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f+h fördern und heben 6/2019

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f+h fördern und heben 6/2019

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME ZEITGEMÄSSE UMPACKLÖSUNGEN FÜR DIE GETRÄNKEINDUSTRIE Der Megatrend „Individualisierung“ gewinnt vor allem in der mittelständischen Getränkeindustrie zunehmend an Bedeutung. Für eine Brauerei oder einen Getränkehersteller bedeutet das konkret: Die Anzahl der Flaschentypen sowie die Vielfalt an Verpackungen nimmt stetig zu. Als Folge steigt auch die Zahl der Gebinde-Varianten. Um den Anforderungen dieser Vielfalt logistisch gerecht zu werden, sind flexible Sortier- und Verpackungslösungen gefragt. Den Herausforderungen eines individualisierten Getränkekonsums lässt sich bezogen auf die Vielseitigkeit der Packmöglichkeiten auf verschiedene Arten begegnen: Eine Möglichkeit ist z. B. das händische Umpacken. Dieses stößt jedoch schnell an seine Grenzen, vor allem mit Blick auf die dazu notwendigen Arbeitskräfte. Ebenfalls als nicht optimal erweist sich das direkte Umpacken in der Abfüllanlage − zumindest für kleinere oder mittelständische Betriebe. Denn in diesem Fall senkt die Inline-Lösung den Anlagenwirkungsgrad bei gleichzeitig gestiegenem Planungsaufwand. Schließlich soll möglichst nur die Menge umgepackt werden, die bis zum nächsten Umstellen der Abfüllung auch ausgeliefert werden kann. Sonst stehen fertige Verpackungen im Vollgutlager, deren datierte Mindesthaltbarkeit täglich kürzer wird. Außerdem können die Verpackungen verstauben und somit an Attraktivität verlieren. Als effizienteste Lösung hat sich das Verlagern des Umverpackens von der Produktion in die Logistik erwiesen. Hier werden die Verpackungsvarianten entsprechend der georderten Menge „just in time“ aus dem Standardgebinde erzeugt. Im Gegensatz zur Inline-Lösung spielen die Mindesthaltbarkeit oder verschmutzte Verpackungen also keine Rolle. Darüber hinaus arbeitet die Abfüllanlage bei ihrem Standardgebinde mit dem höchstmöglichen Wirkungsgrad. HOHE FUNKTIONALITÄT AUF ENGEM RAUM Das Unternehmen BMS-Maschinenfabrik hat für die Herausforderungen der Individualisierung in der Getränkeindustrie automatisierte Umpacktechnologien parat, die auf die individuellen Bedürfnisse der Betreiber zugeschnitten sind. Beeinflusst wird die Auswahl der passenden maschinellen Umpacklösung von der Anzahl der Flaschenarten, der Packvarianten sowie von der angestrebten Stundenleistung und den verfügbaren Arbeitskräften. Hierbei gilt: Je größer die Leistung und Komplexität und je geringer die zur Verfügung stehende „Manpower“ desto höher ist der Automatisierungsgrad. Das reicht z. B. von einer Umpackanlage mit manueller Palettierung bis hin zu einer komplett vollautomatisierten Lösung inkl. Palettierung bzw. Depalettierung. Diese Anlagen sind dabei sowohl mit einem Unimodul als auch mit Einzelkomponenten zum Aus-, Um- und Einpacken darstellbar. Das Unimodul aus dem Hause BMS ist eine multifunktionale und kombinierte Ein-, Aus- und Umpackanlage mit einem Modulmaß von 2,5 × 2,5 m. Aufgebaut ist das Unimodul als Portalroboter mit zwei Achsen. 34 f+h 2019/06 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME Beim Unimodul handelt es sich um eine multifunktionale und kombinierte Ein-, Aus- und Umpackanlage auf Basis eines Portalroboters mit zwei Achsen ZWEI ACHSEN SORGEN FÜR FLEXIBILITÄT IM UMPACKPROZESS Mit Achse 1 lässt sich die gleiche Flaschenanzahl automatisch umpacken. Ein Beispiel hierfür ist das Umpacken aus dem 20er-Kasten in einen 20er-Karton. Die vollen Kästen gelangen dabei auf Band 1 in das Modul, die aufgefalteten Kartons auf Bahn 2. Nach dem Umsetzen der Flaschen durch Achse 1 werden die Kartons von Band 4 zur Palettierung transportiert. Die leeren Kästen verlassen das Modul auf Bahn 3. Eine zweite „Pick and Place“-Variante ist das Umpacken einer ungleichen Anzahl an Flaschen. Dabei wird das Vollgut wieder auf Bahn 1 aufgegeben. Die Flaschen werden aber erst von Achse 2 ausgepackt und auf das zentrale Transportband gestellt, das sich zwischen Ein- und Auspackseite des Moduls befindet. Im Anschluss gelangen die Flaschen über das Transportband zur Achse 1, wobei sie mithilfe von Pendelrechen und Gassenblechen neu aufgereiht werden. Achse 1 greift die entsprechende Menge an Flaschen und setzt diese in die Verkaufsverpackung. Die fertigen Verpackungen verlassen abschließend das Modul auf Band 4 zur Palettierung. Eine interessante Variante ist das Umpacken von vier, sechs oder acht Flaschen in die entsprechenden Baskets. Die Baskets werden dabei auf Bahn 2 zweireihig eingeschleust. Achse 1 befüllt die Baskets während Achse 2 die Flaschen abermals auspackt. Das Herstellen und Umpacken von Sixpacks ist mit dem Unimodul ebenfalls möglich. Dazu packt Achse 2 die vollen Flaschen aus. Allerdings wird in diesem Fall das Transportband reversiert und befördert die Flaschen aus dem Unimodul heraus zur Wrap-Around- Maschine. Anschließend gelangen die fertigen Sixpacks zurück zum Umpacker und werden dort zweibahnig von Achse 1 in Kästen oder Kartons verpackt. Bei den Sixpacks mit 0,33-l-Flaschen und dem 24er- Kasten geschieht das in einem 2 × 2-Schema. Bei den Sixpacks mit 0,5-l-Flaschen werden vom Unimodul zwei Sixpacks längs und eins quer eingesetzt. Eine zusätzliche Option ist das Einpacken von Neuglas in die ausgepackten Kästen. Die Flaschen werden dazu über ein eigenes Transportband der Achse 1 zugeführt, dabei wieder entsprechend aufgereiht und in die Kästen auf Band 2 eingesetzt. EINZELKOMPONENTEN BEI HÖHEREN STUNDENLEISTUNGEN Sind höhere Stundenleistungen gefordert, bietet sich eine Umpacklösung aus Einzelkomponenten an. Ein Beispiel hierfür wäre das Umpacken vom 20er- in den 11er-Kasten. Hierbei wird das 20er- Vollgut dem Auspacker zugeführt, der die Flaschen entnimmt. Diese werden anschließend vom Einpacker in die 11er-Kästen gesetzt und vom kombinierten Be- und Entlader palettiert. Die 11er-Kästen wiederum laufen als Leergut in die Umpackanlage ein. Der Umpacker entnimmt das Leergut und setzt es in die 20er-Leerkisten ein, die ein kombinierter Be- und Entlader anschließend auf Paletten stellt. So entstehen in einem Prozesskreislauf aus 20er-Vollgut und 11er-Leergut 11er-Vollgut und 20er-Leergut. Ideal geeignet für den vor allem bei mittelständischen Betrieben geforderten kleinen bzw. mittleren Leistungsbereich ist dabei der Portalpacker Unipack 2.0, der sich als Ein-, Um- und Auspacker einsetzen lässt. ROBUSTE PORTAL-BAUWEISE Das Unimodul sowie der Unipack 2.0 sind Portalroboter. Diese Bauweise ist mechanisch sehr robust, weil sie vergleichbar eines Hallenkrans überwiegend statisch auf Zug und Druck belastet wird. Aus Betreibersicht vorteilhaft ist zudem, dass jede Portalmaschine vor ihrer Auslieferung weitgehend aufgebaut, automatisiert und funktionsgetestet wird. Auch der bei einem Roboter vorgeschriebene Schutzbereich ist bereits integriert. Entsprechend pro blemlos und zügig gestalten sich Transport und Inbetriebnahme. Nicht zuletzt lassen sich beide Umpacklösungen an zukünftige Herausforderungen anpassen. So sind Portalroboter z. B. bezüglich der umzupackenden Flaschen- und Verpackungsmaße flexibel. Nahezu jede Höhe und Position lässt sich über die Steuerung vor geben und exakt anfahren. Sind die Umpackeinheiten mit Fern wartung ausgestattet, lassen sich die neuen Parameter auch übers Wochenende via Internet aufspielen. Dementsprechend rasch ist der eigentliche Produktionsstart einer neuen Verpackungsidee abgeschlossen. Foto/Grafik: BMS-Maschinenfabrik www.bms-maschinenfabrik.de www.foerdern-und-heben.de f+h 2019/06 35

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