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f+h fördern und heben 6/2017

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MATERIALFLUSS FTS contra

MATERIALFLUSS FTS contra stationäre Fördertechnik Zwei konkurrierende Fördertechniken im Leistungsvergleich Fahrerlose Transportsysteme erleben zurzeit eine Renaissance. Wir beantworten die Frage, ob die stationäre Fördertechnik damit bald ausgedient hat. Mit der digitalisierten Warenverfolgung, vernetzten Elementen der Industrie 4.0 sowie einer Verfügbarkeit rund um die Uhr sind die Anforderungen an den Materialfluss in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Unternehmen stehen daher weniger vor der Wahl zwischen manuell betriebenen und automatischen Fördermitteln, sondern vielmehr vor der Frage, welche Art von automatisierter Technik die individuellen Geschäftsprozesse am besten abbildet. Dazu kommen unterschiedliche Systeme zur Anwendung, die sich grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilen lassen: stationäre Fördertechnik und FTS-Anlagen. Beide Lösungen haben unterschiedliche Eigenschaften und können sich auch ideal ergänzen. Welches System die jeweiligen logistischen Anforderungen am besten erfüllt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die im Einzelfall zu prüfen sind. Neben den klassischen stationären Fördersystemen, wie Ketten-, Rollen- oder Riemenförderern, etablieren sich zunehmend Fahrerlose Transportsysteme, die sich autonom im Lager bewegen. Die Entscheidung für eine der beiden Möglichkeiten ist bei jedem Projekt individuell zu treffen und hängt von den spezifischen Anforderungen im Anwendungsfall ab. Eine wichtige Hilfestellung bei der Auswahl bieten herstellerunabhängige Generalunternehmer wie Unitechnik. Sie sind in der Produktauswahl frei und entscheiden allein nach Kriterien, die den Kundennutzen fördern, wie u. a. Durchsatzleistung, Skalierbarkeit sowie Ausfallsicherheit und Kosteneffizienz. Im Rahmen einer unabhängigen Beratung besteht außerdem die Möglichkeit, eine Simulation der gewünschten Transportlösung zu erstellen und so vorab deren Auswirkungen auf das logistische System zu ermitteln. Stationäre Fördertechnik: ideal für große Materialmengen Die stationäre Fördertechnik ist fest installiert und damit räumlich gebunden. Dies schränkt zwar die Flexibilität beim Materialtransport ein, da dieser auf vorab festgelegten Strecken stattfindet. Gleichzeitig wird aber eine hohe Förderleistung realisiert, was bei einem FTS nur durch den Einsatz entsprechend vieler Fahrzeuge möglich ist. Damit eignet sich eine stationäre Fördertechnik, etwa mit Rollen- oder Kettenförderern, vor allem für Unternehmen, die kontinuierlich große Materialmengen umschlagen (Bild 01). Eine nachträgliche Skalierung dieser Lösung ist allerdings aufwendig und zeitintensiv. Daher ist vorab eine detaillierte Analyse der benötigten Leistung ratsam: Wie viele Ladungseinheiten werden durchschnittlich pro Stunde transportiert? Wie viele Einheiten können es in Zeiten mit Auftragsspitzen werden? Wohin verteilen sich die Materialströme? Bei der Ausführung der Fördertechnik lohnt es sich, eine Leistungsreserve vorzusehen bzw. die Kapazität für die höchste absehba- 01 Mit einer stationären Fördertechnik lassen sich hohe Förderleistungen realisieren; somit eignet sich die Technik vor allem für Unternehmen, die kontinuierlich große Materialmengen umschlagen 14 f+h 6/2017

e Anforderung auszulegen (Bild 02). Dies ist im Ergebnis günstiger, als eine bestehende Fördertechnik nachträglich um zusätzliche Strecken zu erweitern. Als Alternative zur klassischen stationären Fördertechnik bieten sich Lösungen wie Elektrohängebahnen an, die zwar festen Fahrwegen folgen, deren Leistung sich aber über die Anzahl der Fahrzeuge skalieren lässt (Bild 03). FTS: flexibel, gut skalierbar und autonom Unter den automatisierten Transportsystemen gelten FTS als Lösungen von maximaler Flexibilität. Das liegt u. a. daran, dass sie im Gegensatz zur stationären Fördertechnik frei skalierbar sind. Anwender können z. B. mit einer kleinen Transportkapazität beginnen und diese zu einem späteren Zeitpunkt anforderungsgerecht erweitern. Das zahlt sich vor allem bei schnell oder diskontinuierlich wachsenden Unternehmen aus. Zu beachten ist jedoch, dass die Wirtschaftlichkeit ab einer gewissen Transportkapazität im Vergleich zu stationärer Fördertechnik abnimmt. FTS lassen sich auch nachträglich leicht in bestehende logistische Strukturen integrieren und nehmen keine Stellfläche in Anspruch. Die Hallenfläche ist damit für andere logistische Prozesse nutzbar. Hinsichtlich der Fahrzeugtypen, der Anzahl der Flurförderzeuge sowie der Festlegung und Erweiterung der Verkehrswege sind FTS-Anwendern kaum Grenzen gesetzt. Allerdings gibt es bei den einzelnen Modellen Unterschiede im Grad der Autonomie, die bei der Auswahl zu beachten sind: Während einige FTF fest vorgegebene Wege abfahren und sich mithilfe von Reflektoren, Fahrbahnmarkierungen oder Induktionsschleifen orientieren, sind andere frei verfahrbar, wählen autonom den individuell günstigsten Weg und weichen Hindernissen selbstständig aus (Bild 04 und 05). Im Zuge der stärkeren Vernetzung von Waren und Betriebsmitteln im Internet der Dinge wird die Autonomie der Fördertechnik künftig zunehmen. Ein erster Schritt in diese Richtung sind FTF, die sich selbstständig im Raum bewegen, miteinander kommunizieren und ihre Fahrauf­ WO? WAS? WANN? TRANSPORTROBOTIK FÜR SCHNELLEN, SICHEREN MATERIALFLUSS. Unser Ziel ist es, Ihre Abläufe effizienter zu gestalten und die Produktivität zu erhöhen. Erfahren Sie mehr über die intelligenten Intralogistik- Lösungen von EK AUTOMATION. TRANSPORTROBOTIK INTRALOGISTIK SIMULATION WWW.EK-AUTOMATION.COM

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