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f+h fördern und heben 5/2018

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f+h fördern und heben 5/2018

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME AUGE IN AUGE Warum hat sich SGF als Mittelständler für SAP EWM entschieden? Gerald Seidinger: SGF hatte bereits SAP im Einsatz und uns war klar, dass wir auf dieser Basis weiterarbeiten wollen. Kritisch war allerdings der Umstand, dass die Einstellung der Weiterentwicklung und Wartung des klassischen SAP WM bereits damals abzusehen waren. SAP EWM wiederum erschien uns anfänglich zu mächtig, schließlich haben wir bis dato ein eher einfach organisiertes und ausgeführtes Lager betrieben. Doch um für die Zukunft gewappnet zu sein, war es richtig, in das zu investieren, was auch SAP-seitig die Zukunft sein wird und letztlich nutzen wir heute im EWM Möglichkeiten, die wir mit WM nie gehabt hätten. Roland Brandl: Ferner waren keine Subsysteme respektive kein Lagerbauer mit Individualsoftware gewünscht, der sein eigenes System einbringt. Wir wollten mit der Investition schließlich Subsysteme reduzieren. SAP EWM war damit vor dem Hintergrund Investitionsschutz durch Standardsoftware eindeutig gesetzt. Zudem versprachen wir uns auch in puncto Transparenz große Fortschritte. Vor allem in der Automobilindustrie ist das Thema Rückverfolgbarkeit essentiell. Als Zulieferer sind wir heute bei den OEM dank SAP EWM transparenter und noch vertrauenswürdiger als zuvor. Wir konnten in Sachen Rückverfolgbarkeit selbst kleinste Lücken schließen, was unsere Kunden zu schätzen wissen. Welche Tipps können Sie anderen geben, um ein Projekt in ähnlicher Größenordnung zum Erfolg zu führen? Gerald Seidinger: Wenn wir sagen, dass es bei einem derart großen Projekt keine Punkte gegeben hätte, die ganz besonders beachtet werden müssen, würde das niemand glauben. Nehmen wir die Projektorganisation. SGF verfügt über eigenes SAP- ERP-Know-how und so haben wir uns an dieser Stelle praktisch selbst vertreten. Für solch ein Projekt benötigt man neben entsprechend freier interner IT-Kapazitäten, jedoch oftmals auch spezifisches SAP-ERP-Know-how. Daher empfehle ich, die Projektorganisation im Vorfeld sauber aufzustellen und richtig einzuschätzen und gegebenenfalls ein ERP-Beratungshaus als Ergänzung mit einzubeziehen. Roland Brandl: Darüber hinaus ist es wichtig, genügend Zeit für die Ausbildung der Mitarbeiter einzuplanen. Unsere Mitarbeiter arbeiteten zwar schon mit einer Scannerlösung in einem einfachen Lager, aber die neue Lagertechnik in Verbindung mit einer umfassenden SAP-EWM-Lösung ist ein Quantensprung für uns gewesen. Das angesetzte Zeitfenster für die Einarbeitung war aus verschiedenen Gründen dann doch etwas zu kurz. Heute ist das längst Routine und die Mitarbeiter sind stolz, in diesem stark automatisierten, sauberen und digitalen Umfeld arbeiten zu können. Welche Vorteile bietet ein auf SAP EWM spezialisierter Generalunternehmer wie IGZ, den SGF für die Gesamtrealisierung der Lagerlogistik beauftragt hat? Gerald Seidinger: Für SGF war es wichtig, nur einen Ansprechpartner zu haben. Wir wollten definitiv keinen Lagerbauer plus einen EWM-Anbieter, sondern einen Partner, der die SAP-Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und die Logik auf Steuerungsebene aus einer Hand liefert. Dies gilt auch für den Support der Anlage. Denn es war klar, dass die Prozesse schwerwiegender sind, als das eigentliche Stahl und Eisen, wie etwa Regalbediengeräte oder die Fördertechnik. Daher lag der Schwerpunkt auf Ebene der Lagerverwaltung und -steuerung. Entscheidend ist die Intelligenz der Komponenten beziehungsweise der SPS. Aus diesem Grund haben wir uns auch für die IGZ und gegen Marktbegleiter entschieden, die zwar SAP im Portfolio haben, das Thema aber mithilfe von Partnern bedienen oder mit einem eigenen, kleinen Team eher nebenbei umsetzen. Auch preislich war IGZ als SAP-EWM-Generalunternehmer attraktiv, weil sie nicht auf den Einsatz eigener Lagertechnik fokussiert sind, sondern am Markt die Mechanik mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zukaufen können. Würden Sie mit IGZ als SAP-EWM-Generalunternehmer erneut zusammenarbeiten? Gerald Seidinger: IGZ war damals, bei Projektstart, noch frisch im GU-Geschäft unterwegs, verfügte aber bereits im Gegenzug über eine langjährige SAP-EWM-Expertise und ist hier marktführend. Das war und ist uns nach wie vor wichtig, denn die in SAP implementierten Logistik- und Materialflussprozesse bestimmen die Flexibilität, Intelligenz und Leistung der Anlage ganz entscheidend. Wir haben die engagierte und professionelle GU-Abwicklung der IGZ zu schätzen gelernt und möchten nun gemeinsam weiteres Potenzial, zum Beispiel die Reduzierung der Rüstzeiten in der Produktion angehen. Die SAP-EWM-Lösung bietet hierfür die Grundlage. Vielen Dank für das Gespräch 18 f+h 2018/05 www.foerdern-und-heben.de

MIT DEM NEUEN SYSTEM LIESS SICH DER WERKSVERKEHR UM ETWA 80 PROZENT REDUZIEREN Gerald Seidinger 01 Automatische Routenzug- Be- und -Entladung 02 Graphisches Routenzugnavigationssystem mit SAP EWM 03 Automatisches Hochregallager 01 02 Fotos: IGZ 03 SAP EWM IST GANZ KLAR EIN ENABLER FÜR INDUSTRIE 4.0 Roland Brandl www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/05 19 ITOH-DENKI.indd 1 12.04.2018 14:05:16

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