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f+h fördern und heben 6/2017

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FLURFÖRDERZEUGE I

FLURFÖRDERZEUGE I STAPLERTEST Ein kraftvoller Nachfolger Der BT-Levio LWE 130 von Toyota im Praxistest Toyota Material Handling hat mit dem Elektro-Niederhubwagen BT-Levio LWE 130 das Nachfolgemodell des am Markt etablierten BT-Minimover LWE 130 im Portfolio. Das kompakte Flurförderzeug ist mit Wechselstromtechnik und einer regelbaren Elektronik ausgestattet. Um die im Vergleich zum Vorgängermodell beworbene höhere Produktivität und Energieeffizienz zu prüfen, haben wir das Gerät unserem kritischen Test unterzogen. Der Elektro-Niederhubwagen LWE 130 wurde von Toyota Material Handling als die kompaktere und leichtere Variante des LWE 140 entwickelt. Aufgrund der wartungsfreien Batterie mit integriertem Ladegerät und den kompakten Abmessungen ist das Flurförderzeug für eine große Nutzergruppe eine ernstzunehmende Alternative zum Handhubwagen. In unserem Test vergleichen wir den „Newcomer“ mit seinem Vorgänger. Unterschiede und Übereinstimmungen Beim BT-Levio LWE 130 hat der Hersteller die Gleichstromtechnik des Vorgängers durch Wechselstromtechnik ersetzt. Zudem wurde die Deichsel mit einem PIN-Schloss anstatt eines Schlüsselschlosses versehen. Über die PIN-Tastatur (Bild 01) lassen sich verschiedene Einstellungen wählen. Im Fall unseres Teststaplers sind dies drei Varianten: P1 ist die Standardeinstellung, P2 ist die Einstellung für „extra sorgfältig“ und P3 steht für „extra kraftvoll“. Das Vorgänger - modell weist lediglich eine Festeinstellung auf. Neben der modifizierten Deichsel und der Wechselstromtechnik wurde der „Neue“ mit einer leicht veränderten Abdeckung mit Ablagefächern (Bild 02) ausgestattet. Ansonsten zeigt sich uns das Flurförderzeug äußerlich nahezu identisch mit seinem Vorgänger. Beschleunigung und Fahrgeschwindigkeit Wir testen auf einem z-förmigen Parcours mit einer Fahrstrecke von 30 m. Entlang der Teststrecke werden vier Lasten umgeschlagen: 1 × 200, 2 × 500 und 1 × 1 000 kg. Dabei werden individuelle Leistungen des Testkandidaten gemessen, wie die Beschleunigung über zehn Meter mit und ohne Last und die Fahrgeschwindigkeiten mit und ohne Last. Beim BT-Levio LWE 130 testen wir zudem alle verfügbaren Fahrprogramme. Um die Leistungen mit dem größeren Bruder, dem LWE 140, vergleichen zu können, setzen wir auch diesen auf demselben Testparcours ein. 20 f+h 6/2017

STAPLERTEST I FLURFÖRDERZEUGE Fahrgeschwindigkeit mit Last [km/h] Fahrgeschwindigkeit ohne Last [km/h] Sprint über 10 m mit Last [s] Sprint über 10 m ohne Last [s] BT LWE 140 Einstellung: P1 4,62 4,70 8,80 8,70 BT LWE 130 neu Einstellung: P1 4,74 5,51 9,60 7,20 BT LWE 130 alt 4,29 5,05 9,80 7,90 Bei den Messungen der Beschleunigung und den Fahrgeschwindigkeiten fällt auf, dass der aktuelle LWE 130 in den Einstellungen P1 und P3 die Leistungen seines Vorgängers übertrifft. Sowohl ohne als auch mit Last vermittelt er einen kraftvolleren und berechenbareren Eindruck. In Einstellung P3 ist das unbelastete Flurförderzeug unserer Meinung nach etwas zu schnell, um noch bequem mitlaufen zu können. Zudem ist die Präzision bei der Feinpositionierung mäßig. Produktivität und Energieeffizienz Nach unseren Messungen lassen sich mit dem BT-Levio LWE 130 im direkten Vergleich 2,4 Prozent mehr Paletten umschlagen als mit dem Vorgängermodell. Große Unterschiede zeigen sich auch beim Energieverbrauch. Umgerechnet auf 100 umgeschlagene Paletten ist der BT-Levio in Einstellung P1 um 30 Prozent sparsamer als der BT-Minimover. In der Einstellung P2 liegen wir sogar bei 50 Prozent. Selbst im kraftvollsten Modus P3 ist der Energieverbrauch um 16,6 Prozent geringer. Einsatz auf dem Ladedock Alle Testkandidaten wurden zu Vergleichszwecken auf dem Ladedock eingesetzt (Bild 03), um einen Lkw mit zwei Lasten (500 und 1 000 kg) zu beladen und wieder zu entladen. Die Ladefläche des Lkw liegt deutlich höher als das Bodenniveau des Lagers. Mithilfe des Dockleveler überbrücken wir den Höhenunterschied. Der LWE 130 mit Wechselstromantrieb ist kraftvoller und besser in der Lage, die Lasten sicher in den Wagen zu verbringen und wieder herauszuholen. Das Roll-back auf der geneigten Laderampe des Lkw ist geringfügig (Bild 04) und das Flurförderzeug stoppt abrupt, sobald wir den Schmetterlingsschalter loslassen. Das erneute Starten geschieht sowohl nach oben als auch nach unten sehr kontrolliert. Verbrauch/100 umgeschlagene Paletten in kWh Verbrauch während des Tests in kWh BT LWE 140 Einstellung: P1 0,42 BT LWE 130 neu Einstellung: P1 0,24 BT LWE 130 alt 0,36 BT LWE 140 Einstellung: P1 0,26 BT LWE 130 neu Einstellung: P1 0,17 BT LWE 130 alt 0,25 01 Über die PIN-Tastatur lassen sich drei verschiedene Modi einstellen, von Standard bis extra kraftvoll f+h 6/2017 21

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