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f+h fördern und heben 6/2017

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FLURFÖRDERZEUGE

FLURFÖRDERZEUGE Gefahrstoffe risikofrei handhaben Explosionsgeschütze Gabelstapler sorgen für sicheren Materialumschlag in der Chemikalienproduktion Ein britischer Chemikalienhersteller ist auf die Auftragsfertigung von Polymeren und Feinchemikalien spezialisiert. Während der Produktion müssen verschiedene, oftmals leicht entzündliche Rohstoffe mithilfe von Gabelstaplern umgeschlagen werden. Als Standort mit britischer Unfallverhütungsvorschrift nach „COMAH“ hat Sicherheit in der Produktion Priorität, und ATEXsowie DSEAR-Verordnungen sind maßgeblich beim täglichen Gefahrstoffhandling. A ls Auftragschemikalienhersteller für Blue-Chip-Unternehmen bietet Witton Chemicals einen reaktionsschnellen Service. „Unsere Betriebe sind mit einem schnellen Turnaround hoch produktiv“, so Steve Owen, Operations Manager bei Witton Chemicals. „Wir beliefern eine breite Palette an internationalen Kunden, darunter einige der größten Unternehmen für Klebstoffe, Elektronik, Farben sowie Dichtungsmittel, Petrochemie und Pharmazie.“ Im Werk von Witton Chemicals in Suffolk, Großbritannien, werden die Rohstoffe hauptsächlich in flüssiger Form umgeschlagen und in verschlossenen Fässern, in IBCs (Intermediate Bulk Container) und in loser Schüttung gelagert. Die Chemiefacharbeiter transportieren die Materialien in den Produktionsbereichen mithilfe von Gabelstaplern. Am Standort arbeiten mehr als 40 Werker im 24-Stunden-Schichtbetrieb und einer 4-Tage-Woche. Diese Geschäftsstrategie hat sich als effizient herausgestellt und die Kapazitäten lassen sich problemlos erweitern, falls die Auftragslage dies erfordert. Owen: „Alle unsere Produktionsläufe sind kundenspezifisch ausgerichtet und das Produktionsvolumen kann bis zu 1 000 Tonnen umfassen. Dabei ist die Zuverlässigkeit der Gabelstapler entscheidend, denn die Reaktoren müssen genau zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Materialien gespeist wer- den, da sonst ganze Produktchargen ruiniert sein können.“ Die Produktionsbereiche, in denen die Flurförderzeuge betrieben werden, sind als „explosionsgefährdete Zone 2“ (Ex-Zone 2) eingestuft. Diese Klassifizierung erfordert Gabelstapler, die die Anforderungen der Norm ATEX 2014/34/EU erfüllen. Herkömmliche Gabelstapler ohne Explosionsschutzvorrichtungen würden bei der Freisetzung entzündlicher Gase oder Dämpfe als Zündquelle wirken. Überschüssige Wärme von Motoren, Bremsen und anderen Komponenten, Funken von ungeschützten elektrischen Geräten oder ein Funke aufgrund statischer Aufladung des Flurförderzeugs habe ausreichend Energie, um eine Explosion zu verursachen. Den passenden Stapler umgerüstet Um den täglichen Transportbedarf an Gefahrstoffen bewältigen zu können, hat Witton zwei neue Dieselstapler aus dem Hause Doosan von der Firma Pyroban − einem britischen Unternehmen für Explosionsschutzsicherheit − für den Betrieb in Ex- Zone 2 (Kategorie 3G) umrüsten lassen. Die von Windsor-Materials-Handling gelieferten Flurförderzeuge sind mit dem „System 6000“ von Pyroban für die Gasdetektion ausgestattet, um die direkte Umgebung jedes Fahrzeugs kontinuierlich zu überwachen. Im Falle einer Dampfabgabe, warnt das System den Fahrer und schaltet den Gabelstapler automatisch aus. Der Umbau der Flurförderzeuge umfasst neben schwadensicheren Gehäusen auch die Edelstahlverkleidung der Gabeln sowie eine Oberflächenkühlung. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass die Temperaturen der Motoren, Bremsen sowie der Elektrik und anderen Komponenten unterhalb der Selbstentzündungstemperatur leicht entzündlicher Stoffe liegen. Um alle Eventualitäten in dieser terminlich sensiblen Produktionslinie abzudecken, steht dem Betreiber auch ein Backup des umgebauten Staplers für Ex-Zone 2 zur Verfügung. Unvermeidlicher Verschleiß von Gabelstaplern, die in explosionsgefährdeten Bereichen verfahren, kann ein Sicherheitsrisiko sein. Um dem entgegenzuwirken, hat Windsor-Materials-Handling ein System der vorbeugenden Instandhaltung etabliert. Die Flurförderzeuge werden regelmäßig von einem für die Arbeit an Pyroban-Systemen geschulten Techniker gewartet. In Einklang mit den Vorschriften der Norm EN 60079-17 und der Richtlinie 1999/92/EC erhielt Pyroban von dem Chemikalienhersteller zudem den Auftrag, die jährlichen Sicherheitsaudits (Ex-ASA) zu übernehmen. Foto: Pyroban www.pyroban.com 18 f+h 6/2017

MARKT Förderanlagen effizient regeln Das Unternehmen Nord Drivesystems bietet für Anforderungsprofile in der Fördertechnik standardisierte Antriebseinheiten in drei Ausführungen. Die Logidrive-Systeme erleichtern die Antriebsauswahl und erlauben eine Reduzierung der Variantenvielfalt ohne Aufwand. IE4-Synchronmotoren mit Nennleistungen von 1,1, 1,5 und 2,2 kW werden kombiniert mit zweistufigen Kegelstirnradgetrieben für Drehzahlbereiche von 0 bis 565 min -1 (Größe 1) bzw. 0 bis 482 min -1 (Größen 2 und 3). Die Übersetzung lässt sich im Bereich von 1:500 stufenlos verstellen. Dezentrale Frequenzumrichter zur motornahen Montage an der Anlage sorgen für Zugänglichkeit. Sie bieten einen Schlüsselschalter zur Trennung von der Anlagensteuerung und einen Richtungswahlschalter für den lokalen Einrichtbetrieb. Logidrive-Systeme integrieren die Sicherheitsfunktionen STO und SS1 nach DIN EN 61800-5-2 bzw. DIN EN 60204-1. Alle Komponenten des modularen Systems lassen sich individuell warten. Der Hersteller integriert alle markt üblichen Feldbus- und Industrial-Ethernet-Schnittstellen direkt im Umrichter. Ausgelegt sind die Antriebssysteme für 50- und 60-Hz-Netze. www.nord.com Sicheres Halten und Heben Die Qualitätsratschen aus der ABS-Baureihe (Anti-Belt-Slip- System) der Spanset GmbH & Co. KG ermöglichen beim Lösen der Gurte die Freigabe der Spannung in kleinen Schritten und halten so kippgefährdete Ladung unter Kontrolle. Verlängerte Ratschenhebel sorgen für eine ergonomische und effektive Kraftübertragung. Die Zugratsche Ergo-Master erreicht eine Vorspannkraft von 720 daN im Normtest mit 50 daN Handkraft im geraden Zug und verfügt über eine Zurrkraft LC von 2 000 daN. Wie auch die Ratschen der ABS-Baureihe, wird die Ergo-Master-Zugratsche serienmäßig mit der Vorspannanzeige TFI (Tension Force Indicator) ausgeliefert. Damit lassen sich die tatsächlich eingebrachten Vorspannkräfte nachweisen und für die Berechnung der Ladungssicherung nutzen. www.spanset.de Niederflur-Palettenfahrgestelle verschlanken Materialfluss Für Produktionsbereiche, in denen keine Gabelstapler eingesetzt werden können oder dürfen, hat das Unternehmen Fetra eine intelligente Logistiklösung entwickelt: Die neuen Niederflur- Palettenfahrgestelle des Herstellers lassen sich im Routenzug verfahren – bis zu fünf Flachpaletten und Gitterboxen bewegen sie gleichzeitig. Das sorgt für einen schlanken Materialfluss. Mit dem Produkt stellt sich das Unternehmen für hand geführte Transportgeräte noch stärker im Segment der Routenzüge auf. Die Niederflur-Ausführung ergänzt das Portfolio der Fetra-Palettenfahrgestelle als Routenzug, die mithilfe eines Gabelstaplers be- und entladen werden. www.fetra.de Emissionsarm. Ein KUBOTA eben. Unsere geräuscharmen Motoren für Industrieanwendungen erfüllen schon heute die Abgasrichtlinien von morgen. Für die Zukunft: umweltfreundlich –von 5bis 96 kW. www.kubota.de

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