragsbezogen in der vom Anwender gewünschten Variante.“ Anders sehe es bei den Ersatzteilen aus: „Diese sind im Lager vorrätig. Doch hier planen wir heute die Aufträge vor.“ Mit den gestiegenen Anforderungen an die Supply Chain führte allerdings die Anbindung der zahlreichen Steuerungen zu Schwierigkeiten. „Bei der großen Zahl der Nachrichten, die wir austauschen, hatten wir immer wieder Probleme, diese rechtzeitig im System zu verarbeiten. Wir mussten daher zum Beispiel auf der Behälter-Fördertechnik die Anzahl der Meldepunkte zurücknehmen“, erklärt Rainer Kemmelmeier (Bild 01, zweiter von r.), Applications Manager Logistics in der IT-Organisation von Kaeser. Doch nicht nur dies habe dazu geführt, dass sich Kaeser im Jahr 2012 entschloss, die Software-Version SAP Extended-Warehouse- Management (EWM) zu aktualisieren: „Da für uns das Lager von zentraler Bedeutung ist, ist es für uns selbstverständlich, beim Warehouse Management die neueste Technologie einzusetzen“, schildert Lameter. Mithilfe von SAP EWM lässt sich die Steuerung der unterlagerten Automatiksysteme –Paletten- und Kleinteilelager, Shuttles, FTS und Fördertechnik – direkt an die Lagerverwaltung und das Materialflusssystem anbinden. „EWM ist vom Materialflussrech- ner her darauf ausgelegt, direkt an die Technik anzukoppeln“, schildert Kemmelmeier. Zudem ermögliche die Architektur des neuen Systems eine schnellere Kommunikation. Mit der Software SAP PCo (Plant Connectivity) sei zudem eine integrierte Standardplattform geschaffen worden, welche die Hardware-Steuerungen in das EWM-System integriere. „PCo ersetzt das bisherige Gateway und ermöglicht eine Datenumsetzung von einer RFC- Schnittstelle auf einen TCP/IP-Socket“, ergänzt Harouna Mohamadou (Bild 01, zweiter von l.), Teamleiter SAP-Consulting bei Viastore Software, die Ausführungen von Kemmelmeier. Zur Steuerung der Logistik-Anlage mussten im SAP LES damals viele Codes entwickelt werden. Mit EWM ließ sich die Anzahl individuell programmierter Codes reduzieren und ein releasefähiges Gesamtsystem schaffen. Früher seien die Lagerlifte z. B. über ein SAP Add-on von Viastore gesteuert worden, heute sei dieser Vorgang komplett in EWM integriert. Dennoch waren weitere individuelle Anpassungen notwendig: Ein Fokus lag dabei auf der Programmierung der User-Interfaces, also der Bildschirm-Dialoge (Bild 02) für die Mitarbeiter an den Kommissionier- oder Packstationen. EWM bietet in der Standardversion umfangreiche Leitstandsfunktionen und Features für mobile Transaktionen über Funk. Dagegen sind im Logistikzentrum des MAXIMALE FÖRDERBAND- LEISTUNG Längere Betriebszeiten Flexco ® -Rivet Hinged Transportbandverbindungssystem Für anspruchsvollste Materialförderung. Längere Betriebszeiten Flexco ® -Bolt Solid Plate Starke, undurchlässige Verbindung mit ausgezeichneter Haltekraft. Hochleistungstrommelbeläge Flex-Lag ® keramischer Trommelbelag Verhindert rt Bandschlupf und verlängert die Lebensdauer von Bändern undTrommeln. Optimale Reinigungsleistung Mineline ® MMP Kopfabstreifer Schonende Bandreinigung ohne Einsatz von aggressiven Bandabstreifern für schwere Belastungen. Flexco Europe GmbH Leidringer Strasse 40-42 D-72348 Rosenfeld Tel.: +49/7428-94060 Fax: +49/7428-9406260 europe@flexco.com 01 Haben das SAP-Projekt gemeinsam gestemmt: (von links) Falko Lameter (Kaeser), Harouna Mohamadou (Viastore Software), Rainer Kemmelmeier (Kaeser), Martin Rommler (Viastore Software) www.flexco.com f+h 5/2016 63 Flexco.indd 1 14.04.2016 14:46:38

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