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f+h fördern und heben 6/2018

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f+h fördern und heben 6/2018

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME FINNAIR CARGO SETZT AUF EXPERTISE VON LÖDIGE INDUSTRIES Die Frachtmengen im Bereich der Luftfracht steigen stetig, durch zeitkritische Güter werden schnelle Abläufe in den Luftfrachtzentren nötig. Diese Faktoren lassen sich nur optimieren, wenn neben der Automatisierung auch die Digitalisierung von Prozessen vorangetrieben wird. Vor diesem Hintergrund ging Anfang des Jahres das Frachtzentrum Finnair Cool Cargo Hub in Helsinki in Betrieb, ausgestattet mit entsprechender Lagerlogistik und Software des Unternehmens Lödige Industries, Warburg. Das Luftfrachtunternehmen Finnair Cargo begann im Jahr 2016 mit den Baumaßnahmen, die das unternehmenseigene Frachtzentrum am Flughafen Helsinki modernisieren und den gestiegenen Anforderungen der Luftfrachtlogistik anpassen sollten. Die Anlage wurde komplett neu geplant und sollte den steigenden Anforderungen an Luftfrachtlogistikzentren Rechnung tragen. Als Partner für dieses Projekt wählte Finnair den Luftfrachtlogistik-Spezialisten Lödige Industries, der das Cargo-Unternehmen von der Konzeption über die Fertigung und Montage bis hin zur Inbetrieb nahme begleitete. In den vergangenen Jahren stieg nicht nur das Volumen an Luftfrachtgütern, sondern auch die Anforderungen an die Transportgeschwindigkeiten und -bedingungen stiegen. Bei vielen Waren spielen Faktoren wie die Temperaturregulierung eine wichtige Rolle: Zum Beispiel müssen pharmazeutische Produkte über den kompletten Transportweg nicht nur bei einer bestimmten Temperatur gelagert, sondern diese muss auch vollumfänglich dokumentiert werden. Vor diesem Hintergrund galt es also für Lödige Industries, eine Lösung zu entwickeln. 20 f+h 2018/06 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME Auf 31 000 m 2 entstand das Finnair Cool Cargo Hub mit einer Lagerkapazität von rd. 580 Aircraft Unit Load Devices (ULDs) und 2 000 Paletten. Das Unternehmen aus Warburg lieferte das ULD- und Automated Storage and Retrieval System (ASRS) sowie das Lagerverwaltungssystem. Bereits seit 25 Jahren verwendet das Unternehmen intern entwickelte Software für die Automatisierung der eigenen Anlagen. Elf höhenverstellbare Be- und Entladestationen für ULDs mit einer Länge von zehn bis 20 Fuß und einem Gütergewicht von bis zu 13,6 Tonnen gehörten ebenso zum Lieferumfang wie elf Regalbediengeräte. Auch zwei in den Materialfluss integrierte X-Ray-Maschinen zur Inspektion der Fracht sind Bestandteil der Logistik. DAS CARGO-CONTROL-SYSTEM Die Abstimmung des Inventory Control (IC) und des Cargo Management Systems (CMS) im Lödige-Frachtverwaltungssystem Cargo Professional Suite bedient die komplexen Anforderungen und gestaltet das System gleichzeitig mit nur einem User-Interface benutzerfreundlich. Mit der Software lassen sich jederzeit u. a. die Lagerkapazitäten visualisieren. Ferner erfasst das System güterspezifische Daten, z. B. Dimensionen, Gewichte und Special Handling Codes. Durch die Scan-Identifizierung von Lagerflächen und Frachtgut kann die Lagerverwaltung stets auf alle frachtrelevante Informationen zugreifen – so lassen sich z. B. bei zeit- und temperaturkritischen Gütern kurze Wege und notwendige Temperaturzonen mit einbeziehen. Aufgrund der konstanten Live-Aktualisierung lassen sich die Lagerprozesse problemlos anpassen. Das Projekt wurde (in der technischen Spezifikationsphase sowie in der Bau- und der folgenden Testphase) von Lödige Industries begleitet. Die Mechanik und das Lagerverwaltungssystem wurden im Rahmen von mehr als 4 400 Einzeltests verifiziert. Wie das CEIV-Pharma-Certificate der Internationalen Luftverkehrsvereinigung (IATA) belegt, stellt Finnair ein lückenloses Temperatur-Monitoring sowie eine Temperatur-Dokumentation von pharmazeutischen Produkten sicher. Die Kühlzonen im Terminal erlauben eine individuelle Zwischenlagerung und den Transport zu konstanten Temperaturbedingungen – z. B. auch bei Lebensmitteln. Während Pharmaprodukte und Fisch zu den Premiumprodukten zählen, die im Finnair-Luftfrachtzentrum Zwischenstation auf dem Weg in die Welt machen, sei nach den ersten Monaten in Betrieb zu erwarten, dass sich mithilfe der Anlage auch die Durchsatzmenge aller Güter auf rd. 350 000 Tonnen pro Jahr verdreifachen wird. Nach den ersten 100 Tagen seit Inbetriebnahme der Anlage ziehen die Projektpartner Bilanz: „Die intensiven Planungs-, Bauund vor allem Testphasen mit mehr als 4 400 Einzeltests haben sich BJÖRN USSAT, PROJEKTLEITER BEI LÖDIGE INDUSTRIES Frachtraten, Frachtumschlagzeiten, und ähnliche Daten müssen schnell abrufbar und flexibel planbar sein gelohnt. Der Betrieb des Luftfrachtzentrums läuft ohne Komplikationen“, so Björn Ussat, Projektleiter bei Lödige Industries. Finnair zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Unser Luftfrachtsystem und die Cargo-Control-Software sind richtungsweisend. Mit dem Terminal haben wir den Schritt getan, um unsere Rolle als zentrale Drehscheibe für Luftfrachtströme zwischen Asien und Europa zu stärken“, so Janne Tarvainen, Managing Director Finnair Cargo. Auch nach der Inbetriebnahme geht die Zusammenarbeit der Projektpartner weiter. Acht Mitarbeiter von Lödige Industries sind als Wartungsteam ständig vor Ort. Im Remote Control Center behält das Team am Standort Warburg das Lagerverwaltungssystem im Auge. Ein lückenloses Monitoring, die Koordination der Mitarbeiter und Wartungsarbeiten in Helsinki und das 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche sind Teil der Vereinbarung. Fotos: Lödige Industries www.lodige.com Robert-Galler-Str. 1 D-95326 Kulmbach +49 9221 700-0 info@galler.de www.galler.de Palettenlagerung - Durchlauflager - Lagerbühnen - Kragarmregale - Verfahrregale - Silo- und Lagergebäude besuchen Sie uns: FachPack Nürnberg 25. - 27.9.2018

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